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Seehäfen in Niedersachsen

Niedersachsen hat 39 Seehäfen. 15 Häfen gehören dem Land (u. a. Baltrum, Bensersiel, Fedderwardersiel, Großensiel, Hooksiel, Langeoog, Norddeich, Norderney, Spiekeroog, Wangerooge). Davon sind fünf Häfen (Brake, Cuxhaven, Emden, Stade-Bützfleth und Wilhelmshaven) als Infrastruktureinrichtung und wirtschaftlich für das Land von besonderem Interesse. 21 Häfen gehören den Kommunen (u. a. Oldenburg, Papenburg, Leer, Wilhelmshaven und Elsfleth). Nordenham steht als einziger Seehafen im privaten Eigentum der Rhenus-Midgard.

Die 15 landeseigenen Seehäfen repräsentieren die zweitstärkste Hafengruppe Deutschlands und verkörpern einen gegenwärtigen Sachwert von über 600 Mio. € (ohne JadeWeserPort). Dabei ist die niedersächsische Hafenlandschaft von einer großen Heterogenität der Häfen gekennzeichnet. Während im Hafen Emden z. B. das Autoumschlagsgeschäft von Volkswagen dominiert, ist es in Brake der Massenumschlag von Getreide und Futtermitteln oder auf den Inselversorgungshäfen die Beförderung von Passagieren.


Die niedersächsischen Seehäfen haben eine erhebliche regionalwirtschaftliche und strukturpolitische Bedeutung für die Küstenregion in Niedersachsen. Sie liegen durchweg in strukturschwachen Regionen. Die durch die Häfen entstehenden Arbeitsplätze sind deshalb für die Gebiete an der Küste von besonderer Wichtigkeit.


In den landeseigenen Häfen hat Niedersachsen über seine Gesellschaft Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts) in den vergangenen Jahren stark in den Ausbau der Hafeninfrastruktur investiert. NPorts ist am 1. Januar 2005 aus der ehemaligen Häfen- und Schifffahrtsverwaltung des Landes Niedersachsen hervorgegangen. Das Unternehmen ist für den Bau, die Unterhaltung und den Betrieb des Hafensystems verantwortlich. Ein wesentlicher Tätigkeitsbereich ist das Management der umfangreichen Hafenflächen und -immobilien. Ziel des Unternehmens ist, auf diesen Flächen zukunftsorientierte, hafenaffine Unternehmen anzusiedeln. Attraktive Industrie- und Gewerbeflächen in unmittelbarer Nähe zu den Hafenanlagen bzw. zum seeschifftiefen Fahrwasser bieten besondere Standort- und Wettbewerbsvorteile. Niedersachsen Ports bietet solche kurz- und mittelfristig verfügbaren Flächen und Gebäude in seinen Häfen an.


Niedersachsen Ports befindet sich zu 100 % in Landesbesitz. Der Betrieb der Häfen bleibt als Landesaufgabe erhalten und wird in einer anderen Organisationsform durchgeführt. Damit sind Strukturen geschaffen, die es ermöglichen, flexibler als in Form einer öffentlichen Verwaltung auf die wechselnden Anforderungen beim Betrieb der Häfen zu agieren und zu reagieren.


Die Seaports of Niedersachsen GmbH repräsentiert neun der 15 landeseigenen, niedersächsischen Seehäfen mit zahlreichen Hafenumschlagsunternehmen, überregional aktiven Logistik-Netzwerken und Spezialisten für Hafendienstleistungen aller Art. Zusammen bilden die Hafenstandorte an Elbe, Weser, Jade und Ems eine der bedeutendsten deutschen Fracht-Drehscheiben. Als Hafenmarketinggesellschaft kommuniziert die Seaports of Niedersachsen GmbH die vielfältigen Leistungen der niedersächsischen Seehafenstandorte auf dem Weltmarkt.


Ein zentraler Baustein der niedersächsischen Hafeninfrastruktur ist der Container-Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven, der JadeWeserPort. In idealer geografischer Lage und mit besten Verbindungen zu den europäischen Wirtschaftszentren bietet der einzige Tiefwasserhafen in Deutschland Premium-Service für die größten Containerschiffe. Die seewärtigen Vorteile des Standorts sind bestechend: 18 Meter Fahrwassertiefe und eine kurze Revierfahrt von 23 Seemeilen. Damit ist der JadeWeserPort auch für zukünftige Generationen von Großcontainerschiffen mit einer Kapazität von über 18.000 TEU besonders geeignet. Selbst Giganten mit einer Länge von bis zu 430 Metern und Tiefgängen bis zu 16,50 Metern werden den JadeWeserPort tideunabhängig und ohne Wartezeiten problemlos erreichen können.


Im direkt daran anschließenden Güterverkehrszentrum (GVZ) Wilhelmshaven stehen für Unternehmen optimale Ansiedlungsflächen zur Verfügung. Vor allem hafennahe Dienstleister und Logistikunternehmen, aber auch Industriebetriebe finden auf insgesamt 160 Hektar optimale Standortbedingungen vor. Die Bundesautobahn A 29 endet unmittelbar vor dem Güterverkehrszentrum und der Logistikzone. Hinzu kommen leistungsfähige Anschlüsse an den Verkehrsträger Bahn mit einem KV-Terminal und der 16-gleisigen Vorstellgruppe (weitere GVZ in Niedersachsen: siehe Verkehr/Logistik/Güterverkehrszentren).


Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ist Hafenbehörde für insgesamt 24 Seehäfen und somit dort verantwortlich für die Gefahrenabwehr in Hafenangelegenheiten. Rechtliche Grundlage für die hier wahrzunehmenden Aufgaben ist die Niedersächsische Hafenordnung (NHafenO) vom 25. Januar 2007 (Nds. GVBl. 4/2007, S. 62). Die NHafenO gibt dabei u. a. vor, dass die Bereiche der Häfen durch die Hafenbehörde per Allgemeinverfügung festzulegen sind. Nebenstehend sind diese für die einzelnen Häfen aufgeführt.


Die Häfen Nordenham und Wilhelmshaven bestehen aus verschiedenen einzelnen Hafenbereichen, während für die anderen Häfen jeweils nur ein Bereich festzulegen war.


In Niedersachsen gibt es darüber hinaus Hafenbehörden auch bei einigen Landkreisen und kreisfreien Städten. Soweit von dort Hafenbereiche per Allgemeinverfügung festgelegt wurden, können Einzelheiten direkt dort nachgefragt werden.

Zu den Aufgaben des Ministeriums gehört zudem der Bereich Hafensicherheit/Port Security für alle betroffenen Hafenanlagen und Häfen in Niedersachsen.

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