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Aktion „kleine Füße – sicherer Schulweg“ für mehr Sicherheit

Althusmann: Kinder für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren


Im Namen von Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann hat Staatssekretär Dr. Berend Lindner heute in der Theodor-Heuss-Schule in Ronnenberg-Empelde die Aktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg: zur Schule möglichst zu Fuß“ vorgestellt. Die Aktion soll für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren, insbesondere, wenn Kinder das erste Mal allein im Verkehr unterwegs sind. Mit dabei waren Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport, des Kultusministeriums sowie die Kooperationspartner ADAC Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt, Landesverkehrswacht Niedersachsen, Gemeinde-Unfallversicherungsverbände Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Landesunfallkasse Niedersachsen.

Verkehrsminister Althusmann: „Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer: Nehmen Sie in den kommenden Tagen und Wochen besondere Rücksicht auf die Erstklässlerinnen und Erstklässler!“.

In diesem Jahr gewinnt das Motto „Zur Schule möglichst zu Fuß“ eine ganz besondere Bedeutung, denn die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus hat vor allem die Kinder getroffen. Schul- und Vereinssport, selbst der Weg zur Schule, fielen über Monate weg. Dabei ist Bewegung für die kindliche Entwicklung unabdingbar. „Wenn Kinder ihren Schulweg zu Fuß vielleicht zu zweit oder in kleinen Gruppen gehen, hat dies auch positive Auswirkungen auf einen guten Start in den Tag und sogar in das Leben. Denn auf dem Schulweg werden wichtigen Dinge wie Bewegung, Sozialkontakte und auch das Lernen quasi ganz nebenbei erlebt“, so Althusmann.

Zum zweiten Mal findet in diesem Jahr der Wettbewerb „AutoFREIE Schule“ statt. Die Jahrgänge 1 - 4 in den Grund- und Förderschulen können hier vom 13. September bis zu den Herbstferien online autofreie Schulwegtage sammeln. Als AutoFREI gelten die Tage, an denen 90 Prozent der Kinder einer Gruppe/Klasse zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV zur Schule kommen. Zu gewinnen gibt es drei Hauptpreise (Gutscheine über jeweils 800 Euro für den Besuch eines anerkannten außerschulischen Lernstandortes) und einen Sonderpreis für den Jahrgang 1 (eine Velofit-Tasche im Wert von 250 Euro inklusive Einführung für die Lehrkräfte). Die Schule, an der alle Klassen während des gesamtem Kampagnen-Zeitraums autofrei zur Schule gekommen sind, erhält den Wanderpokal. Anmeldungen sind noch bis zum 10. September möglich.

Staatssekretär Lindner überreichte den Schülerinnen und Schülern außerdem das Spiel „Die supergeheime Bannzone“. Zentrales Element des Spiels ist ein fiktiver Bannkreis, der in einem Radius von ca. 300 Meter um die Schule gezogen wird. Dieser Bereich ist im Spiel supergeheim. Farbzeichen auf dem Boden markieren die Eingänge. Autos dürfen hier nicht fahren. Passiert das trotzdem, sinkt dort das Energielevel, was die Wesen, die dort im Spiel leben, in Aufruhr versetzt. Nur, wenn die Kinder zu Fuß kommen, mit dem Fahrrad, dem Roller oder dem ÖPNV, kann das Energielevel wieder steigen. Das Spiel für die Jahrgänge 2 bis 4 von Grund- und Förderspielen soll so genannte Hol- und Bringzonen und das zu Fuß gehen fördern. Hol- und Bringzonen dienen dazu, die Gefährdung durch die morgendlichen „Elterntaxis“ zu verhindern. Ziel des Spiels ist es, die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, den Schulweg insgesamt oder teilweise zu Fuß zur Schule zu gehen. Wenn die Kinder nur teilweise zu Fuß zur Schule kommen, sollten Hol- und Bringzonen eingerichtet werden, um Elterntaxis und damit Gefahren für die Kinder zu vermeiden.

Die Erprobung des Bannzonenspiels an niedersächsischen Grundschulen hat gezeigt, dass es den Kindern eine hohe Identifikation mit den Figuren ermöglicht und die Schülerinnen und Schüler überaus motiviert mitmachen. In diesem Sommer werden 1.900 Spiele mit Unterstützung der Förderer Klosterkammer Hannover, BKK Salzgitter und TUI BKK sowie Lotto-Sport-Stiftung produziert. Das ermöglicht, dass jede Grund- und Förderschule in Niedersachsen zum Schulanfang jeweils ein Spiel kostenlos erhält.

Der Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V., Heiner Bartling: „Insgesamt helfen fast 4.000 Jugendliche und Erwachsene ehrenamtlich den Kindern beim sicheren Überqueren der Fahrbahn. Obwohl die Zahl hoch ist, fehlen an vielen Schulen Lotsinnen und Lotsen. Wir wünschen uns, dass es an jeder Grundschule einen Lotsendienst gibt, und unterstützen Initiativen vor Ort gern mit Wissen, Ausrüstung und Versicherung.“

Birgit Blaich-Niehaus, Leiterin Verkehr, Technik & Umwelt, ADAC Niedersachsen-Sachsen-Anhalt e.V.: „Wir appellieren an alle Auto-, Rad- und E-Bike-Fahrer:innen ihre Fahrzeuge achtsam zu lenken, da die Verkehrssicherheit nur gemeinsam erreicht werden kann. Mit der Schulzeit beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Damit sie sich sicher auf den Straßen bewegen können, sind sie auf die Rücksichtnahme anderer angewiesen.“

Hartmut Manitzke, der stellvertretende Geschäftsführer des GUVH und der LUKN: „Pandemiebedingt hat sich die Anzahl der meldepflichtigen Schulwegeunfälle im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. Die Hälfte aller Schulwegunfälle ereignete sich mit dem Fahrrad, in rund 10 Prozent waren die SchülerInnen als Pkw-InsassInnen beteiligt und zu 23 Prozent als FußgängerInnen. Sechs Kinder kamen auf dem Schulweg ums Leben. Unser gemeinsames Ziel ist es daher, die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg zu verbessern.“

Kathrin Langel, Stellvertretende Vorsitzende des Landeselternrates: „Kinder sind das Wertvollste, was wir haben und wir bereiten sie gewissenhaft auf den Straßenverkehr vor. Die meisten Grundschulen liegen fußläufig zum Elternhaus, das Elterntaxi muss daher nicht die Regel sein! Die ungünstige Anbindung, insbesondere im ländlichen Bereich, lässt dies nicht immer zu. Dennoch: Der Schulweg zu Fuß fördert die Selbstständigkeit. Unterstützen wir die Kinder zu Anfang ihrer „Mobilitätskarriere“ auf diesem Weg.“

Dr. med. Thomas, Buck, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: „Beim Schulweg ist der Weg ein Teil des Zieles. Diesen Weg eigenverantwortlich zu nehmen, bedeutet für Kinder in großen Schritten von der Kindergarten- in die Schulzeit zu wechseln. Begleiten Sie den Weg mit Aufmerksam- und Achtsamkeit. Neben der bewussten Wahrnehmung der Regeln, Verkehrszeichen und Risiken entwickeln Kinder ein Gefühl für die aufmerksame Betrachtung und Wahrnehmung. Nicht nur Ampeln und Zebrastreifen müssen erkannt werden, sondern auch Bäume und Tiere. Nutzen Sie den Weg für Gespräche-so wird das Zuhause mit der Schule verbunden.“

Tipps für einen sicheren Schulweg zu Fuß:

  • Gehen Sie den Schulweg oft und rechtzeitig mit Ihrem Kind ab
  • Nutzen und erklären Sie die auf den Gehwegen markierten „kleinen Füße“
  • Bringen Sie Ihr Kind zu Fuß zur Schule oder lassen es an geeigneten Stellen aussteigen, damit gefährliche Situationen vor der Schule gar nicht erst entstehen
  • Planen Sie ausreichend Zeit für den Schulweg ein

Informationen über den Schulweg gibt es bei Elternabenden und den Internetauftritten des ADAC, der Landesverkehrswacht, des Niedersächsischen Bildungsservers oder der örtlichen Polizeidienststelle. Weitere Bausteine der Schulanfangsaktion, die auch im Internet zu finden sind, sind der Film „Abenteuer Schulweg“, der Schulwegplan, der „Bus auf Füßen“, mehrsprachige Elternbriefe, das Fußgängerdiplom in Kindertagesstätten, „Aufgepasst mit ADACUS“, sowie Spannbänder und die „Kleinen Füße“. Infos und Material unter:


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