Niedersachen klar Logo

Fachkräfteinitiative Niedersachsen: Landesregierung stellt Aktionsplan 2021/22 vor

Beim Spitzentreffen der Fachkräfteinitiative Niedersachsen am heutigen Dienstag (23.11.) hat die Landesregierung ihren aktuellen Aktionsplan 2021/22 vorgestellt. Der von Wirtschafts-, Kultus-, Sozial- und Wissenschaftsministerium erarbeitete 48-seitige Plan enthält alle relevanten strategischen Initiativen und Aktivitäten der Landesregierung zur Fachkräftesicherung im vergangenen Jahr. Daneben gibt er einen Ausblick auf die Vorhaben, die die Landesregierung zeitnah realisieren möchte.


Angesichts der bereits spürbaren Herausforderungen des demografischen Wandels sowie der erforderlichen Anpassungen in Folge der ökologischen und digitalen Transformation der Wirtschaft wird der Bedarf an qualifizierten und hochqualifizierten Fachkräften weiter zunehmen. Darüber waren sich die Teilnehmer des Spitzentreffens einig.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Althusmann: „Trotz der Corona-Pandemie macht sich in vielen Branchen bereits jetzt wieder ein zunehmender Fachkräftebedarf bemerkbar. Die Fachkräftesicherung bleibt daher eine ganz wesentliche Aufgabe der kommenden Jahre. Wichtig ist, dass beim Fachkräftemangel alle Akteure aus Wirtschaft und Politik aktiv gegensteuern, um die künftigen Anforderungen bewältigen zu können! Mein ganz herzlicher Dank gilt allen Partnern der Fachkräfteinitiative – für ihr anhaltendes Engagement. Wir haben gemeinsam viel auf den Weg gebracht und werden auch in Zukunft in die Fachkräftesicherung investieren.“

Ministerpräsident Stephan Weil: „In der Fachkräfteinitiative Niedersachsen agieren die Partner am Arbeitsmarkt und die Niedersächsische Landesregierung seit dem Jahr 2014 gemeinsam, um für die niedersächsische Wirtschaft die passenden Fachkräfte in ausreichender Anzahl zu gewinnen. Seit 2018 wurden die umfassenden und vielfältigen Maßnahmen der Landesregierung für mehr Fachkräfte über jährliche Aktionspläne den aktuellen Erfordernissen angepasst. Es wird zunehmend immer drängender deutlich: Die Herausforderungen der heutigen und kommenden Jahre mit einer Transformation zu einer klimaneutralen und zunehmend digitalen Wirtschaft wird nicht ohne die passenden Fachkräfte leistbar sein. Die Fachkräfteversorgung der Wirtschaft bleibt damit auch künftig eine der wichtigsten Aufgaben. Mit dem Zusammenschluss aller Akteure am Arbeitsmarkt in der Fachkräfteinitiative Niedersachsen besteht eine gute Voraussetzung, um diese Aufgabe auch künftig zu meistern.“

Gaby Willamowius, Staatssekretärin im Kultusministerium: „Vergangene Woche erst hat das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung über eine Studie festgestellt, dass im laufenden Ausbildungsjahr bis September knapp 40 Prozent der dualen Ausbildungsplätze in Deutschland, die von Betrieben hätten besetzt werden können, nicht vergeben wurden. Das ist alarmierend und fordert unsere Fachkräfteinitiative besonders: Wir brauchen für die Fachkräftesicherung Betriebe, die ausbilden, und Jugendliche für die duale Ausbildung. Wir richten uns ganz besonders an junge Menschen, sich für Erziehungs- und Gesundheitsberufe zu entscheiden – sie werden mit all ihren Fähigkeiten und Talenten gebraucht. Das ist in der aktuellen von der Pandemie geprägten Lage ganz besonders wichtig. Wir müssen uns auch bei der Fachkräfteinitiative immer wieder bewusstmachen, wie wichtig Bildung ist und wie wichtig es ist, das Lernen in unseren Schulen auch unter Pandemiebedingungen zu ermöglichen.“

Sozialministerin Daniela Behrens: „Die enorme Bedeutung der Gesundheitsberufe hat uns die Covid-19-Pandemie nochmals verdeutlicht. Aber nicht nur in Krankenhäusern und in den medizinischen Bereichen, auch in der Altenpflege arbeiten Fachkräfte für Menschen und am Menschen. Um auch zukünftig die gute Versorgung zu erhalten und dabei die Arbeitsbedingungen in den Berufsfeldern weiter zu verbessern, ist die gemeinsame Arbeit der Partnerinnen und Partner in der Fachkräfteinitiative von großer Bedeutung. Wegweisende Fortschritte wie die Verbesserung der Lohnsituation in der Pflege, aber auch Novellen in den Ausbildungswegen der Gesundheitsberufe haben schon deutliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen mit sich gebracht. Dennoch gilt es weiterhin, Nachwuchskräfte für die verschiedenen Berufsfelder zu begeistern und den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen den Verbleib im Beruf attraktiv zu gestalten. Diese Zielsetzungen können nur gemeinsam mit allen Beteiligten erreicht werden. Daher danke ich allen Partnerinnen und Partnern, die sich im Zuge der Fachkräfteinitiative für diese Ziele eingesetzt haben und auch weiter einsetzen. Wir dürfen nicht aufhören, uns um diejenigen zu kümmern, die sich um uns kümmern.“

Wissenschaftsminister Björn Thümler: „Unsere Hochschulen leisten einen Beitrag zur Sicherung der Ausbildung von akademisch qualifizierten Fach- und Führungskräften für das Land. Mit der Aufstockung der Zahl der Medizinstudienplätze an der European Medical School in Oldenburg von 80 auf 120 zum Wintersemester 2022/2023 gelingt uns beispielsweise die nachhaltige Sicherung einer modernen und wohnortnahen medizinischen Versorgung im Nordwesten. Darüber freue ich mich sehr. Mit der Einrichtung von 50 Digitalisierungsprofessuren haben wir darüber hinaus auch in den informationswissenschaftlichen Fächern, die wichtige Zukunftsfelder adressieren, zusätzliche Studienplätze für die Fachkräfte von morgen geschaffen. Auch unsere Förderung der Öffnung von Hochschulen zahlt sich aus. Erst in der vergangenen Woche habe ich zum Beispiel den gelernten Bauzeichner Henning Cassens mit dem Wissenschaftspreis für Studierende ausgezeichnet. Er hat seine Hochschulzugangsberechtigung nicht über das Abitur, sondern durch seine Berufsausbildung und anschließende Berufstätigkeit erworben - und gerade für die Abschlussarbeit in seinem Bachelorstudium des Bauingenieurwesens die Note 1,0 erhalten. Das Beispiel zeigt, dass unsere Hochschulen auch für nicht traditionelle Studierende eine hohe Attraktivität besitzen und viele Potenziale zur Fachkräftesicherung heben können.“

Im Detail:

Die Fachkräfteinitiative wurde im Jahr 2014 von der Landesregierung gemeinsam mit Arbeitsmarktpartnern (unter anderem Arbeitsmarktakteure wie Kammern, Verbände, Gewerkschaften, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit) ins Leben gerufen. Seit Neuausrichtung im Jahr 2018 werden jährliche Aktionspläne erstellt, in denen die für die Fachkräftesicherung relevanten strategischen Vorhaben und Aktivitäten zusammengeführt werden. Einmal jährlich findet ein Spitzentreffen aller Akteure der Fachkräfteinitiative Niedersachsen statt. Der Aktionsplan 2021/22 sowie weitere Informationen zur Fachkräfteinitiative Niedersachsen sind abrufbar unter:

https://www.mw.niedersachsen.de/startseite/themen/arbeit/fachkraftesicherung/fachkrafteinitiative/www-fachkraefteinitiative-niedersachsen-de-122524.html.

Die im Aktionsplan 2021/22 dargestellten Aktivitäten der Landesregierung werden in drei Schwerpunktfeldern gebündelt:

1) Mobilisierung inländischer Erwerbspersonenpotenziale: Hier geht es um gute Arbeitsbedingungen, die Bedeutung von Arbeitgeberattraktivität, die Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie die verbesserte Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen. Geplant sind Veranstaltungen, ein Handlungskonzept zu besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, die Fortsetzung von Förderprogrammen sowie die Fokussierung im SGB II auf die gleichberechtigte Förderung und Integration von Frauen und Männern und den Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit.

2) Gesteuerte und qualifizierte Zuwanderung sowie Arbeitsmarktintegration aller Gruppen von Menschen mit Migrationsgeschichte: Gearbeitet wird an den Themen Fachkräfteeinwanderung, Integration von in Niedersachsen befindlichen Zugewanderten sowie der Optimierung bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Vorgesehen sind beispielsweise Informationsangebote, die Verstetigung von Welcome Centern, die Fortsetzung von Förderprojekten sowie der Vernetzungsarbeit zur Unterstützung von Unternehmen bei Gewinnung und Integration internationaler Zuwandernder.

3) Erweiterung von Bildungspotenzialen: Hierzu gehören die Stärkung dualer Berufsausbildung und beruflicher Orientierung, Maßnahmen zur Ausbildungssicherung in der Corona-Pandemie, Digitalisierung sowie Förderungen im Bereich beruflicher Weiterbildung und Qualifizierung. Zu den kommenden Maßnahmen zählen beispielsweise die fortgesetzten Aktivitäten des Bündnisses „Duale Berufsausbildung“, die Einführung eines Schüler- und Azubi-Tickets, die Erarbeitung einer hochschulübergreifenden Digitalisierungsstrategie sowie die Unterstützung Regionaler Fachkräftebündnisse.

Neben den Schwerpunktfeldern werden in einem gesonderten Teil des Aktionsplans aufgrund der besonderen Fachkräftebedarfe die Berufsfelder der IT-Fachleute, Erziehungsberufe und Gesundheitsberuf in den Blick genommen.

Beispiele für Maßnahmen des Wirtschaftsministeriums:

1) Im September wurde die Anerkennung der acht etablierten Regionalen Fachkräftebündnisse bis 2024 verlängert. Sie erhalten eigene Planungsbudgets zur Umsetzung von Fachkräfteprojekten in Höhe von rund 14 Millionen Euro. Schwerpunkt werden Projekte zur Fachkräftesicherung in der Transformation sein. Mit Förderprojekten wie dem „VeränderungsMacher“ oder der „Robonatives-Initiative“ trägt das Land seinen Teil zu dieser Entwicklung bereits bei.

2) Über das in 2020 novellierte Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz wurden in Niedersachsen im vergangenen Jahr so viele Menschen wie nie zuvor für anspruchsvolle Aufstiegsfortbildungen gewonnen. Durch die zahlreichen Förderverbesserungen und die gestiegenen Antragszahlen wurden die Auszahlungen im vergangenen Jahr gegenüber 2019 um 22 Millionen Euro auf 57 Millionen Euro gesteigert. Dies wird in 2021 nochmal deutlich übertroffen. Veranschlagt sind 86 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln. Und bereits jetzt ist absehbar, dass diese Summe bei weitem nicht auskömmlich sein wird. Diese erfreuliche Entwicklung zeigt, dass die vielfältigen und attraktiven Aufstiegsmöglichkeiten in der höherqualifizierenden Berufsbildung gut angenommen werden.

3) Das Arbeitsmarktprogramm „Start Guides“ zielt auf die Gewinnung und Arbeitsmarktintegration internationaler Zuwanderer. Es wurde zum Jahresbeginn ins Leben gerufen und kommt gut an. 23 regionale „Start Guides“ arbeiten landesweit an der geeigneten Zusammenführung von Zuwanderern und interessierten Betrieben und entlasten diese direkt durch praktische Hilfen. Allein im 1. Halbjahr 2021 haben die „Start Guides“ landesweit mehr als 4.000 Beratungen für Geflüchtete und rund 1.500 Beratungen für Betriebe in Niedersachsen erbracht. Für das Programm stehen 3 Millionen Euro Landesmittel bereit.

Beispiele für Maßnahmen des Kultusministeriums:

1) Aktionsplan Ausbildung: Die Corona-Pandemie setzt die erfolgreiche und wichtige duale Berufsausbildung unter Druck. Mit dem „Aktionsplan Ausbildung“ für Niedersachsen schützt die Landesregierung bestehende Ausbildungsplätze und fördert neue Ausbildungsverträge. 18 Millionen Euro stehen durch den zweiten Nachtragshaushalt 2020 dafür bereit. Diese Mittel ergänzen die Regelangebote der Agenturen für Arbeit und die Maßnahmen des Bundes sowie der zuständigen Stellen. Zentrale Bestandteile des Aktionsplans sind aktuell: eine Mobilitätsprämie für Jugendliche; Einmalzahlung in Höhe von 2.000 Euro für Betriebe, die zusätzliche Ausbildungsplätze über die Probezeit hinaus zur Verfügung stellen und sie mit Bewerberinnen und Bewerbern besetzt haben, deren höchster Schulabschluss ein Haupt- oder Realschulabschluss ist; kleine Betriebe mit nicht mehr als zehn Beschäftigten erhalten 4.000 Euro, wenn sie in diesem oder im kommenden Jahr mindestens einen Ausbildungsplatz besetzen; eine Prämie in Höhe von 500 Euro erhalten Ausbildungsbetriebe, die Ausbildungsverträge verlängern, weil die Abschlussprüfung pandemiebedingt verschoben wurde.

2) Bündnis Duale Berufsausbildung (BDB): Das Bündnis Duale Berufsausbildung wird fortgesetzt und zum Teil neu ausgerichtet (zum Beispiel durch ein Regionalmanagement). Fest geplant sind neben Serviceangeboten online bereits:

a. eine „Woche der Beruflichen Bildung“ vom 28. März bis 1. April 2022

b. die 6. Fachtagung des „BDB“ (Erfahrungen aus der Covid-19-Pandemie) zum Jahresanfang 2022

c. erneut die Auszeichnung „Preise für verlässliche Ausbildung“ in den Kategorien IHK, HWK, LWK (Landwirtschaft) und Altenpflege

3) Sozialpädagogik und Gesundheitsfachberufe:

a. Schulgeldfreiheit: In Umsetzung der Koalitionsvereinbarung soll die Schulgeldfreiheit in den sozialen Berufen und den Gesundheitsfachberufen stufig realisiert werden. Neben Schulen für Sozialpädagogik (auf Grundlage einer Förderrichtlinie) sind seit 2019 die Ausbildungsgänge in Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Podologie und für Atem-, Sprech- und Stimmlehrer gesetzlich abgesichert gebührenfrei. Im kommenden Jahr kommt die gesetzliche Verankerung der Schulgeldfreiheit in der Sozialpädagogik und der Pflegeassistenz hinzu.

b. Sozialpädagogische Fachberufe: Ziel der Landesregierung beziehungsweise des Kultusministeriums ist es, noch mehr Schülerinnen und Schülern Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten. Seit dem Wintersemester 2020/21 besteht an der Universität Osnabrück die Möglichkeit, mit dem Bachelor-Studium in der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik (Lehramt an berufsbildenden Schulen) zu beginnen. Ab dem Wintersemester 2021/22 bietet die Ostfalia-Hochschule am Standort Wolfsburg den Bachelorstudiengang „Kindheitspädagogik und Gesundheit“ mit 35 Studienplätzen an.

c. Seit dem 1. Januar 2020 fördert die Landesregierung über eine „Richtlinie Qualität in Kita“ bis zum 31. Juli 2023 Träger von Kindertageseinrichtungen, die Auszubildende zur Sozialpädagogischen Assistentin / zum Sozialpädagogischen Assistenten in Teilzeit als „Zusatzkräfte Ausbildung“ beschäftigen.

d. Aktuell hat das Innovationsvorhaben „Umgestaltung des Bildungsgangs BFS Sozialpädagogische/r Assistent/in“ mit einer Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) begonnen. Es werden unter anderem Vorbereitungsmaßnahmen entwickelt, zertifiziert, durchgeführt und evaluiert, die durch Bildungsgutscheine der BA förderfähig sind, um Umschüler/innen aufnehmen zu können. Zusätzlich sollen die Schulen den entsprechenden Bildungsgang zertifizieren, um dauerhaft für den Beruf zu qualifizieren.

e. Pflegeausbildung: Zur Umsetzung der neuen Pflegeausbildung wurde das NSchG novelliert. Die neue Ausbildung kann an allen Schulen angeboten werden, die die Voraussetzungen erfüllen. Die Ausbildung wird aus einem Fonds finanziert, in den das Land einzahlt. Darüber hinaus fördert das Land zusätzlich die Investitionskosten der Schulen in freier Trägerschaft und übernimmt die Kosten für den allgemein bildenden Unterricht. Niedersachsen bietet diese Fächer an, um auch in der Pflegeausbildung den allgemeinen Bildungsauftrag umzusetzen.

Beispiele für Maßnahmen des Sozialministeriums:

1) Förderprogramm „Arbeit ohne Hindernisse“: Mit dem landeseigenen Förderprogramm „Arbeit ohne Hindernisse“ wird der Übergang von schwerbehinderten Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtert. Seit der Verbesserung der Kriterien zum 01.01.2021 wird das Programm von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern noch besser in Anspruch genommen.

2) Landespflegebericht: Der Landespflegebricht wurde grundlegend neu konzipiert und ermöglicht auf Basis einer Schwerpunktsetzung die tiefergehende Darstellung von Themenkomplexen, was die Handlungsorientierung stark unterstützt. Somit werden Vorschläge zur konkreten Anpassung der vorhandenen Versorgungsstruktur möglich. Auch der Komplex der Fachkräftesicherung wurde im Landespflegebericht 2020 explizit behandelt und analysiert.

3) KAP.Ni: Die Partnerinnen und Partner der Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen haben mit einem umfassenden Maßnahmenpaket viele Weichen für die zukunftsfähige und innovative Weiterentwicklung der Pflege gestellt. Die Verbesserung der Entlohnungssituation in der Pflege, die Gewinnung von Fach- und Assistenzkräften und die Schaffung von Präventionsangeboten zur Gesundheitsförderung sind dabei nur einige Beispiele, für die sich die KAP.Ni eingesetzt hat.

4) Ausbau der Erwerbsbeteiligung von Frauen: Durch Förderungen, wie dem Programm „Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft“, oder auch dem Arbeitsmarktprogramm FIFA „Förderung der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt“ wird weiterhin die Rolle der Frau im Erwerbsleben gestärkt. Zudem wurde mit der Veranstaltung „Frau.Macht.Wirtschaft, Gleichstellung in Führungsebenen“ für den Anspruch von Frauen auf gleichberechtigte Teilhabe an der Gestaltung der Wirtschaft sensibilisiert.

5) Kofinanzierung des IQ Netzwerk Niedersachsen: MS fördert seit 2015 die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung sowie die Qualifizierungsmaßnahmen des IQ Netzwerks. Die Bundes- und ESF-Finanzierung wird damit erweitert, um zusätzliche Angebote in Niedersachsen zu ermöglichen.

6) Landarztquote: Derzeit im Gesetzgebungsverfahren ist die so genannte Landarztquote. Der Gesetzentwurf sieht vor, je Hochschulstandort ein Kontingent von bis zu 20, insgesamt also bis zu 60 Medizinstudienplätzen vorab an solche Studieninteressierte zu vergeben, die sich dem Land gegenüber verpflichten, nach Studienabschluss und Weiterbildung in Allgemein- oder Innerer Medizin für zehn Jahre in einem Gebiet mit entsprechendem Bedarf als Hausärztin oder Hausarzt zu praktizieren.

Beispiele für Maßnahmen des Wissenschaftsministeriums:

1) Ab dem Jahr 2020 stehen für 50 unbefristete Digitalisierungsprofessuren jährlich 8,76 Mio. Euro zur Verfügung. Zusätzlich werden insgesamt rd. 42 Mio. Euro an temporären Mitteln für die Digitalisierungsprofessuren aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung für Ausstattung und Infrastruktur sowie des Weiteren 2,5 Mio. Euro zur Unterstützung der digitalen Lehre an den entsprechenden Hochschulen zur Verfügung gestellt.

2) Über die Förderlinie zur Schaffung und Verbreitung von freien Lehr- und Lernmaterialien (OER) hat die Landesregierung (MWK) im letzten Jahr die Hochschulen mit 1,25 Mio. Euro beim digitalen Start in das Sommersemester 2020 sowie die nachfolgenden, von digitaler Lehre geprägten Semester, unterstützt.

3) Die Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, das MWK sowie die VolkswagenStiftung haben sich zum Dachverbund „Hochschule.digital Niedersachsen“ zusammengeschlossen. Ergänzend zu den Soforthilfen für die Digitalisierung der Hochschulen aus dem Jahr 2020 soll mit diesem Verbund in den kommenden Jahren eine langfristige hochschulübergreifende Digitalisierungsstrategie für Niedersachsen erarbeitet und auf den Weg gebracht werden. Geplant ist eine Anschubfinanzierung von rd. 21,8 Mio. Euro aus Landesmitteln sowie Mitteln des „Niedersächsischen Vorab“ der VolkswagenStiftung.

4) Seit Beginn der Legislaturperiode ist es gelungen, 147 zusätzliche Medizinstudienplätze zu schaffen. Damit ist die Zahl der Studienplätze an den drei niedersächsischen Hochschulmedizinstandorten zum Wintersemester 2021/22 auf 745 Vollstudienplätze gestiegen. Hinzu kommen 14 Teilstudienplätze bei der Universität Göttingen, die sukzessive in Vollstudienplätze umgewandelt werden. Die praktische Ausbildung soll in Kooperation mit verschiedenen Lehrkrankenhäusern erfolgen.

5) Die Hebammenausbildung in Niedersachsen wurde vollständig akademisiert. Damit gehört Niedersachsen bundesweit zu den Vorreitern bei der akademischen Hebammenausbildung. Angeboten werden seit dem Wintersemester 2020/21 zwei Bachelorstudiengänge „Hebammenwissenschaft“ in Oldenburg an der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg sowie in Göttingen an der HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen in Kooperation mit der Universitätsmedizin Göttingen. Die Hochschule Osnabrück und die Medizinische Hochschule Hannover sind mit ihren Angeboten zum Wintersemester 2021/22 gefolgt.
Damit werden insgesamt etwa 140 zusätzliche Studienanfängerplätze an vier Standorten im Land geschaffen. Daneben bietet die Hochschule Osnabrück bereits einen ausbildungsergänzenden Studiengang „Midwifery“ mit 45 Anfängerplätzen pro Jahr für die Weiterqualifizierung bereits examinierter Hebammen an.

6) Um aufgrund der Corona-Pandemie wirtschaftlich besonders gefährdete Bildungsstätten der Erwachsenen- und Weiterbildung vor der Zahlungsunfähigkeit zur retten, wurden aus 5,5 Mio. Euro aus einem Corona-Sonderfonds an die Einrichtungen der Erwachsenenbildung ausgezahlt.



Artikel-Informationen

erstellt am:
23.11.2021
zuletzt aktualisiert am:
24.11.2021

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln