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Verkehrsminister Tonne: Dank an Lutz, doch Neuanfang notwendig

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne nimmt zum vorzeitigen Aus für Richard Lutz als Vorstandvorsitzender der Deutschen Bahn AG wie folgt Stellung:

„An erster Stelle gilt es, Richard Lutz zu danken. Richard Lutz hat über viele Jahre Verantwortung für die Deutsche Bahn übernommen und sich dabei Verdienste erworben. Das gilt für das Thema Hochleistungsnetz, mit dem ein wichtiger und richtiger Schwerpunkt gesetzt wurde, aber auch für die Gründung der DB InfraGO AG.

Gleichwohl ist es nachvollziehbar und auch konsequent, dass Bundesverkehrsminister Schnieder einen Neuanfang anstrebt und dafür eine frische Kraft an der Spitze des Bahnvorstandes sucht. Die Problemlagen bei der Deutschen Bahn haben sich in den vergangenen Jahren noch einmal massiv verschärft. Insbesondere die Pünktlichkeitswerte gingen immer weiter nach unten, von Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn kann schon lange nicht mehr die Rede sein. Aber genau das ist das Kerngeschäft, auf das wieder stärker der Fokus gerichtet werden muss. Insofern muss der kommende Personalwechsel als Chance begriffen werden, die pressierenden Handlungsbedarfe in den Griff zu bekommen.

Dabei ist auch klar: Ein neuer Kopf allein wird nicht die Lösung sein. Die Bahn hat strukturelle Probleme, die nicht von Einzelpersonen hervorgerufen oder gelöst werden können. Der Strategiewechsel bei der Bahn ist zentral dafür, dass Infrastrukturprobleme und Pünktlichkeitsdefizite konsequent abgearbeitet werden.

Aus niedersächsischer Sicht ist eine Führungspersönlichkeit notwendig, die praxisorientiert arbeitet und die die Probleme der Länder und Kommunen ernst nimmt. Gerade beim Schienenpersonennahverkehr drückt der Schuh – und dafür gab es bei der Bahn bisher zu wenig offene Ohren für pragmatische Lösungen. Einfach ausgedrückt wollen die Menschen sehen und erleben, dass es besser wird – und dieser Wunsch ist nachvollziehbar.

Auch für die anstehenden und absehbar schwierigen Debatten rund um die Fragen von Neubau oder Ausbau der Strecke Hannover-Hamburg habe ich die Erwartungshaltung, dass Offenheit und Dialogbereitschaft an der Spitze der Bahn die selbstverständliche Grundlage des eigenen Handelns sind.

Ich wünsche Bundesverkehrsminister Schnieder ein glückliches Händchen bei der Personalauswahl, diese Entscheidung wird bedeutend für die Neuausrichtung und Neuaufstellung der Bahn.“


Artikel-Informationen

erstellt am:
15.08.2025

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