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Verkehrsministerium stellt Studie „Sicherung der Mobilität auf dem Land“ vor - Staatssekretärin Behrens: „ Unser Ziel muss es sein, Mobilität bedarfsgerecht zu gestalten und Lösungsansätze gebündelt zu kommunizieren.“

Der demografische Wandel führt auch in Niedersachsen vor allem im ländlichen Raum zu einem Bevölkerungsrückgang. Oft ist hier die Versorgung mit Dienstleistungen eingeschränkt oder gar nicht mehr gewährleistet. Auch die medizinische Versorgung kann teilweise nur noch ungenügend aufrecht erhalten werden. So kommt es zu einer steigenden Nachfrage nach Mobilitätsangeboten.

Im Rahmen der Studie „Sicherung der Mobilität auf dem Land“ haben die beiden Landkreise Schaumburg und Heidekreis unter gutachterlicher Begleitung zwei Modellvorhaben zur Entwicklung von Mobilitätslösungen im ländlichen Raum entwickelt. Verkehrsstaatssekretärin Daniela Behrens hat diese Studie nun vorgestellt.

Daniela Behrens dazu: „ Die Sicherung der Mobilität auf dem Land ist eines der zentralen Verkehrsthemen in unserem Flächenland Niedersachsen. Der demografische Wandel stellt uns vor große Herausforderungen. Wir benötigen neue Lösungen und Ansätze, um die Mobilität der Bevölkerung auf dem Land zu gewährleisten. Unser Ziel muss es sein, Mobilität bedarfsgerecht zu gestalten und Lösungsansätze gebündelt zu kommunizieren. Die Studie stellt uns praktische Erfahrungen zur Verfügung, aus denen wir landesweit relevante Handlungsempfehlungen ableiten können.“

Der Landkreis Schaumburg beabsichtigt die Einrichtung einer Mobilitätszentrale, um über Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs zu informieren und Bedarfsverkehre zu disponieren. Der Landkreis Heidekreis hat ein Konzept dafür erarbeitet, ein Anruf-Sammeltaxi-Angebot einzurichten, das den Bus-Linienverkehr ergänzen soll. Dabei sollen ausdrücklich die Bedürfnisse von Patienten auf dem Weg zu medizinischen Einrichtungen und zurück nach Hause berücksichtigt werden.

Darüber hinaus wurden im Rahmen eines Workshops weitere laufende Projekte aus Niedersachsen betrachtet und die Erfahrungen der Akteure bewertet. Miteinbezogen wurden die Landkreise Cuxhaven, Vechta und Wolfenbüttel. Auch Vorhaben außerhalb Niedersachsens flossen in die Untersuchungen ein.

Ein Ergebnis der Studie ist, dass das bislang bestehende Linienbusangebot oft nicht ausreicht, um der Nachfrage nach Mobilität auf dem Land gerecht zu werden. Darüber hinaus scheitert eine konsequente Linienbedienung zum Teil an den finanziellen Möglichkeiten der Aufgabenträger.

Neben den Landkreisen und Kommunen sind laut Studie daher auch ehrenamtliche Initiativen von großer Bedeutung. Deshalb ging die Studie auch der Frage nach, inwiefern bereits vorhandenes ehrenamtliches Engagement künftig vom Land besser unterstützt werden kann. So sollen beispielsweise klare Anleitungen und praktikable Lösungen für die Entwicklung von Bürgerbus-Angeboten und vergleichbaren Leistungen entwickelt und kommuniziert werden. Der Einsatz flexibler Bedarfsangebote erfordert die Bündelung von Informationen sowie die zentrale Disposition von Bedarfsangeboten.

Konkret bearbeitet die Studie die vier Handlungsfelder „Beratung von Landkreisen und Kommunen“, „Finanzierung“, „Integration und Verstetigung“ sowie „Rechtlicher Rahmen“.

Die Studie schlägt folgende Maßnahmen vor:

  • Intensive Beratung der Landkreise und Kommunen
  • Installation von Ansprechpartnern, zum Beispiel bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen
  • Einrichtung von flächendeckend verfügbaren Mobilitätszentralen
  • Benennung fachlicher Entscheidungsgremien, die den Aufgabenträgern des ÖPNV beratend zur Seite stehen und Mobilitätsangebote sachgerecht entwickeln, umsetzen und vermarkten
  • Einführung bedarfsorientierter Angebote
  • Klärung des rechtlichen Rahmens zu Mitnahmeregelungen, kombinierten Transportlösungen und ehrenamtlichem Engagement (Bürgerbusse)
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08.05.2014

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