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Dritter Stahldialog: Wirtschaftsminister diskutiert über aktuelle Herausforderungen der Branche

Althusmann: Gemeinsam für freien Handel einsetzen, um Stahlstandort Niedersachsen zu sichern


Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann hat heute rund 30 Vertreter aus Politik, Stahlindustrie und Gewerkschaften zum dritten Stahldialog in Hannover empfangen. Die Stahlbranche, die mit rund 10.000 Mitarbeitern einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Niedersachsens ist, steht aktuell vor besonderen Herausforderungen. Ziel des Treffens war daher der Austausch über die derzeitige Situation sowie die Zukunftsaussichten für die Stahlbranche.

Aufgrund des immer weiter fortschreitenden amerikanischen Protektionismus, besonders im Stahlsektor, lag auf den Handelsbeziehungen und den Auswirkungen auf die heimische Stahlbranche in den Gesprächen ein besonderer Fokus. Wirtschaftsminister Althusmann: „Trotz der vorläufigen Atempause nach den Gesprächen zwischen Jean-Claude Juncker und Donald Trump Ende Juli, machen mir die Maßnahmen, die die USA in ihrem einseitig erklärten Handelskrieg erheben, große Sorgen. Die Drohung von ungerechtfertigten Zöllen auf europäische Produkte steht weiterhin im Raum, die direkten Auswirkungen der Zölle auf europäischen Stahl auf die niedersächsische Industrie sind nicht wegzudiskutieren. Außerdem schaden die sogenannten Umleitungseffekte, mit denen durch die US-Zölle gegen andere Länder der europäische Stahlmarkt schwer belastet wird, der heimischen Wirtschaft. Wir haben uns heute erneut dafür stark gemacht, uns gemeinsam mit den anderen Bundesländern, der Bundesregierung und der Europäischen Union für einen freien und regelbasierten Handel einsetzen, um unseren niedersächsischen Stahlstandort in der aktuellen Situation und für die Zukunft zu sichern.“

Weiter beschäftigte die Teilnehmer die Energie- und Klimapolitik, die für die energieintensive Stahlindustrie besondere Herausforderungen bedeutet. Wichtige Punkte sind dabei die Energiepreise und die fehlende Planungssicherheit, zudem jedoch auch die ansteigenden energierechtlichen Vorgaben, die Zeit und Personal kosten und die Konzentration auf das eigentliche Geschäft erschweren. Insbesondere mittelständischen Unternehmen fehle hierfür oft das nötige Personal. „Hier setze ich neben unserer Stabstelle Bürokratieabbau auf die niedersächsische Bundesratsinitiative, mit der die bürokratischen Hürden im Energiesektor abgebaut werden sollen und die somit auch insbesondere der Stahlindustrie zu Gute kommt“, so Minister Althusmann.

Für ihr weiteres gemeinsames Vorgehen unterzeichneten die Teilnehmer im Anschluss an den Stahldialog eine gemeinsame Erklärung, die neben den Herausforderungen der Handelsbarrieren und Energiepolitik auch die Qualifizierung der Beschäftigten in Zeiten der Digitalisierung aufgreift.

Minister Althusmann: „Die niedersächsische Stahlindustrie ist eine der Schlüsselindustrien unseres Landes. Sie liefert die Grund- und Werkstoffe für die Automobil-, Luft- und Raumfahrt- und die metallverarbeitende Industrie, sowie den Maschinenbau und die Bauwirtschaft. Ein freier und fairer Welthandel, eine Energie- und Klimapolitik, die eine wettbewerbsfähige Industrie ermöglichen, und einen zukunftsgewandte digitale Transformation sind hier unabdingbar. Dafür werde ich im Oktober auch auf dem ersten Nationalen Stahlgipfel eintreten, wo wir mit den weiteren stahlproduzierenden Bundesländern unsere Strategie im Dialog mit Bund und Europäischer Union abstimmen.“

Artikel-Informationen

10.09.2018

Ansprechpartner/in:
Pressesprecher Dr. Eike Frenzel, Pressesprecherin Julia Wolffson

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