Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr klar

Reedereien und Schifffahrt

Reedereien

In Niedersachsen gibt es rd. 120 Reedereien mit knapp 24.000 Beschäftigten an Land und an Bord, die in verschiedenen Geschäftsfeldern aktiv sind. Das Portfolio reicht von Containerschiffen, Öl-, Gas- und Produktentankern über Projekt- und Schwergutschiffe bis hin zur Spezial- und Forschungsschifffahrt.


Niedersachsen ist damit nach Hamburg zweitgrößter Schifffahrtsstandort in Deutschland. Dies gilt auch für die Anzahl der bereederten Schiffe. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) bereedern niedersächsische Schifffahrtsunternehmen 1.69 Handelsschiffe (Stand 30.06.2015).


Regionale Schwerpunkte der Branche, die sich durch eine breite mittelständisch geprägte Struktur auszeichnet, sind nach der Anzahl der Unternehmen der Landkreis Stade an der Unterelbe sowie der Wirtschaftsraum Ems-Achse. Gemessen an der bereederten Flotte verteilen sich die größten Unternehmensstandorte auf die Landkreise Stade, Leer und Emsland.


Profitierte die deutsche Seeschifffahrt lange Zeit vom starken Wachstum des internationalen Warenhandels, so leidet sie als Folge der seit 2009 andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise massiv unter nicht auskömmlichen Charterraten. Die Erholung der Weltwirtschaft nach dem Einbruch brachte bislang noch keine generelle Erholung mit sich, denn die Ungleichgewichte auf dem Markt zwischen Angebot und Nachfrage sind noch immer zu groß. Rückgänge in den Orderbüchern und Verschrottungen werden überlagert von der Zahl der in den letzten Jahren bestellten Schiffe, die nun zur Auslieferung gelangen.


Prognosen hinsichtlich einer durchgreifenden Erholung des Marktes sind nach wie vor sehr vorsichtig. Erschwerend kommt für die Schifffahrtsunternehmen die aktuelle Situation in der Schiffsfinanzierung hinzu, denn der Zugang zu Kapital ist nachhaltig schwieriger geworden.

Die Landesregierung befindet sich in ständigem Dialog mit allen wichtigen Akteuren, insbesondere mit den Reedern und Bankenvertretern. Ziel ist es, den Niedersächsischen Schifffahrtsstandort nachdrücklich zu stärken.


Darüber hinaus werden die Küstenländer gemeinsam aktiv, wenn es gilt, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die den gesamten Schifffahrtsstandort Deutschland zukunftsfähig machen sollen. Beispielhaft genannt sei an dieser Stelle die Initiative der Länder über den Bundesrat zur Erhöhung des Lohnsteuereinbalts von 40% auf 100%, die seit Juni 2016 in Kraft getreten ist.


Aber auch durch das Maritime Bündnis für Ausbildung und Beschäftigung in der Seeschifffahrt werden seit seiner Gründung im Jahre 2003 wichtige gemeinsame Initiativen von Bund, Ländern und Verbänden entwickelt und auf den Weg gebracht.

Schifffahrt

Nach dem Grundgesetz ist der Bund für die Schifffahrt und die Länder für die Häfen zuständig. Die Länder haben durch den Bundesrat die Möglichkeit auf die Gesetzgebung des Bundes im Schifffahrtsbereich Einfluss zu nehmen.


Die internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO und die EU, in denen Deutschland Mitglied ist, setzen Rahmenbedingungen, die auch für Niedersachsen eine erhebliche Rolle spielen. Es kommt deswegen darauf an, die Interessen des Landes in diesen Organisationen zielorientiert zu vertreten.

Für die Ausbildung in der Seeschifffahrt sind das Kultus- und das Wissenschaftsressort zuständig.

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