Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr klar

Luft- und Raumfahrtindustrie

Standortprofil des Luft- und Raumfahrtstandortes Niedersachsen:

Die Luft- und Raumfahrt gilt als Hoch- und Spitzentechnologiebranche und als wesentlicher Treiber für strategische Schlüsselinnovationen des 21. Jahrhunderts. In dieser Branche sind landesweit ca. 30.000 Beschäftigte in rund 260 Unternehmen tätig. Bestandteil der Branche sind aber auch Zulieferer, eine Vielzahl innovativer kleiner und mittelständischer Unternehmen, die sich auf rund 350 Einzelstandorte landesweit verteilen und die Gesamtheit der Wertschöpfungskette abbilden. Geografisch lässt sich Niedersachsen in die LuR-Schwerpunktregionen Hannover, Braunschweig und Nord-Niedersachsen unterteilen.

Die Schwerpunktregion Nord-Niedersachsen umfasst das Airbuswerk in Stade und die Werke von Premium Aerotec in Nordenham und Varel sowie die dort jeweils integrierte weitere Zuliefererindustrie. Dementsprechend liegt in der LuR-Region der Fokus auf der industriellen Fertigung und Entwicklung von Flugzeugkomponenten und -strukturen. Leuchtturmprojekt der Region ist das CFK-Valley Stade. Stade ist schon heute der bedeutendste Fertigungsstandort für CFK-Leichtbaustrukturen in Europa. Das in Stade aufgebaute Netzwerk bringt CFK-Akteure aus vielen verschiedenen Branchen zusammen.

Die LuR-Schwerpunktregion Hannover zeichnet sich durch ein hohes Angebot im Logistik-, IT- und Dienstleistungssektor aus. Mit dem Flughafen Hannover-Langenhagen verfügt Niedersachsen über eine leistungsstarke Infrastruktur und internationale Marktzugänge. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung zeigt sich nicht zuletzt durch den Erfolg des Airport Business Parks, der als ein fester Bestandteil der Wirtschafsstruktur des Bundeslandes integriert und ein Magnet für Ansiedlungsprojekte über die Branchengrenzen hinaus ist. Allein am Flughafen Hannover und seinen Anrainern sind rund 8.000 Personen beschäftigt. Neben dem Luftverkehrswesen ist das Marktsegment MRO eine tragende Stütze der LuR-Region. Das Zentrum der LuR-Region Braunschweig ist der Forschungsflughafen, dessen regionales Netzwerk von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden eine einzigartige Konzentration von LuR-Kompetenzen darstellt. Im Fokus stehen Anwendungen aus den Bereichen Luftsicherheit, Telematik, Navigation und Simulation. Aufgrund der regionalen Wirtschaftsstruktur ist zudem ein branchenübergreifender Wissens- und Technologietransfer, insbesondere zum Automobil- und Eisenbahnsektor, in vorbildlicher Art und Weise gegeben.

Luft- und Raumfahrtinitiative Niedersachsen "Niedersachsen Aviation":

Aufgrund der Bedeutung der LuR-Branche für den Standort wurde im Jahr 2007 das "Strategie- und Handlungskonzept für den Luftfahrtstandort Niedersachsen" erarbeitet. Kern der Studie ist die Empfehlung der Gründung einer Landesinitiative zur Umsetzung von Maßnahmen zur Stärkung des Luft- und Raumfahrtstandortes Niedersachsen. Hierfür wurde von Seiten des Ministeriums in 2008 im Rahmen einer Ausschreibung ein geeigneter Dienstleister für eine entsprechende Geschäftstelle gesucht und gefunden. Dieser wurde im Oktober 2008 mit der Umsetzung der Luft- und Raumfahrtinitiative Niedersachsen beauftragt.

Ziel der Landesinitiative Niedersachsen Aviation ist die nachhaltige Stärkung der nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Luft- und Raumfahrtstandortes Niedersachsen und damit einhergehend der Ausbau Niedersachsens als Mobilitätsland. Zentrale Handlungsfelder der Landesinitiative liegen in den Bereichen der Netzwerkbildung und -koordination mit den branchenrelevanten Akteuren in Niedersachsen. Hierbei ist die Schaffung transparenter Markplätze und damit der Möglichkeit brancheninterner Kooperationen eine wesentliche Aktivität der Geschäftstelle. Darüber hinaus bestehen Handlungsfelder im Bereich der Marktbeobachtung, der Informationsbereitstellung und daraus folgender Technologie- und Wissenstransfer innerhalb der Branche oder mit anderen Branchen. Ebenso ist die Profilierung und Repräsentanz des Luft- und Raumfahrtstandortes Niedersachsen ein zentrales Handlungsfeld ebenso wie die Bereitstellung dafür passender Plattformen für die niedersächsischen Branchenakteure.

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