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Lagerstättenwasser bei Einpressbohrung im Landkreis Grafschaft Bentheim ausgetreten

Wintershall Dea legt Entwurf der Gefahrenabschätzung vor


Bei der Einpressbohrung Emlichheim 132 im Landkreis Grafschaft Bentheim sind offenbar zwischen Januar 2014 und Oktober 2018 große Mengen Lagerstättenwasser über Leckagen in den Untergrund gelangt. Am vergangenen Freitagabend hat der Betreiber der Ölförderanlage, die Wintershall Dea, der Bergbehörde den Entwurf einer vorläufigen Gefährdungsabschätzung für die korrodierte Einpressbohrung vorgelegt.

Andreas Sikorski, Präsident der für die Aufsicht zuständigen Bergbehörde (LBEG):„Wir müssen nach den aktuellen Einschätzungen des Unternehmens davon ausgehen, dass insgesamt 140 000 bis möglicherweise 220 000 Kubikmeter Lagerstättenwasser in den Untergrund gelangt sind. Eine akute Gefahr für die Menschen in der Region liegt nach den uns bislang vorliegenden Informationen nicht vor.“

Im Wirtschaftsministerium hat heute eine Steuerungsgruppe „Lagerstättenwasser“ die Arbeit aufgenommen, um kurzfristig alle jetzt notwendigen Maßnahmen anzuordnen. Landkreis und Samtgemeinde Emlichheim wurden heute Morgen über den Entwurf der Gefahrabschätzung informiert. Informationen erfolgen im Anschluss auch an den benachbarten Landkreis in den Niederlanden, den regionalen Trink- und Abwasserverband, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie weitere Behörden. Bergbehörde, Landkreis und NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) prüfen jetzt den Entwurf zur Gefährdungsabschätzung und bereiten Empfehlungen vor.

Das salzhaltige Lagerstättenwasser hat nach Einschätzung von Wintershall Dea einen oberen Grundwassereinleiter erreicht. Hier ist es aufgrund seines Gewichts nur an der Sohle nachweisbar. Eine Tiefenprobebohrung soll genauere Erkenntnisse liefern. Oberflächen- und Grundwassergewässer werden durch ein von Wintershall Dea beauftragtes Gutachterbüro weiterhin regelmäßig beprobt. Nach bisherigem Stand enthält das hier ausgetretene Lagerstättenwasser außer gelösten Salzen und Kohlenwasserstoffen auch geringe Mengen Schwermetall wie Strontium und Barium.

Die betroffene Bohrung Emlichheim ist seit 18.Oktober 2018 für Inspektions- und Wartungsarbeiten außer Betrieb. Im Januar 2019 wurden dabei durch die Wintershall Dea ein Verdacht auf Korrosionsschäden am Außenbohrrohr, durch welches das bei der Ölförderung automatisch an die Oberfläche geförderte Lagerstättenwasser in die rund 900 Meter tiefe Öllagerstätte zurückgepumpt wird, gemeldet und im März bestätigt. Die Bergbehörde veranlasste daraufhin sofort das Monitoring von Oberflächengewässern und oberflächennahem Grundwasser. Eine Taskforce aus Bergbehörde, Hydrogeologen, Landkreis, Samtgemeinde Emlichheim, dem NLWKN und Wintershall Dea wurde gebildet und trifft sich seitdem regelmäßig zum Informationsaustausch.

Das Wirtschaftsministerium wird den Fraktionen kurzfristig einen schriftlichen Bericht zukommen lassen und die Landtagsgremien schnellstmöglich informieren.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann besucht am 16. August Wintershall Dea, um vor Ort mit allen Beteiligten zu sprechen.
Artikel-Informationen

29.07.2019

Ansprechpartner/in:
Herr Dr. Eike Frenzel

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