klar

Plenum 2. Februar 2017 - Mündliche Anfragen

Frage 13


Digitale Warnschilder auf der A2 - Wann und wo?

Abgeordneter Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (CDU)

Antwort des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr namens der Landesregierung

Vorbemerkung der Abgeordneten

Am 13. September 2016 gab das Niedersächsische Verkehrsministerium eine Pressemitteilung mit dem Titel „Minister Lies: ‚Besserer Verkehrsfluss, mehr Sicherheit'" heraus. Im ersten Absatz dieser Pressemitteilung wird über die Installation von zehn hochmodernen digitalen Hinweisschildern in den nächsten Wochen berichtet. Wörtlich heißt es: „Der Probebetrieb der Anlage wird im November aufgenommen, der eigentliche Betrieb beginnt voraussichtlich im Dezember."

Am 3. Januar 2017 berichtet NDR.de unter der Überschrift „Neue Baustellen: So wird 2017 auf den Autobahnen", dass auch im Jahr 2017 auf Niedersachsens Straßen viel gebaut werde und Autofahrer sich dementsprechend auf einige Behinderungen einzustellen hätten. Im zweiten Absatz des Artikels unter der Überschrift: „Digitale Warnschilder sollen Unfälle auf A2 verhindern" heißt es, es solle „demnächst mit digitalen Warnschildern frühzeitig auf die Gefahrenschwerpunkte hingewiesen werden. Sie sollen im Frühjahr installiert werden".

Bezug nimmt dieser Absatz ebenso wie die vorzitierte Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums auf den Streckenabschnitt der A2 zwischen Hannover und Helmstedt.

Vorbemerkung der Landesregierung

Die Räume Braunschweig/Wolfsburg und Hannover sind in Niedersachsen starke wirtschaftliche Zentren mit entsprechend hohem Verkehrsaufkommen. Um bei Verkehrsstörungen im Zuge der Bundesautobahn (BAB) A 2 zwischen dem Autobahnkreuz (AK) Hannover-Ost und dem Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter dem Verkehrsteilnehmer künftig Informationen zur Verkehrs- bzw. Störungslage sowie Umleitungsempfehlungen vermitteln zu können, wurde die Einrichtung einer Netzbeeinflussungsanlage (NBA) in der Autobahnnetzmasche Hannover - Braunschweig - Salzgitter (NBA H-BS-SZ) vorgesehen. An den fünf Standorten

- A7 im nördlichen Zulauf zum AK Hannover-Ost

- A2 im westlichen Zulauf zum AK Hannover-Ost

- A2 im westlichen Zulauf zum AK Braunschweig-Nord

- A39 im nördlichen Zulauf zum AK Wolfsburg/Königslutter

- A2 im östlichen Zulauf zum AK Wolfsburg/Königslutter

wurden jeweils im Abstand von etwa 750 Metern zwei „dynamische Wegweiser mit integrierten Stauinformationen" (dWiSta) errichtet.

Diese insgesamt 10 dWiSta-Anzeigequerschnitte (Verkehrszeichenbrücken) sind die in der Pressemitteilung genannten digitalen Warnschilder. Neben den bestehenden Detektoren im Zuge der BAB A2 werden 30 weitere Messquerschnitte zur Erfassung der Verkehrslage in der Netzmasche Hannover-Braunschweig-Salzgitter (A2/A391/A39/B6/A7) eingerichtet.

1. Sind die in der Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums vom 13. September 2016 zitierten digitalen Warnschilder bereits installiert und in Betrieb genommen?

Alle 10 dWiSta-Anzeigequerschnitte sind errichtet und montiert. Vor Ort finden aktuell noch restliche Erd- und Kabelarbeiten statt. Auch wurden erste Funktionstests der dWiSta-Anzeigequerschnitte im Zuge der A2 durchgeführt. Dabei identifizierte Probleme bei der Ansteuerung der Schilder werden noch behoben.

Sobald sichergestellt ist, dass alle dWiSta „telematisch" angesteuert werden können, schließen sich ein 2-wöchiger Blindbetrieb sowie ein 4-wöchiger offener Probebetrieb im für die Verkehrsteilnehmer bereits sichtbarer „Hellbetrieb" an.

2. Handelt es sich bei den in der Mitteilung des NDR vom 3. Januar 2017 zitierten digitalen Warnschildern um zusätzliche Hinweisschilder?

Nein. Die in der Mitteilung des NDR erwähnten digitalen Warnschilder beziehen sich auf die genannten 10 dWiSta-Anzeigequerschnitte der neuen Netzbeeinflussungsanlage Hannover - Braunschweig - Salzgitter.

Beispielhafte Darstellung eines dWiSta Anzeigequerschnitts für ein mögliches Störungsszenario im Zuge der BAB A2 im östlichen Zulauf des AK Wolfsburg/Königslutter in Fahrtrichtung Dortmund:


Dieses Beispiel zeigt die Anzeigeinhalte bei einem Stau auf der A2 in Fahrtrichtung Dortmund zwischen dem AK Wolfsburg/Königslutter und dem AK Braunschweig-Nord. (In diesem Fall bei einer Staulänge von 7 km hinter AK Wolfsburg/Königslutter und Stauwarnung mit VZ 114). Als Verkehrslenkungsempfehlung für den Verkehr mit dem Fernziel Hannover wird eine Alternativroute zur Umleitung des Verkehrs über die „kleine" Netzmasche im Raum Braunschweig über die A39 und A391 angeboten.

In der Steuerung der Netzbeeinflussungsanlage sind für die einzelnen dWiSta-Standorte die jeweils für diesen Standort relevanten zu erwartenden Störfallszenarien mit den entsprechenden Schildinhalten hinterlegt.

Die Gestaltungssystematik für dWiSta sieht eine Anzeige der Störungsinformation mit folgenden Inhalten vor:

- Art der Verkehrsstörung (u.a. Stau/Vollsperrung)

- Staulänge

- Staulage (hier im Bsp. hinter dem AK Wolfsburg/Königslutter).

3. Wenn nein, warum kam es zu Verzögerungen bei der laut Mitteilung des Wirtschaftsministeriums bereits für November/Dezember 2016 geplanten Inbetriebnahme der o.g. digitalen Warnschilder?

Die Mitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vom 13. September 2016 basierte auf dem damals gültigen Bauzeitenplan vom 7. September 2016. Bereits in seiner Pressemitteilung vom 16. November 2016 hat der bauausführende Geschäftsbereich Wolfenbüttel der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf eine Inbetriebnahme im Frühjahr 2017 hingewiesen.

Verzögerungen gab es durch gleichzeitig stattfindende Arbeiten zur Deckensanierung im Bereich des AK Wolfsburg/Königslutter. In Folge konnten Anzeigequerschnitte nicht planmäßig aufgestellt und an das Energieversorgungs- und Datenkommunikationsnetz angeschlossen werden. Auch die unter Nummer 1. geschilderten Probleme im Zuge der Funktionstests tragen zur Bauzeitverlängerung bei.

Minister Olaf Lies spricht im Niedersächsischen Landtag, Fotograf: Thiemo Jentsch  

Minister Olaf Lies spricht im Niedersächsischen Landtag

Artikel-Informationen

06.02.2017

Ansprechpartner/in:
Pressesprecher: Christian Haegele und Sabine Schlemmer-Kaune

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