Niedersachen klar Logo

Arbeitsmarktpolitik in Niedersachsen

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im Verlauf der Corona-Pandemie hat sich der niedersächsische Arbeitsmarkt als weitgehend robust erwiesen. Zwar haben seit Beginn der Corona-Krise im März 2020 bis Ende 2021 rund 120.300 niedersächsische Unternehmen für bis zu 1.646.700 Beschäftigte Kurzarbeit vorsorglich angezeigt. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der gemeldeten Stellen in Niedersachsen bewegt sich jedoch bereits wieder in etwa auf dem Niveau des Vorkrisenjahres.

Mit Hilfe der Kurzarbeit ebenso wie mit Hilfe vieler von der niedersächsischen Landesregierung gestarteter Initiativen ist es gelungen, die Unternehmen zu stützen und Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erhalten. Auch wenn die Pandemie im Einzelfall zu existenziellen Nöten bei Betrieben und Beschäftigten geführt hat, macht sich in vielen Branchen der zunehmende Fachkräftebedarf schon wieder bemerkbar. Denn die demografische Entwicklung ist eine Konstante, die den Arbeitsmarkt auch weiterhin maßgeblich beeinflussen wird.

Bald beginnt der Abschied der Babyboomer aus dem Berufsleben. Der Fachkräftemangel wird sich weiter verschärfen, wenn nicht entschieden gegengesteuert wird. Politik und Sozialpartner sind in der Pflicht, sich der demografischen Zeitenwende auf dem Arbeitsmarkt zu stellen, um nicht den wirtschaftlichen Erfolg des Standorts Deutschland aufs Spiel zu setzen. Zudem hat der Strukturwandel im Zuge der digitalen und ökologischen Transformation noch einmal deutlich an Fahrt hinzugewonnen. Beiden Trends gemeinsam ist ein weiter zunehmender Bedarf an qualifizierten und hochqualifizierten Fachkräften. Deshalb bleibt die Sicherung des aktuellen und zukünftigen Fachkräftebedarfs eine der großen bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen. Es gilt, das bisher Erreichte zu festigen und weitere Möglichkeiten zur Fachkräftesicherung auszuschöpfen.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen werden sich in vielfältiger Weise und nachhaltig auf die Arbeitswelt auswirken. Zu nennen ist hier die Digitalisierung, die in den nächsten Jahren zu großen Umwälzungen in der Arbeitswelt führen wird. Die derzeitige Krise verdeutlicht insbesondere aber auch das Erfordernis der stärkeren Aktivierung des Erwerbstätigenpotenzials von Frauen, die von den Folgen der Krise häufig stärker betroffen und belastet sind, sowie die Notwendigkeit „systemrelevanten“ Berufen mehr gesellschaftliche Anerkennung zukommen zu lassen, was sich in einer besseren Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen niederschlagen muss.

Die Landesregierung leitet zur Bewältigung dieser und weiterer Herausforderungen klare arbeitsmarktpolitische Schwerpunkte ab: Der eine ist das Feld der Fachkräftesicherung – auch aus Drittstaaten -, wo es deutlich zuzulegen gilt. Gleichzeitig leistet eine Aktive Arbeitsförderung einen Beitrag für sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze, verbessert den sozialen Zusammenhalt und wirkt der Spaltung des Arbeitsmarktes entgegen. Daneben ist die Arbeitsmarktpolitik darauf ausgerichtet die Qualität der Beschäftigung bzw. die Arbeitsbedingungen (weiter) zu verbessern.


zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln