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Fragen und Antworten zum 9-Euro-Ticket

Hand greift an Halteschlaufe im Bus   Bildrechte: iStock/LightFieldStudios

Als eines der größten ÖPNV-Feldversuche der letzten Jahrzehnte bietet das 9-Euro-Ticket gute Chancen, die Attraktivität des ÖPNV weiter zu erhöhen und Pendlerinnen und Pendler – zumindest temporär – finanziell zu entlasten. Im Aktionszeitraum können Sie für 9 Euro einen Monat lang im Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland fahren. Der Verkauf ist bereits gestartet, Sie haben ab dem 1. Juni 2022 freie Fahrt!

Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Ticket finden Sie hier:

Was ist das 9-Euro-Ticket?

Das 9-Euro-Ticket ist ein einmaliges Sonderangebot der Bundesregierung, um die stark gestiegenen Kraftstoff- und Energiepreise abzumildern. Es handelt sich dabei um eine Monatskarte, die bundesweit im ÖPNV und SPNV gültig ist.

Ab wann kann ich das Ticket erwerben?

Ab sofort bis zum 31.08.2022.

Wo und für welche Verkehrsmittel gilt das 9-Euro-Ticket?

Das 9-Euro-Ticket gilt bundesweit im Nahverkehr (z.B. Busse, Straßen-, U-Bahnen und Nahverkehrszüge). Es gilt nicht im Fernverkehr (z. B. ICE, IC, EC, Flixbus-/train).

Gilt das 9-Euro-Ticket im IC/EC zwischen Bremen Hauptbahnhof und Norddeich Mole?

Nein, das 9-Euro-Ticket gilt nicht im IC/EC zwischen Bremen Hbf - Norddeich Mole/Emden Außenhafen. Ausgenommen sind Bestandskunden und neue Abokunden, für diese gilt das Ticket auch auf diesem Streckenabschnitt. Sie können mit dem 9-Euro-Ticket trotzdem auch als Neukunde nach Norddeich Mole fahren. Nutzen Sie dafür einfach den Regionalexpress (RE). Auf der Strecke wechseln sich IC- und RE-Züge ab.

Gilt das Ticket auch auf den Fähren?

In der Regel nicht, weil das 9-Euro-Ticket ein Angebot für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs ist. Niedersachsen hat im Niedersächsischen Nahverkehrsgesetz definiert, was der öffentliche Personennahverkehr ist, Fähren gehören jedoch nicht dazu. Die Gemeinden können dennoch auf freiwilliger Basis den Anwendungsbereich des Tickets erweitern.

Wie lange ist das Ticket gültig?

Das 9-Euro-Ticket gilt im immer einen Monat lang vom ersten (0:00 Uhr) bis zum letzten Tag des Kalendermonats (24:00 Uhr). Es kann für die Monate Juni, Juli und August erworben werden.

Wo ist das 9-Euro-Ticket erhältlich?

Das 9-Euro-Ticket ist über verschiedene Vertriebskanäle erhältlich. Es kann je nach Anbieter z. B. über die Website, per App (u. a. FahrPlaner-App, App des jew. regionalen Verkehrsverbundes, DB Navigator usw.), an den Fahrkartenautomaten, im Ticketshop oder in Bussen gekauft werden.

Gilt es auch in der 1. Wagenklasse?

Das 9-Euro-Ticket gilt ausschließlich für die 2. Wagenklasse.

Gilt das Ticket auch für On-demand-Angebote?

Nein.

Was ist mit Jahresaboinhabern?

Sie brauchen nichts weiter zu tun. Ihr Ticket gilt im Aktionszeitraum bundesweit. Ihr Verkehrsunternehmen benachrichtigt Sie automatisch und Sie erhalten eine Erstattung oder Reduzierung des Bankeinzugs.

Wie sieht es mit Schüler-/Semester/Job- und Firmentickets aus?

Tickets im Rahmen der Schülerbeförderung, die durch Schulträger finanziert werden, sind vom 9-Euro-Ticket umfasst und werden rabattiert.

Auch Studierende sollen durch das 9-Euro-Ticket entlastet werden.

Ebenfalls werden Job- und Firmentickets auf 9 Euro rabattiert.

Wer ein entsprechendes Ticket hat, muss zunächst nichts unternehmen.

Ist das 9-Euro-Ticket übertragbar?

Nein, das Ticket ist personengebunden.

Kann ein fester Sitzplatz dazu gebucht werden?

Nein.

Können Kinder kostenlos mitfahren?

Kinder unter 6 Jahren können den ÖPNV und SPNV im Aktionszeitraum kostenfrei nutzen. Sie benötigen keine Fahrkarte. Kinder ab 6 Jahre benötigen ein eigenes 9-Euro-Ticket.

Kann ich das 9-Euro-Ticket zurückgeben?

Nein. Es ist vom Umtausch, einer Rückgabe und Erstattung ausgeschlossen.

Können Fahrräder kostenlos mitgenommen werden?

Nein, die Fahrradmitnahme ist nicht im 9-Euro-Ticket enthalten. Für die Mitnahme von Fahrrädern ist grundsätzlich eine Fahrradtageskarte pro Fahrrad zu erwerben. Dies gilt nicht für Strecken, auf denen besondere Bestimmungen zur kostenfreien Mitnahme von Fahrrädern gelten.

Können Hunde kostenlos mitgenommen werden?

Nein, Hunde benötigen eine zusätzliche Fahrkarte. Genauere Informationen, welche Fahrkarte benötigt wird, erhaltenen Sie bei dem zuständigen Verkehrsunternehmen.

Sind neben dem 9-Euro-Ticket die anderen Fahrkarten wie bisher erhältlich?

Ja.

Werden im Aktionszeitraum Ticketkontrollen durchgeführt?

Ja, es werden weiterhin die regulären Ticketkontrollen durchgeführt.

Wie viel Geld erhält Niedersachsen vom Bund für die Umsetzung?

Von den 2,5 Milliarden Euro, die für das 9-Euro-Ticket vorgesehen sind, entfallen nach Länderschlüssel 200,1 Millionen Euro auf Niedersachsen.

Gibt es Schätzungen zum zusätzlichen Fahrgastaufkommen?

Leider gibt es noch keine gesicherten Schätzungen zum zusätzlichen Fahrgastaufkommen. Dies auch nur schwer möglich. Bund und Länder rechnen vorsichtig mit ca. 30 Millionen Kunden, die das Angebot wahrnehmen werden.

Viele befürchten volle Züge. Wie wird dem vorgebeugt?

Es ist zu erwarten, dass mehr Menschen den ÖPNV nutzen. Insbesondere an den Wochenenden kann es auf stark befahrenen sowie touristischen Strecken zu einer hohen Auslastung kommen. Wir empfehlen sich vor der Fahrt über Alternativrouten zu informieren oder auf andere Tage auszuweichen.

Wo es möglich ist, werden längere Fahrzeuge eingesetzt, um die Kapazitäten zu erhöhen. Ein flächendeckender Mehreinsatz von Fahrzeugen ist aufgrund der technischen Möglichkeiten und personellen Ressourcen leider nicht möglich.

Drohen Liquiditätsprobleme bei den Verkehrsunternehmen?

Mögliche Liquiditätsprobleme bei den Verkehrsunternehmen sind ein ernsthaftes Problem. Nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie sind die Rücklagen der Unternehmen größtenteils aufgebraucht. Niedersachsen leistet daher Vorauszahlungen in Höhe von 51,6 Mio. bis die Bundesmittel zur Verfügung stehen.

Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Situation von Niedersachsens Busunternehmen ein? Ist bzgl. der Kraftstoffkosten eine Hilfe angedacht und falls ja, wie könnte diese aussehen?

Uns ist bewusst, dass die Busunternehmen in Niedersachsen angesichts der Corona-Pandemie und des Ukraine-Konflikts vor großen Herausforderungen stehen. Um den Mehraufwand für Kraftstoffkosten auszugleichen, wäre eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel der richtige Weg. Deshalb fordern die Verkehrsminister der Länder vom Bund einen Mehrkostenausgleich von bundesweit 1,5 Mrd. Euro.

Diese Mittel sollen auch zur Aufrechterhaltung des bestehenden Verkehrsangebotes im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) dienen (z. B. für laufende Betriebskosten, Infrastrukturausbau und Fahrzeugbeschaffungen für den landeseigenen Fahrzeugpool). Leider ist der Bund dieser Forderung der Länder bisher nicht gefolgt.

Niedersachsen wird sich weiterhin mit Nachdruck für eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel einsetzen. Eine erfreuliche Entwicklung ist immerhin die bevorstehende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe.

Die Länder fordern eine kontinuierliche Aufstockung der Regionalisierungsmittel. Der Bund hat die Entscheidung durch die Einsetzung einer Bund-Länder-AG zum Ausbau- und Modernisierungspakt auf die lange Bank geschoben. Welche Folgen hat dies für Niedersachsen?

Neben dem 9-Euro-Ticket ist auch eine langfristige strukturelle finanzielle Verbesserung des ÖPNV für die Mobilitätswende erforderlich. Nur so kann das von Bund und Ländern gesetzte Klimaziel einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030 erreicht werden. Die Länder haben darauf vertraut, dass der Bund seine im Koalitionsvertrag gemachte Zusage einhält, die Regionalisierungsmittel noch im Jahr 2022 zu erhöhen. Niedersachsen wird den Ausbau- und Modernisierungspakt im ÖPNV weiterhin aktiv unterstützen.

Es ist absehbar, dass mit der derzeitigen Höhe der Regionalisierungsmittel der dafür erforderliche Ausbau des ÖPNV in den nächsten Jahren nicht gestemmt werden kann. Sollten die Mittel nicht erhöht werden, müssten ggf. Infrastrukturprojekte zurückgestellt und der finanzielle Umfang des ÖPNV-Landesförderprogramms sowie die finanzielle Beteiligung des Landes an SPNV-Ausbauprogrammen der Deutschen Bahn bzw. des Bundes reduziert werden. Fahrzeugbeschaffungen für den Landesfahrzeugpool könnten nicht im erforderlichen Umfang vorgenommen werden. Zudem wäre die Finanzierung des laufenden Betriebs von wünschenswerten SPNV-Reaktivierungsprojekten im Land gefährdet. Dieser muss nämlich für den Zeitraum von 20 Jahren sichergestellt werden.

ilt das Ticket auch auf den Fähren? In der Regel nicht, weil das Neun-Euro-Ticket ein Angebot für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs ist. Niedersachsen hat im Niedersächsischen Nahverkehrsgesetz definiert, was der öffentliche Personennahverkehr ist, Fähren gehören jedoch nicht dazu. Die Gemeinden können dennoch auf freiwilliger Basis den Anwendungsbereich des Tickets erweitern.
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