OLDENBURG/HANNOVER. "Jetzt ist die Zeit, die Hafeninfrastruktur und deren Verkehrsanbindungen gezielt auszubauen und damit die Weichen für künftiges Wachstum und Beschäftigung in Niedersachsen zu stellen. Es geht darum, die besten Startchancen für die Zeit nach der Krise zu erlangen. Dazu wird das Land allein in diesem Jahr mehr als 180 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Seehäfen und den Bau des JadeWeserPort investieren", sagte Wirtschaftsminister Jörg Bode heute bei der Präsentation der Seehäfenbilanz 2009 in Oldenburg.
Bode betonte die Bedeutung der Seehäfen als zentralen Teil der insgesamt weiter wachsenden Logistikbranche des Landes. Als "Tor zur Welt" sichern die Häfen die Exportfähigkeit der Wirtschaft und bieten für das Land erhebliche Entwicklungspotenziale. Trotz der derzeitigen Krise habe die Küste die große Chance, zum Gewinner der Globalisierung zu werden. "Diese Chance wollen wir nutzen und die Küste zu einer zweiten Wirtschaftsachse in Niedersachsen entwickeln. Dazu müssen wir unseren Seehäfen und der hier vor- und nachgelagerten Wirtschaft durch eine gute Infrastruktur bestmögliche Bedingungen bieten", so der Minister. Dazu gehöre auch, die einzelnen Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße so aufeinander abzustimmen, dass sie die in Zukunft steigenden Güterströme bewältigen können.
Bode verwies auf die Notwendigkeit, dass sich auch die Wirtschaft weiterhin mit finanziellem Engagement beteiligt: "Das hat in der Vergangenheit gut geklappt, die Unternehmer haben mit ihren Investitionen die staatlich geschaffene Infrastruktur belebt und damit Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze generiert. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Wirtschaft möchte ich fortsetzen", sagte Bode.
Als überaus wichtig bezeichnete der Minister die multifunktionale Ausrichtung der niedersächsischen Seehäfen, die als echte Universalhäfen weit weniger von der Krise getroffen wären als die reinen Containerhäfen. So sei es ein positives Signal, dass der teils drastische Abwärtstrend des ersten Halbjahres 2009 gestoppt werden konnte. "Auch wenn der Güterumschlag 2009 in unseren Seehäfen gegenüber dem Vorjahr rückläufig war, so bin ich doch fest davon überzeugt, dass unsere Investitionsmittel in den geplanten Infrastrukturprojekten gut angelegt sind", sagte Bode.
Zu den Investitionen des Landes in die niedersächsischen Seehäfen:
In Brake wird derzeit ein zweiter Großschiffsliegeplatz gebaut, der aufgrund einer Vereinbarung mit der Salzgitter AG, die den Bau durch ein Darlehen vorfinanziert, vorgezogen werden konnte.
Für rund 59 Millionen Euro wird in den nächsten Jahren die Nesserlander Schleuse in Emden als wichtiger Zugang zum Emder Binnenhafen saniert. Da die Flächenkapazitäten im bestehenden Emder Hafen nahezu erschöpft sind, werden bereits jetzt Überlegungen angestellt, um den Hafen mittel- bis langfristig weiter auszubauen.
Die Offshore-Industrie wird Wachstumsimpulse für den gesamten niedersächsischen Küstenraum mit sich bringen und die Wirtschaftsachse Küste stärken. Die Zahl der direkt in der niedersächsischen Offshore-Industrie Beschäftigten ist bereits vor der Installation des ersten kommerziellen deutschen Offshore-Windkraftwerks auf über 2.000 angestiegen. Um das hohe Potenzial dieser Branche optimal zu nutzen, wird das Land die Offshore-Basisstandorte in den kommenden Jahren weiter ausbauen. So wird etwa im Anschluss an die gerade fertig gestellte Offshore-Basis Cuxhaven in östliche Richtung ein weiteres Hafen- und Gewerbegebiet in einer Größe von etwa 80 Hektar Fläche entstehen. Die Landesregierung, die Stadt Cuxhaven und NPorts bemühen sich nach Kräften, auch diese Industrieflächen und Hafeninfrastrukturanlagen kurzfristig zu realisieren.
Der Ausbau der Niedersachsenbrücke in Wilhelmshaven wird bereits in diesem Jahr zu deutlichen Mengensteigerungen im Kohlebereich in Wilhelmshaven führen. Wilhelmshaven wird damit neben Rotterdam zum zweiten Europäischen Tiefwasserhafen für Kohlelogistik. Die Fertigstellung der Ausbaumaßnahme ist für Ende 2010 vorgesehen, das Investitionsvolumen von Landesseite beträgt rund 25 Millionen Euro.
Die Hafenbauarbeiten zur Errichtung des JadeWeserPort schreiten zügig voran und liegen derzeit vor der Soll-Leistung. Die Straßenbauarbeiten und die gleisseitige Erschließung befinden sich ebenfalls im Terminplan. Im November 2011 sollen die ersten 1.000 Meter der Kajenkante fertig sein, dann sollen dort die ersten Schiffe festmachen.
Die vollständige Präsentation der Seehäfenbilanz 2009 ist im Internet unter www.mw.niedersachsen.de als Anlage zu dieser Presseinformation abrufbar.