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Arbeitsmarktpolitik Niedersachsen 2010 - Landesregierung setzt auf Ausbildung und Qualifizierung

Arbeitsminister Jörg Bode zieht Bilanz und erläutert Risiken und Chancen der Arbeitsmarktentwicklung:

HANNOVER. Niedersachsen hat das Krisenjahr 2009 besser überstanden als die anderen westdeutschen Länder. Dies gilt insbesondere für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Trotz eines historischen Einbruches der Wirtschaftsleistung ist die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen im Jahr 2009 weit unterdurchschnittlich um lediglich 1,4 % gestiegen. Dies war der geringste Anstieg aller westdeutschen Bundesländer. Bundesweit stieg die Arbeitslosigkeit dagegen um 4,8 %, in den Westländern sogar um 8,2 %.

Trotz Wirtschaftskrise nahm die Zahl der Erwerbstätigen in Niedersachsen mit 0,4 % sogar noch zu. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war mit rund 2,415 Mio. stabil. "Dies ist ein erfreulicher Beleg für die robuste Verfassung des niedersächsischen Arbeitsmarktes", so Minister Bode.

Die Arbeitslosigkeit habe damit in den Jahren 2008 und 2009 den niedrigsten Stand seit 12 Jahren erreicht (siehe Schaubild 1 der Anlage). Auch die Jugendarbeitslosigkeit sei mit rund 33.000 Personen im Jahr 2009 (bzw. rund 31.700 im Jahr 2008) um rund ein Drittel niedriger als in den Vorjahren (siehe Schaubild 5 der Anlage).

Im Ländervergleich hat sich die niedersächsische Position in den letzten Jahren deutlich verbessert. Während Niedersachsen im Jahr 2003 noch den 9. Platz belegte, ist das Land nun im Arbeitsmarktranking der Länder in den Jahren bis 2009 deutlich nach vorne gerückt und steht stabil auf den Plätzen 5 und 6.

"Dies ist auch ein Erfolg unser konsequenten Politik für Wachstum und Beschäftigung", so der Minister. "Dabei gehen Wirtschaft, Arbeits- und Infrastrukturpolitik Hand in Hand."

Auch die Arbeitsförderung des Ministeriums hat im Jahr 2009 zu dieser guten Entwicklung beigetragen. Mit einem Volumen von 30 Mio. Euro konnten insgesamt rund 15.000 Personen durch Qualifizierung und andere Maßnahmen zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt unterstützt werden. Wichtig war auch die erfolgreiche Umsetzung der Kurzarbeit und der begleitenden Qualifizierung durch die Arbeitsverwaltung, wozu die enge Zusammenarbeit von Arbeitsverwaltung, Sozialpartnern und Land wichtige Beiträge geleistet hat.

Ausblick 2010: Krise kommt auf dem Arbeitsmarkt an

"Wir teilen die Einschätzung der NIHK und rechnen für 2010 mit einem deutlichen Wirtschaftswachstum von 2 %. Trotzdem wird die Arbeitslosigkeit auch in Niedersachsen steigen" so Minister Bode in seinem Ausblick auf das Jahr 2010.

Durch den bisher weitgehenden Verzicht auf Entlassungen und die Nutzung von Kurzarbeit, hätten die Betriebe erhebliche Produktivitätsspielräume, um auch eine deutlich verbesserte Auftragslage und eine höhere Produktion ohne Neueinstellungen zu bewältigen. Deshalb liege die Beschäftigungsschwelle derzeit höher als üblich. Die Betriebe, die nicht von der Konjunkturbelebung profitieren, werden ihren Personalbedarf anpassen müssen. Deshalb sei auch bei positivem Konjunkturverlauf ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu befürchten.

Die Regionaldirektion Niedersachsen–Bremen der Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahl in Niedersachsen von 308.000 im Jahresdurchschnitt 2009 auf rund 340.000 im Jahr 2010 ansteigen könnte. Trotz der schwersten Wirtschaftskrise seit der Nachkriegszeit würde damit die von der Bundesagentur für Arbeit prognostizierte Arbeitslosigkeit in Niedersachsen für 2010 noch immer um rund 10 Prozent niedriger als im Jahr 2003 liegen. "Ich bin da allerdings optimistischer und erwarte, dass dieses Niveau im Jahresdurchschnitt 2010 nicht erreicht wird", so Minister Bode.

Landesregierung steuert aktiv gegen – Schwerpunkte der Arbeitsmarktpolitik 2010

"Die Arbeitsmarktpolitik des Ministeriums steht zukünftig unter dem Leitmotiv "Auf eigenen Beinen stehen". Wir wollen damit verdeutlichen, dass unsere Arbeitsmarktpolitik vor allem auf die Integration in den ersten Arbeitsmarkt ausgerichtet ist", so Bode.

Die Arbeitsmarktpolitik des Arbeitsministeriums gliedert sich zukünftig in 5 Bereiche:

  • Einstellungen erleichtern,
  • Menschen qualifizieren – den Fachkräftebedarf decken,
  • Jungen Menschen Chancen geben,
  • Arbeitslosigkeit vermeiden - Brücken in Beschäftigung bauen und
  • Niedersachsen gründet – neue Firmen, neue Arbeitsplätze.

"2010 werden wir unsere Anstrengungen nochmals intensivieren, um die Krise bestmöglich abzufedern" so Bode. "Dafür stellen wir im Jahr 2010 rund 20 Prozent mehr Mittel bereit und können entsprechend noch mehr Menschen unterstützen."

Ausgewählte Schwerpunkte der Arbeitsmarktpolitik im Jahr 2010:

  • Die Unterzeichnung des Niedersächsischen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs 2010-2013 am 9. Februar 2010. Zusätzlich zu dem bisherigen Ziel, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Angebot zu unterbreiten, wird künftig der Aspekt der Fachkräftesicherung stärker in den Fokus des Paktes gerückt.
  • Weitere Aktivitäten im Rahmen der Qualifizierungsoffensive Niedersachsen. Dazu wird die Weiterbildungsförderung nochmals intensiviert und es werden Beratertagungen zum Austausch guter Praxisbeispiele organisiert. Ferner wird im September erneut eine landesweite "Woche der Weiterbildung" stattfinden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung einer familienbewussten Arbeitswelt durch gemeinsame Aktivitäten zusammen mit dem Sozialministerium (z.B. Öffentlichkeitsarbeit und KMU-Förderung des "audit berufundfamilie").
  • Eine verstärkte Fokussierung auf die Zielgruppe der Migrantinnen und Migranten z.B. durch die Förderung von kooperativen Arbeitsmarktprojekten für Migranten/innen in den Regionen und einen besonderen Schwerpunkt auf Migranten/innen im Rahmen des Förderprogramms "Arbeit durch Qualifizierung" (AdQ) für die Zielgruppe Arbeitslose.

Weitere Informationen zur Arbeitsmarktpolitik des Ministeriums sowie konkrete Förderangebote finden Sie unter: www.auf-eigenen-beinen-stehen.niedersachsen.de.

Die Schaubilder zur Presseinformation finden Sie in der Anlage.

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Artikel-Informationen

02.02.2010

Ansprechpartner:
Silke Schaar

Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Friedrichswall 1
30159 Hannover
Tel: (0511) 120-5425
Fax: (0511) 120-995425

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