Niedersachsen macht’s einfach: Niedersächsischer Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen
Niedersachsen setzt vor der Real Estate Arena ein Signal für die Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft
Eine Woche vor Beginn der Real Estate Arena 2026 haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wohnungswirtschaft, Bauwirtschaft und Immobilienbranche heute in Hannover gemeinsame Perspektiven für schnelleres, einfacheres und bezahlbareres Bauen vorgestellt. Im Mittelpunkt des Pressegesprächs im Box Tower stand der „Niedersächsische Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen“. Der Abschlussbericht des Bündnisses für bezahlbares Wohnen wurde von Niedersachsens Wirtschafts- und Bauminister Grant Hendrik Tonne und der Verbandsdirektorin des vdw Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen, Dr. Susanne Schmitt, vorgestellt.
Minister Tonne betonte die Bedeutung pragmatischer Reformen für den Wohnungsbau: „Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch immer neue Anforderungen, sondern durch kluge Vereinfachung, schnellere Verfahren und den Mut, pragmatische Lösungen umzusetzen. Wir müssen Bauen wieder einfacher, schneller und wirtschaftlicher machen.“
Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des vdw Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen: „‘Einfach mal machen‘ – dieser Devise sind wir mit dem Niedersächsischen Weg sehr nahegekommen. Uns ist es ohne große Umschweife gelungen, wesentliche Verbesserungen für den Wohnungsbau festzulegen. Das wurde höchste Zeit, denn der Nachfragedruck im preisgünstigen Mietwohnungssektor ist enorm. Eine wichtige Rolle bei der sozialen Wohnraumversorgung spielt neben dem Neubau aber der Wohnungsbestand. Der Grundgedanke des Niedersächsischen Weges muss deshalb auch für die Bestandssanierung gelten, damit wir die klimagerechte Gebäudetransformation einfacher und kostengünstiger gestalten. Jetzt ist der Bund dringend gefordert, die entsprechenden Regelungen im BGB zu ändern.“
Der „Niedersächsische Weg“ basiert auf vier zentralen Handlungsfeldern:
Basisstandards: Fokus auf das Wesentliche. Durch bewusstes Weglassen unnötiger technischer Komplexität, einfachere Bauformen oder den Verzicht auf kostenintensive Elemente wie Tiefgaragen können Baukosten deutlich reduziert werden.
Optimierte Projektplanung: Kooperative Projektstrukturen und Best-Practice-Ansätze – etwa das „Hildesheimer Modell“ – zeigen, wie durch frühzeitige Zusammenarbeit von Bauherrschaft, Planung und Bauausführung effizienter gebaut werden kann.
Digitalisierung: Digitale Bauanträge sind in Niedersachsen bei 101 Bauaufsichtsbehörden bereits möglich. Digitale Planungsmethoden wie Building Information Modeling (BIM) und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sollen Planung und Bau weiter beschleunigen.
Zügige Verfahren: Mitteilungsverfahren, Genehmigungsfiktionen und die Nutzung neuer bundesrechtlicher Möglichkeiten sollen die Zeit bis zum Baubeginn deutlich verkürzen.
Der Minister verwies darauf, dass Niedersachsen bereits zahlreiche Vereinfachungen in der Bauordnung umgesetzt habe und diesen Weg konsequent fortsetzen werde. Ziel sei es, unnötige Komplexität zu reduzieren, Verfahren zu beschleunigen und Investitionen wieder attraktiver zu machen. Tonne hob zugleich die Bedeutung der Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor: „Die Transformation unserer Städte gelingt nur gemeinsam. Politik, Kommunen, Wohnungswirtschaft, Planungsbüros und Bauwirtschaft müssen jetzt an einem Strang ziehen, damit aus Ideen schneller konkrete Projekte werden.“ Der Veranstaltungsort selbst – der ehemalige Telemoritz, heute Box Tower – stehe exemplarisch für die Zukunft der Branche: Revitalisierung, Umnutzung und die intelligente Weiterentwicklung bestehender Gebäude würden künftig eine immer größere Rolle spielen, so Tonne.
Die heute vorgestellte Roadmap wurde im Bündnis für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen gemeinsam mit rund 40 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wohnungswirtschaft, Planung und Baupraxis entwickelt. Sie setzt auf ein gemeinsames Verständnis von „intelligentem Bauen durch bewusstes Weglassen und die Konzentration auf Basisstandards“.
Die Real Estate Arena findet am 10. und 11. Juni 2026 auf dem Messegelände Hannover statt. Erwartet werden rund 400 ausstellende Unternehmen und mehr als 8.000 Besucherinnen und Besucher aus Bauwirtschaft, Wohnungswirtschaft, Projektentwicklung, Kommunen und Technologie. Im Mittelpunkt stehen Themen wie bezahlbares Wohnen, Transformation von Bestandsimmobilien, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Geschäftsmodelle für die Bau- und Immobilienwirtschaft.
Artikel-Informationen
erstellt am:
04.06.2026
