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Chemie in Niedersachsen

Die chemische Industrie ist eine bedeutende Branche in und für Niedersachsen. Mit einem Umsatz von rund 10 Mrd. Euro und einer Exportquote von über 60 % ist sie die viertgrößte Industriebranche und mit über 24.000 Beschäftigten in rund 150 Betrieben (> 20 Mitarbeiter) ein bedeutender Arbeitgeber.

Neben einigen internationalen Konzernen ist die niedersächsische Chemiebranche überwiegend mittelständisch strukturiert. Viele Betriebe haben ihren Sitz in insgesamt sechs Chemiestandorten: in Stade, Wilhelmshaven, Walsrode, Seelze, Lingen und Goslar, in denen Dienstleistungen z.B. für Energie und Logistik gemeinsam genutzt werden.

Als Produzent und Anbieter von anorganischen und organischen Grundstoffen über Arzneimittel, Duftstoffe und Aromen, Farben und Lacke, Reinigungs- und Körperpflegemittel, Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel bis hin zu speziellen Beschichtungsstoffen, Spezialkunststoffen sowie einer Vielzahl weiterer Produkte ist die chemische Industrie für viele andere Industriebranchen ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette. Nur etwa 10 Prozent der Chemieprodukte gehen direkt an den Endverbraucher. Größte Kunden sind Kunststoffverarbeiter, Auto-, Verpackungs- und Bauindustrie. Die Chemiebranche ist auch ein wichtiger Abnehmer von Mineralölerzeugnissen, Strom, Gas, Maschinen und logistischen Dienstleistungen.


Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr engagiert sich für die Stärkung des Chemiestandortes. Im Norden des Landes unterstützt es die Tätigkeit des Vereins "ChemCoast e.V." www.chemcoast.de. Das zentrale Projekt des ChemCoast ist es, eine Wertschöpfungskette rund um aus Windenergie hergestelltem Wasserstoff aufzubauen.

Im Süden des Landes wurde im Sommer 2016 das Chemienetzwerk Harz www.chemienetzwerk.de gegründet. Das Netzwerk soll die hier ansässigen Unternehmen, die sich überwiegend mit der Herstellung von chemischen Grundstoffen sowie speziellen Metallen und Metallverbindungen beschäftigen, bei der Entwicklung neuer Produkte, Fragen zur Energieeffizienz sowie Gewinnung von Fachkräften unterstützen. Ein wichtiges Ziel ist die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft über kooperative Ansätze und in enger Zusammenarbeit z.B. mit der TU Clausthal und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Niedersächsische Interessen werden auch durch den Arbeitskreis "Europäische Chemikalienpolitik", der sich mit der REACH-Verordnung (REACH: Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) befasst, vertreten. Unter der Federführung des Niedersächsischen Umweltministeriums ist neben Unternehmen, Umweltverbänden und öffentlichen Stellen auch das Wirtschaftsministerium vertreten.









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