Die Stimmung der Sicherheitsdienstleister hat sich im Frühjahr 2007 weiter verbessert. Die veränderte Sicherheitslage, verstärkte Vorsorge, subjektives Unwohlsein und die Ressourcenknappheit des Staates führen dazu, dass die Unternehmen der Sicherheitswirtschaft in den vergangenen Jahren einen deutlichen Aufschwung erlebt haben. Die Sicherheitsunternehmen berichten von einem weiteren Anstieg nach Sicherheitsleistungen aus einer Hand. Insbesondere im Geschäftskundenbereich werden integrierte Systeme für mehrere Werke, Standorte und Geschäftsstellen nachgefragt. Themen wie Industriespionage, Absicherung von Gebäuden und Geländen sowie Vandalismus sind für Unternehmen weiterhin sehr wichtig. Die gute Lage schlägt sich wiederum in gestiegenen Geschäftsausichten nieder. Mit besseren Geschäften in den nächsten zwölf Monaten rechnen 34 Prozent der Betriebe. Die Investitionspläne der Sicherheitsdienstleister verharren auf dem Niveau vom Herbst 2006. Investitionsimpulse sind in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Wie schon im Herbst 2006 geben 17 Prozent der Unternehmen an, ihre Investitionen erhöhen zu wollen, 23 Prozent bekunden restriktive Investitionspläne. Die Beschäftigungspläne für 2007 sind positiv: Der Beschäftigungssaldo zeigt einen sprunghaften Anstieg um 16 Prozentpunkte auf plus zehn Prozentpunkte. 27 Prozent der Betriebe planen mehr Personal einzustellen, 56 Prozent werden den Mitarbeiterstamm stabil halten und 17 Prozent beabsichtigen Personal zu reduzieren. Damit bekundet die Sicherheitswirtschaft die besten Beschäftigungspläne seit viereinhalb Jahren (Quelle: DIHK-DIENSTLEISTUNGSREPORT Frühjahr 2007).
Zugleich erlebt die Sicherheitswirtschaft aber auch steigende Anforderungen an die Qualität ihrer Dienstleistung. Zum einen hat der Staat seine Anforderungen an die Erlaubnisfähigkeit der Betriebe sowie an die Ausübung der Tätigkeiten erhöht. Mit dem neuen Bewachungsrecht ist seit Anfang 2003 die "Unterrichtung für das Bewachungsgewerbe" inhaltlich und stundenmäßig deutlich ausgeweitet worden. So werden jetzt insbesondere die Themenfelder Datenschutzrecht sowie "Verhalten in Gefahrensituationen und Deeskalationstechniken" deutlich stärker vermittelt. Neu ist auch eine spezielle Sachkundeprüfung, die all diejenigen, die in ihrer Berufsausübung insbesondere im öffentlichen Raum tätig sind, absolvieren müssen. Niemand soll als City-Streife, als Ladendetektiv oder im Einlassbereich von Diskotheken arbeiten dürfen, der nicht speziell auf diese besonderen Situationen vorbereitet ist.
Auf der anderen Seite hat das Sicherheitsgewerbe selbst erkannt, dass nur mehr Qualität die Branche vor Imageschaden bewahren kann. Fehlverhalten von Bewachungspersonal führt schnell zur "Schwarzer-Sheriff"-Schlagzeile mit entsprechenden Konsequenzen für das Außenbild der Branche insgesamt. Konsequenterweise haben viele Unternehmen in der Vergangenheit mit freiwilligen Schulungsmaßnahmen für das Personal begonnen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser auf die Eventualitäten ihrer Einsätze vorzubereiten.
Mit dem neu geschaffenen Ausbildungsberuf "Fachkraft für Schutz und Sicherheit" gibt es darüber hinaus jetzt die Möglichkeit, Nachwuchs selbst branchengerecht zu qualifizieren und damit der Entwicklungsdynamik dieses Dienstleistungsbereichs eine fundierte Basis zu geben.
Perspektiven
Die Geschäftsentwicklung bleibt positiv. Die guten konjunkturellen Aussichten stützen den Optimismus der Sicherheitswirtschaft. Die Unternehmen der Sicherheitswirtschaft stehen allerdings unter starker öffentlicher Beobachtung und zudem in einem starken Wettbewerb bei sinkenden Preisen. Die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Gesamtqualität des Angebotes des jeweiligen Unternehmens werden ausschlaggebend für den künftigen Erfolg sein.
Ansprechpartner
Herr Michael Kasten, Tel. 0511/120-5572
Herr Christian Mohr, Tel. 0511/120-5593