klar

Wie die Beschäftigten die Arbeitsbedingungen in Niedersachsen beurteilen

DGB-Index "Gute Arbeit" - Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten


Im Jahr 2016 hat das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die Ausweitung der Beschäftigtenbefragung zum DGB-Index „Gute Arbeit" beauftragt. Der DGB-Index „Gute Arbeit" ist eine gemeinschaftliche Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes und seiner Mitgliedsgewerkschaften zur Messung der Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten. Das Projekt wurde im Jahr 2007 gestartet. Seitdem kommen in einer jährlichen bundesweiten Repräsentativerhebung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus allen Regionen, Branchen, Einkommensgruppen und Beschäftigungsverhältnissen hinsichtlich einer großen Bandbreite von Kriterien der Arbeitsqualität zu Wort.

Um für Niedersachsen erstmals repräsentative Ergebnisse zu erhalten, wurden über 1.000 Beschäftigte aus Niedersachsen befragt, wie sie persönlich ihre Arbeitsbedingungen bewerten, z. B. ihre Arbeitszeiten, Entgelte, soziale Sicherung, physische und psychische Anforderungen am Arbeitsplatz. In der Erhebung wurde auch ein Schwerpunkt auf die möglichen Auswirkungen der „Digitalisierung" auf die Arbeitsqualität gelegt.

Der Durchschnittswert des Index „Gute Arbeit" liegt niedersachsenweit mit 62 Punkten im mittleren Bereich (Höchstwert 100 Punkte). Die überwiegende Mehrheit der niedersächsischen Beschäftigten identifiziert sich mit dem „eigenen" Betrieb. Besonders gut wurden die Kriterien „Sinn der Arbeit" (80 Punkte), „Arbeitszeitlage" (74 Punkte) und „Beschäftigungssicherheit" (76 Punkte) bewertet. Abstriche in der Bewertung gab es im Bereich „Arbeitsintensität" (49 Punkte), „Einkommen" (49 Punkte) sowie „Betriebliche Sozialleistungen" (50 Punkte).

Beim Thema Digitalisierung gaben die Befragten an, dass die zunehmende Digitalisierung im Bereich der elektronischen Kommunikation die Flexibilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhöhe, aber auch die Arbeitsverdichtung zunehme. So gab ein Drittel der Befragten an, sich oft oder sogar sehr häufig der digitalen Technik „ausgeliefert" zu fühlen. Zwischen 40 und 46 Prozent der niedersächsischen Beschäftigten sagten, dass die zu bewältigende Arbeitsmenge sowie die Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung insgesamt zugenommen haben. Die Flexibilität, Arbeit von zu Hause oder von unterwegs zu erledigen, ist hingegen bei einem Viertel der Befragten gestiegen. Wobei Männer fast doppelt so stark wie Frauen hinsichtlich der Flexibilität und Vereinbarkeit von Familie und Beruf von einer zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt profitieren.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln