Innovation - Investition - Infrastruktur - Drei i-Punkte der EU-Förderung in Niedersachsen
Markt der Möglichkeiten – Europa hilft guten Ideen auf den Weg
Kreative, mutige Ideen sind das Potential, aus dem sich wirtschaftlicher und damit gesellschaftlicher Wohlstand generiert. Diese Botschaft war auf der EFRE-Messe 2008 förmlich mit Händen zu greifen – unter anderem durch eine hinreißende Bühnenshow und an 26 Messeständen mit beispielhaft gelungenen Projekten, die durch die europäische Förderung realisiert werden konnten.
Sinnlicher (und attraktiver) kann man das mitunter sperrige Thema "EU-Förderprogramme" kaum darstellen: Die Bühne des Hannoverschen Congress Centrums wird, in wechselndes Licht getaucht, zum Laufsteg. Präsentiert wird unter anderem Design-Mode aus Hannover. Und die umfasst ein breites Spektrum: vom durchaus alltagstauglichen Outfit bis zum opulenten Abendkleid mit rokokohaften Reminiszenzen. Was hier unter dem Beifall des Publikums präsentiert wurde, war Teil eines EFRE-Projektes, das zehn hannoversche Museen und Ausstellungshäuser unter dem Motto "Hannover goes Fashion" erfolgreich durchgeführt haben. Federführend war hier das Wilhelm-Busch-Museum. Ein weiteres Beispiel für publikumswirksame Selbstdarstellung liefert die Wilhelm Eisenhuth GmbH KG. Das Osteroder Unternehmen macht die Bühne zu einem Golf-Green, auf dem ein Caddy absolut umweltfreundlich per Brennstoffzellentechnik bewegt wird. Neuartige Verfahren und Werkstoffe werden es möglich machen, dieser Technologie breitere Einsatzmöglichkeiten im Alltag zu verschaffen. Aufmerksamkeit kann auch der Zoo Hannover für sich verbuchen, der sein Projekt einer neuen Erlebnislandschaft "Yukon Bay" in einer Beamer-Show vorstellt. Die neue Themenlandschaft wird nicht nur ein Paradies für Eisbären und andere Polarbewohner sein, sondern auch Hannover als touristisches Ziel nachhaltig attraktiver machen. Die Zuschauer jedenfalls genießen die unorthodoxe Darstellung innovativer Projekte mit großem Interesse – und honorieren die "EFRE-Show" mit kräftigem Applaus.
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Anerkennung von höchster Stelle
Zuvor jedoch gehörte die Bühne der großen Politik. Entsprechend der Bedeutung des Themas hatte das Wirtschaftsministerium als Veranstalter der Messe hochkarätige Redner ans Pult gebeten. Nach der Anmoderation durch die Fernsehjournalistin Astrid Frohloff umriss der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche die Chancen, die sich speziell für kleine und mittlere Unternehmen durch die regionalen Förderprogramme der EU ergäben. Diese seien, so Hirche, "ein echtes Konjunktur- und Wachstumsprogramm", die besonders angesichts der derzeitigen Krisenstimmung ihren Wert bewiesen. 88 Prozent aller wirtschaftsrelevanten Investitionen werden von der Privatwirtschaft getätigt, nur 12 Prozent gingen vom Staat aus. Allein aus diesem Grund gelte es, durch geeignete Fördermaßnahmen die unternehmerische Initiative zu stärken. Das beträfe gleichermaßen Projekte, die sich durch ihren Innovationscharakter auszeichneten wie auch solche, deren Schwerpunkt auf einer Verbesserung der Infrastruktur liegen.
Dem konnte Alejandro Checchi Lang, Direktor der Generaldirektion Regionalpolitik in Brüssel, nur zustimmen. In seiner Rede rief er nachdrücklich dazu auf, die von der EU bereitgestellten Programme zu implementieren, auch und gerade in einem schwieriger werdenden ökonomischen Umfeld. Niedersachsen sei ein Testfeld, erklärte Checchi Lang. Am Beispiel seiner positiven Entwicklung könnten andere, ebenfalls strukturschwächere Regionen den unmittelbaren Nutzen für sich erkennen.
Allerdings ist ein reibungsloser Informationsfluss von der Politik in die Wirtschaft nötig, damit diese die vorhandenen Potentiale erkennen und ausschöpfen kann. Um einen schnelle, aktuellen und umfassenden Zugriff zu ermöglichen, schaltete Minister Hirche das neuentwickelte Internet-Portal "Projektforum" frei, auf dem sich alle Interessierten ab sofort unter www.efre.niedersachsen.de über Art und Umfang laufender Projekte informieren können. Für nähere Auskünfte, speziell über Fördermöglichkeiten und das Prozedere der Antragstellung, werden Besucher der Website direkt an die NBank weitergeleitet.
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Projekte, so vielfältig wie die Regionen
Wer indes die Zeit zwischen Bühnenpräsentation und Podiumsveranstaltung am Nachmittag nutzte, konnte sich an den 26 Messeständen ein authentisches Bild von den bereits realisierten Projekten machen. Beeindruckend war hier nicht nur die Qualität und Größenordnung der Maßnahmen, sondern auch die Vielfalt an innovativen Ideen. Sie reichten von natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Projekten über Maßnahmen zur kommunalen Standortverbesserung bis hin zur Tourismusförderung und Natur- bzw. Umweltschutz. Alleine die Themenvielfalt spricht dafür, dass die Förderprogramme der EU nicht nur einem kleinen Zirkel von Eingeweihten bekannt sind, sondern für Unternehmen, Städte und Kommunen zu einem wichtigen Finanzierungs- und Innovationsinstrument wurden. Und das sollte, so wünscht es sich nicht nur Minister Hirche, auch in Zukunft zur Verfügung stehen. "Ohne die EFRE-Mittel hätten wir ein Projekt wie unseren ecopark nicht in Angriff nehmen können", erklärt um Beispiel Geschäftsführer Jürgen Felbinger stellvertretend für viele Aussteller.
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Partnerschaftliche Unterstützung durch die NBank zahlt sich aus
Doch Geld allein ist nicht alles, möchte man anfügen. Das wird im regen Erfahrungsaustausch zwischen Messeausstellern und Gästen deutlich, besonders aber auch während der Podiumsdiskussion am Nachmittag. Unter der Gesprächsführung durch Frau Frohloff diskutieren Vertreter der Landes- und Europapolitik mit Projektverantwortlichen – ein Austausch, von dem beide Seiten profitieren. Neben den Erläuterungen und Erfahrungsberichten aus den geförderten Projekten sind es auch allgemeine Anmerkungen, die aufhorchen lassen. So werden zum Beispiel das Engagement der NBank und ihre Beratungsqualität hervorgehoben. Selbst bei schwierigen und langwierigen Detailfragen habe man immer den Eindruck gehabt, willkommen zu sein. "Menschlich, und nicht bürokratisch" sei die Beratung gewesen, so hat es Klaus Groß, Bürgermeister von Westerstede, empfunden. "Man hatte immer das Gefühl, man kann sich bei Problemen zusammensetzen." So sieht es auch Christopher Todd von der Brüsseler Generaldirektion: " Die NBank ist eine gute Begleiterin."
Aber nicht nur Lob verteilt das Podium, auch kritische Anmerkungen werden laut. Sie betreffen vor allem das mitunter komplizierte Prozedere der Antragstellung und die Regularien der Vergabe. Beides verteidigt Stefan Kapferer, Staatssekretär im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Man möge sich immer bewusst sein, dass es sich bei EU-Fördermitteln um Steuergelder handele und entsprechend verantwortungsvoll müsse der Umgang damit sein. Allerdings würden kleinere Projekte mit einem angepassten administrativen Aufwand bearbeitet. Ein ausgefeiltes Scoring-Modell sorgt darüber hinaus für höchste Transparenz bei der Bewertung der beantragten Projekte.
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Vorbereitung – der Schlüssel zum Erfolg
Durchaus praktische Tipps und Beiträge kamen aber auch aus dem Auditorium – und wurden aufmerksam und mit einem Schmunzeln registriert. Beharrlichkeit sei eine Tugend, über die man in Bezug auf die Antragstellung verfügen müsse, berichtete der Bürgermeister der Insel Juist und verwies auf zahlreiche Arbeitsbesuche in Hannover.
Eine intensive und umfassende Vorbereitung empfahl die Mitarbeiterin eines anderen teilnehmenden Projektes. Je präziser und detaillierter die Vorarbeiten, desto effizienter gestalte sich das anschließende Verfahren. Im Übrigen wolle sie, ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen, allen Mut machen, die angebotene Förderung tatsächlich zu nutzen. Eine Empfehlung, die Eberhard Franz vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium in seinem Schlusswort nur noch um einen wichtigen Zusatz zu erweitern brauchte: "Vieles ist möglich - sprechen Sie mit der NBank".
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