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Automatisiertes Fahren: Testfeld Niedersachsen offiziell eröffnet

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat heute in Braunschweig gemeinsam mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann, Wissenschaftsminister Björn Thümler, Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt, sowie den Kernpartnern das Testfeld Niedersachsen offiziell eröffnet. Damit können jetzt auf dem Testfeld automatisierte und vernetzte Fahrzeuge getestet sowie das Fahrverhalten und der Verkehrsfluss erfasst und analysiert werden.

Das Testfeld Niedersachsen wird von den Niedersächsischen Ministerien für Wirtschaft und Wissenschaft sowie mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit insgesamt 2,5 Mio. Euro gefördert.

Zur Eröffnung startete Prof. Dr. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Energie und Verkehr, gemeinsam mit den Vertretern aus der Politik per Knopfdruck eine erste Übertragung der Erfassungstechnik auf der Autobahn. „Das Testfeld Niedersachsen ist wichtig, damit wir die Vorteile, die uns die Technologie des automatisierten und vernetzten Fahrens bietet, in der Praxis nutzbar machen können. Mit den gewonnenen Forschungserkenntnissen schafft das DLR bessere Entscheidungsgrundlagen für die Transformation unserer Mobilität – hin zu einem optimierten Verkehrsfluss und weniger Ressourcenverbrauch.“

Wirtschaftsminister Althusmann: „Die Digitalisierung hat das Potential, Verkehr und Mobilität grundlegend zu verändern. Das automatisierte und vernetzte Fahren wird die Art und Weise unserer Mobilität in der Zukunft entscheidend mitbestimmen. Deshalb wollen wir diesen Prozess konstruktiv begleiten. Das Testfeld Niedersachsen für automatisierte und vernetzte Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil der niedersächsischen Verkehrsstrategie.“

Wissenschaftsminister Thümler: „Mobilität ist ein zentrales Zukunftsthema in Niedersachsen. Mit dem Start des Testfelds Niedersachsen ist nun eine herausragende Infrastruktur für die Erforschung und Entwicklung intelligenter Mobilitätslösungen nutzbar. Diese Infrastruktur sowie das herausragende Forschungsumfeld, in das die Praxispartner eingebunden sind, bieten beste Bedingungen für den Transfer innovativer Lösungen in Wirtschaft und Gesellschaft.

Thomas Jarzombek ergänzte: „Unternehmen, die Wissenschaft und Start-ups benötigen Räume, in denen sie innovative Technologien und Lösungsansätze erproben und weiterentwickeln können. Mit dem Testfeld Niedersachsen schaffen wir eine national und international herausragende Infrastruktur zur Erforschung und Entwicklung intelligenter Mobilitätslösungen. Das Ziel ist, dass die Mobilität der Zukunft hier in Deutschland entwickelt und auch auf die Straße gebracht wird."

Im nächsten Schritt wird das Testfeld nun immer weiter in Betrieb genommen und ausgebaut. Entlang der A39 sind inzwischen 71 Masten aufgebaut, die den Verkehr anonymisiert erfassen und hierfür miteinander sowie mit technisch entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen kommunizieren können. Zusätzlich sind Messungen auch mit mobilen Masten abseits der Autobahn möglich. Hierdurch ist die Analyse und Unterstützung automatisierter Fahrmanöver an unterschiedlichen Orten und auf verschiedenen Straßentypen möglich.

Mithilfe der erfassten Daten kann analysiert werden, was zukünftige Assistenz- und Automationssysteme leisten müssen. Insbesondere spezielle verkehrliche Situationen wie Stauenden, Einfädelsituationen und Überholmanöver werden genauer untersucht. Daraus lassen sich Funktionen für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge entwickeln oder verbessern. Außerdem werden Methoden und Konzepte für die Zulassung von automatisierten Fahrzeugen in Deutschland weiterentwickelt und auf der Straße praktisch erprobt. An oberster Stelle steht dabei das Ziel, den motorisierten Verkehr sicherer und effizienter zu machen, den Komfort für den Fahrer zu erhöhen und Emissionen zu verringern.

Hintergrund:

Das Testfeld Niedersachsen erstreckt sich nach seinem vollständigen Aufbau über circa 280 Kilometer auf den Autobahnen A2, A39, A391 sowie mehrere Bundes- und Landstraßen. Es ist die Weiterentwicklung von AIM, der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität. Seit der Fertigstellung 2014 betreibt das DLR im Zusammenhang mit AIM unter anderem eine Forschungskreuzung in Braunschweig, eine Teststrecke auf dem Innenstadtring sowie verschiedene Simulatoren und spezielle Laboreinrichtungen. Mit der sukzessiven Erweiterung um Autobahnen, Bundes- und Landstraßen wird an die bestehende Testinfrastruktur für automatisierte und vernetzte Fahrzeugtechnologien angeknüpft. Als offene Forschungsplattform ist das Testfeld Niedersachsen für wissenschaftliche Einrichtungen und weitere industrielle Partner nutzbar.

Neben dem DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik und dem Land Niedersachsen sind ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Continental, IAV, NordSys, Oecon Products & Services, Siemens, VW sowie die Wolfsburg AG Kernpartner im Testfeld Niedersachsen.


Artikel-Informationen

08.01.2020

Ansprechpartner/in:
Pressesprecher Dr. Eike Frenzel, Pressesprecherin Annette Schütz, Pressesprecherin Laura Gosciejewicz

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