Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr klar

Niedersachsen startet Qualitätsoffensive im Nahverkehr

Taktverdichtungen, mehr W-LAN in den Zügen und die Einführung der Anschlussmobilität im Niedersachsentarif machen den SPNV künftig noch attraktiver




Verkehrsminister Olaf Lies: "Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember startet das Land eine langfristig angelegte Angebots- und Qualitätsoffensive im Nahverkehr auf der Schiene. Während der Hauptverkehrszeit in den Abend- und Morgenstunden aber auch im Nachtverkehr und an den Wochenenden werden nach und nach deutlich mehr Züge eingesetzt."



Es ist vorgesehen, bis zum Jahr 2031 insgesamt rund 5,4 Mio. Zugkilometer pro Jahr zusätzlich auf die Schiene zu bringen. Dadurch wird der Schienenpersonen-nahverkehr (SPNV) in Niedersachsen künftig noch attraktiver.


Außerdem wird es in Zukunft in immer mehr Nahverkehrszügen W-LAN geben. In einem ersten Schritt sollen dafür die Züge der DB Regio mit Internetverbindungen nachgerüstet werden.


Als weiteren großen Fortschritt im Schienenverkehr möchte das Land die Anschlussmobilität im Niedersachsentarif einführen. Konkret bedeutet dies, dass künftig beim Kauf eines Fahrscheins im Niedersachsentarif auch die Fahrten vom und zum Bahnhof am Start- und Zielort mit Bus und Stadtbahn vom Ticket mit umfasst werden.


Minister Olaf Lies: „Nahverkehr ist dann attraktiv, wenn die Hürden zur Nutzung niedrig sind. Dabei geht es uns nicht nur um vollständige Barrierefreiheit. Wir werden mit der geplanten Anschlussmobilität auch den Tarifdschungel kräftig lichten und Fahrgästen den komplizierten Kauf weiterer Fahrkarten ersparen."



Hintergrund:

Allein im Zuständigkeitsbereich der Landesnahverkehrsgesellschaft kommt es durch diese Angebotsausweitungen im kommenden Jahr zu Mehrleistungen auf der Schiene von rund 725.000 Zugkilometern gegenüber 2017. Nähere Details können der Anlage entnommen werden.



Mehr Züge

Umfasst sind u. a. die folgenden Maßnahmen:

  • zusätzliche Fahrten in den Abend- und Morgenstunden sowie während der Hauptverkehrszeit und im Nachtverkehr an den Wochenenden in ganz Niedersachsen

  • Einführung einer stündlichen Verstärkerlinie Braunschweig - Salzgitter-Thiede - Salzgitter-Lebenstedt, sodass künftig ein Halbstundentakt entsteht

  • Reaktivierung der Strecke Einbeck-Salzderhelden - Einbeck-Mitte, zunächst als Pendelverkehr und später während der Hauptverkehrszeit bis Göttingen

  • Einführung einer zusätzlichen Spätverbindung auf der Heidebahn zwischen Hannover (ab 23:51 Uhr) und Soltau (ab 22:59 Uhr)

Insbesondere im Gebiet des Regionalverbandes Großraum Braunschweig, der in der Vergangenheit im Vergleich zu den anderen Aufgabenträgern keine ausreichenden Mittel für ein adäquates Angebot auf der Schiene erhielt, aber durch den Einsatz der Landesregierung jährlich über 30 Mio. € mehr Mittel für den Nahverkehr ab 2017 verfügt, kommt es seit diesem Jahr zu deutlichen Angebotssteigerungen im Bus- und Bahnverkehr. Hierdurch werden beispielsweise der Halbstundentakt auf der Verbindung Braunschweig - Salzgitter-Lebenstedt sowie bereits umgesetzte umfangreiche Ausweitungen im Busverkehr ermöglicht (über 1.000 Fahrten pro Woche zusätzlich).


Mehr W-LAN

Zunächst sollen in den kommenden Monaten die Züge im RE-Kreuz Bremen auf den Strecken Hannover - Bremen - Norddeich Mole und Bremerhaven - Bremen - Osnabrück mit W-LAN ausgestattet werden. Ergänzend dazu wird das W-LAN auch im Süden Niedersachsens auf den Strecken des sogenannten DINSO-I-Netzes nachgerüstet. Auf der Verbindung Braunschweig - Salzgitter-Lebenstedt und auf der Reaktivierungsstrecke Einbeck-Mitte - Einbeck-Salzderhelden sowie den übrigen Relationen (Bodenfelde - Northeim, Göttingen - Kreiensen - Bad Harzburg, Göttingen - Nordhausen, Braunschweig - Herzberg, Braunschweig - Schöppenstedt) wird W-LAN voraussichtlich ab Mitte des Jahres 2018 zur Verfügung stehen.



Anschlussmobilität

Der Kauf eines zusätzlichen Tickets für die An- oder Weiterfahrt mit all den komplizierten Tarifdetails, wie er heute noch die Regel ist, soll für Fahrgäste in Niedersachsen künftig unnötig werden. Die Inhaber von Zeitkarten sollen einen deutlichen Rabatt auf die benötigte Zeitkarte für die ÖPNV-Nutzung am Start- bzw. Zielort erhalten, sofern sie in andere Verkehrsmittel umsteigen möchten. Angestrebt wird, die umfangreichen Verhandlungen mit den zu beteiligenden Verkehrsunternehmen im kommenden Jahr abzuschließen.





Artikel-Informationen

13.10.2017

Ansprechpartner/in:
Pressesprecher: Christian Haegele und Sabine Schlemmer-Kaune

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