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Niedersachsen intensiviert Beziehungen zur Türkei: Niedersachsen-Tag auf internationaler Messe Mitte Oktober in Istanbul

HANNOVER. Unter Leitung von Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode hat eine über 40-köpfige niedersächsische Unternehmerdelegation in der vergangenen Woche die Türkei besucht.

Vor allem ging es darum die bereits seit Jahren zwischen der Türkei und Niedersachsen bestehenden guten wirtschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen. Stationen der Reise waren die türkischen Boom-Städte Kayseri und Konya in Zentralanatolien sowie die Metropole Istanbul. „Wir waren überrascht, welche Dynamik Kayseri und insbesondere Konya ausstrahlen, die mit ihrer hervorragenden Infrastruktur den Vergleich mit europäischen Wirtschaftszentren nicht scheuen müssen. Beide Städte bieten niedersächsischen Unternehmen hervorragende Geschäfts- und Investitionsbedingungen“, sagte Wirtschaftsminister Bode.

Im zentralanatolischen Kayseri standen eine Kooperationsbörse, Gespräche mit dem Gouverneur der Region Kayseri Mevlüt Bilici und Vertretern der Stadt Kayseri sowie Firmenbesuche auf dem Programm. Besonders gut aufgestellt ist Kayseri im Bereich der Möbelherstellung. 80 Prozent aller türkischen Möbel werden hier hergestellt. Das größte Projekt der Stadt Kayseri liegt am nahe gelegenen Berg Erciyes (3.950 m). Hier entsteht ein neues Skigebiet, das von November bis April Touristen nach Kayseri locken soll. Bereits seit acht Jahren in Kayseri tätig ist Kayserigaz, eine Tochter des niedersächsischen Energieversorgers EWE. Der Besuch der Delegation im dortigen Firmensitz vermittelte einen guten Eindruck des Engagements vor Ort.

Die Türkei sieht sich mit einer kontinuierlich steigenden Energienachfrage konfrontiert. Um das starke Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre aufrecht zu erhalten, muss stetig mehr Energie produziert werden. Die türkische Regierung setzt auf alle Energieproduktionen, von den erneuerbaren Energien über konventionelle Energieerzeugung bis hin zur Kernenergie. Gerade für die Windenergie bietet die Türkei Standorte, die vergleichbare Qualitäten wie die niedersächsischen Offshorestandorte bieten.

In Konya führte Minister Bode Gespräche mit dem Gouverneur der Provinz Konya Aydin Dogan sowie mit dem Bürgermeister der Stadt Tahir Akyürek. Hierbei wurde der Wunsch nach stärkerer Zusammenarbeit im Bereich der Landwirtschaft und auch im Forschungsbereich geäußert. Konya und Niedersachsen sind im Agrarbereich ähnlich stark aufgestellt. Die Provinz Konya ist türkeiweit die Nummer eins bei der Produktion von Eiern, Geflügel, Rohfleisch, Weizen und Zucker. Auf dem Programm standen außerdem Unternehmensbesuche bei dem Automobilzulieferer AYD chassis parts und der Gießerei Erkon Döküm. Diese produziert seit zwei Jahren Schachtabdeckungen im Lohnauftrag für die HYDROTEC Technologies AG aus Wildeshausen, die aufgrund ihres erfolgreichen Exportgeschäfts in diesem Jahr für den 3. Niedersächsischen Außenwirtschaftspreis nominiert war.

Letzte Station war Istanbul. Die 15-Millionen-Metropole hat sich bis 2023, dem 100. Jahrestag der Türkischen Republik, ehrgeizige Ziele gesetzt. Neue Stadtzentren, Verkehrsprojekte, u. a. ein dritter Flughafen, eine dritte Brücke über den Bosporus und zwei Tunnel unter dem Bosporus sowie eine Hochgeschwindigkeitsbahn nach Ankara sollen entstehen. In Gesprächen mit der Istanbuler Stadtverwaltung sowie mit Vertretern des türkischen Verkehrsministeriums wurde deutlich, dass sich hieraus potentielle Geschäftsmöglichkeiten für niedersächsische Unternehmen bieten. Im Großraum Istanbul haben sich bereits einige niedersächsische Unternehmen mit Tochtergesellschaften angesiedelt. So auch die Remmers AG aus Löningen, Marktführer im Bereich Bauten- und Holzschutz. In Anwesenheit von Wirtschaftsminister Bode und dem Präsidenten der Agentur für Wirtschafts- und Investitionsförderung der Türkei (ISPAT) wurde eine neue Fabrikations- und Schulungsstätte in Tuzla bei Istanbul eingeweiht. Die Kooperationsbörse in Istanbul eröffnete neue Projektansätze. So strebt die Deutsche Management Akademie mit einer Istanbuler Privatuniversität ein gemeinsames Projekt zur Aus- und Fortbildung an.

Beim Besuch des gerade neu gewählten Präsidenten Nail Olpak des unabhängigen Industrie- und Unternehmerverbandes „MÜSIAD“ standen konkrete weitere Schritte der Zusammenarbeit zwischen Niedersachsen und der Türkei auf der Agenda. Der Verband veranstaltet alle zwei Jahre eine internationale Messe mit angeschlossenem Kongress in Istanbul. Mitte Oktober diesen Jahres wird das Forum erneut stattfinden. Im Gespräch mit dem Präsidenten konnte vereinbart werden, dass im Rahmen dieser Veranstaltung niedersächsische Unternehmen sich herausgehoben auf einem Niedersachsen-Tag präsentieren können. Unterstützt wird das Vorhaben von MÜSIAD Niedersachsen, dessen Vorstandsmitglieder ebenfalls an der Delegationsreise teilnahmen.

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Artikel-Informationen

07.05.2012

Ansprechpartner/in:
Anne Neumann

Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung
Pressesprecherin
Friedrichswall 1
30159 Hannover
Tel: (0511) 120-5427
Fax: (0511) 120-995427

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