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Minister Lies und Oberbürgermeister Schostok präsentieren Siegerentwürfe zum Ideenwettbewerb Südschnellweg

Arbeiten „sehr gelungen“: Planungsvorschläge sehen für die Neugestaltung im Bereich Hildesheimer Straße eine Tunnellösung vor


Die Planungen für den Aus- und Umbau des Südschnellweges in der Landeshauptstadt Hannover schreiten voran. Am heutigen Donnerstag (11. Februar) haben Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok die drei Siegerentwürfe aus dem ausgerufenen Ideenwettbewerb präsentiert. Die meisten der von 14 Fachbüros eingereichten Planungsentwürfe sahen für den 4,3 Kilometer langen Abschnitt im südlichen Stadtgebiet Hannovers eine Kombination aus Brückenbauwerken im Bereich der Ricklinger Kiesteiche und einem Tunnel (Trogbauwerk mit Deckel) im Bereich der Hildesheimer Straße vor. Das gilt auch für die drei Siegerentwürfe.

Minister Olaf Lies erklärte heute vor Journalisten:

„Dieser Ideenwettbewerb hat sich auf jeden Fall gelohnt und ist ein Gewinn für den weiteren Planungsprozess. Die Büros haben sehr gute und interessante Vorschläge eingereicht. Diese bilden eine hervorragende Grundlage für die weiteren Planungen. Kurz und gut: Damit können wir arbeiten, um dieser für Hannover ungeheuer wichtigen Verkehrsachse mit den Bundesstraßen 3, 6 und 65 ein neues Gesicht zu geben. Ich werde mich jetzt bei Bundesminister Dobrindt dafür einsetzen, dass wir eine bestmögliche Lösung für den Verkehrsfluss, aber auch für die Stadt und den Stadtteil erreichen. Mit der vorgeschlagenen Tunnellösung wird nicht zuletzt in Sachen Lärmschutz ein riesiger Fortschritt für die Anwohner erreicht. Auch während der mehrjährigen Bauphase müssen die unvermeidlichen Belastungen möglichst gering gehalten werden.“

Oberbürgermeister Schostok erklärte bei der heutigen Pressekonferenz im Verkehrsministerium:

„Der Südschnellweg kommt in Döhren zwischen Schützenallee und östlich der Hildesheimer Straße in den Tunnel! Ich freue mich außerordentlich, dass die aus Vertretern des Bundes und des Landes Niedersachsen, der Landeshauptstadt und diversen Fachleuten zusammengesetzte Jury sich für diese stadtverträgliche Lösung entschieden hat.

Der notwendige Umbau und die damit verbundene Neugestaltung des Südschnellweges mit einem Tunnel in Döhren und eleganten Brücken über die Ricklinger Kiesteiche ist eine große städtebauliche Chance sowohl für den Leineraum als auch für die südlichen Stadtteile Hannovers.

Der Südschnellweg und auch die Hildesheimer Straße sind bedeutende Verkehrsadern für die Landeshauptstadt Hannover. Umso wichtiger ist eine funktionale und städtebaulich zukunftsfähige Umgestaltung dieses Stadtbereichs im Zuge der Erneuerung des Südschnellweges. Hierfür zeigen alle Siegerentwürfe sehr gute Konzepte auf."

Ein aus renommierten Fachleuten sowie aus Vertretern von Bund, Land und Stadt bestehendes Preisgericht hatte am gestrigen Mittwoch getagt, um aus 14 eingereichten Entwürfen die Gewinner auszuwählen. Der Vorsitzende des Preisgerichtes, der Verkehrsplaner Prof. Hartmut Topp, langjähriger Dozent an der TU Kaiserslautern, stellte heute die Siegerentwürfe im Detail vor.

Topp wörtlich: „Die meisten Entwürfe sind sehr gelungen. Alle Büros haben gezeigt, dass sie sich mit diesem sehr anspruchsvollen Projekt intensiv auseinander gesetzt haben. Die Entwürfe zeichnen sich größtenteils durch Einfallsreichtum wie auch durch Realitätssinn aus. Ich freue mich, dass das Preisgericht in allen Punkten zu einer einstimmigen Entscheidung gefunden hat.“

Auf Platz 1 setzte das Preisgericht 2 Beiträge, die jeweils Brücken im westlichen Landschaftsgebiet und von der Schützenallee bis östlich der Hildesheimer Straße einen Tunnel vorsehen. Für das Preisgericht waren dies besonders gelungene Lösungen, die auch realisierbar und finanzierbar sein können. Über den zweimal vergebenen Platz 1 dürfen sich gemeinsam die Bürogemeinschaft BPR; Schneider+Schumacher; LAD+ (Hannover; Frankfurt a.M.) sowie HoffmannLeichter; StadtLandFluss; FranzReschke (Berlin) freuen. Die Prämierung ist mit einem Preisgeld von jeweils 35.000 Euro verbunden.

Einen 2. Platz belegt der Vorschlag der Bürogemeinschaft Gertz Gutsche Rümenapp; yellow z urbanism architecture; bgmr (Hamburg / Berlin) Die Planer dieser Arbeitsgemeinschaft sehen ebenfalls eine kombinierte Brücken-Tunnel-Lösung vor. Den 2. Platz im Wettbewerb belohnte das Preisgericht mit 30.000 Euro.

Bemerkenswert: Für die etwa drei- bis fünfjährige Bauphase favorisieren mehrere Planer die Errichtung einer Behelfsbrücke, um den Verkehrsfluss auf dem Südschnellweg auch weiterhin zu ermöglichen. Lies und Schostok kündigen an, beim Bund intensiv für eine solche Zwischenlösung zu werben.

Projektgruppenleiter Dr. Jens Hanel von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erläuterte den weiteren Zeitplan für die kommenden Jahre:

„Wichtig ist, dass wir viele gute Ideen gewonnen haben, aus der wir eine sinnvolle Gesamtplanung erarbeiten können. Dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, den Siegerentwurf möglichst 1:1 umzusetzen. Zunächst wollen wir jetzt auf Fachebene unmittelbar die Abstimmung zwischen Bund, Land und Stadt fortsetzen, um zu klären, welche Lösungen im Detail weiter verfolgt werden sollen. Die Menschen in der Stadt wollen und sollen mitreden. Der weitere Fortgang wird durch einen regelmäßigen Planungsdialog begleitet, an dem Bürgerinnen und Bürger, Vertreter von Interessengruppen und Kommunalpolitiker teilnehmen.“

Hinweis: Die drei Siegerentwürfe sind auch unter

http://www.strassenbau.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=37866&article_id=140818&_psmand=135

im Internet einsehbar.

Der nächste Termin im Planungsprozess ist öffentlich:

Am Mittwoch, 24. Februar 2016, um 18 Uhr soll im Freizeitheim Hannover-Döhren, An der Wollebahn 1, die offizielle Preisverleihung zum Ideenwettbewerb stattfinden. Zu der Veranstaltung mit Verkehrsminister Olaf Lies und Stadtbaurat Uwe Bodemann sind auch Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Gleichzeitig wird auch erstmals die komplette Ausstellung zum Ideenwettbewerb gezeigt. Auf Schautafeln werden die Entwürfe aller 14 Wettbewerbsteilnehmer zu sehen sein. Die Ausstellung ist in Döhren auch noch am 25. Februar zu sehen. Vom 29. Februar bis einschließlich 24. März 2016 (Gründonnerstag) ist die Ausstellung dann in der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Göttinger Chaussee 76A, in Hannover zu besichtigen. Öffnungszeiten sind montags, dienstags und donnerstags von 7:30 Uhr bis 16 Uhr, mittwochs von 7:30 Uhr bis 20 Uhr und freitags von 7:30 Uhr bis 14 Uhr. Mittwochs zwischen 16:00-20:00 werden Mitglieder des Projektteams für Fragen zur Verfügung stehen.

Die weitere Zeitplanung:

2016: Abstimmung zwischen dem Baulastträger Bund, Land und Stadt, welche Lösungen im Detail weiter verfolgt werden sollen. Hierbei ist auch eine Beteiligung der Bürger durch Informationen und Diskussionen (Planungsdialog) vorgesehen.

2017 – 2018: Entwurfs- und Genehmigungsplanung (Vorplanung). Ausarbeitung einer umsetzungsfähigen Straßenplanung einschließlich Kostenermittlung.

2018: Genehmigung der Vorplanung durch das Bundesverkehrsministerium.

2018 – 2019: Erstellung der Planunterlagen für das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren.

2020 – 2021: Planfeststellungsverfahren (Durchführung des öffentlich-rechtlichen Genehmigungsverfahrens mit den vollen Beteiligungsrechten aller Bürger und sonstigen Betroffenen.)

2021 – 2022: Ausführungsplanung (Erarbeitung der eigentlichen Bauunterlagen)

2022 – 2023: Vergabeverfahren (Durchführung der Ausschreibung einschließlich Auftragserteilung)

2023 Baubeginn

Zum Hintergrund:

Der Südschnellweg ist in den 1950er Jahren nach dem Schnellwegkonzept von Stadtbaurat Hillebrecht mit einer Hochstraße über den Kreuzungsbereich Hildesheimer Straße und einer hochwassersicheren Leinequerung erbaut worden.

Seit dem Bau des Südschnellweges hat sich die tägliche Verkehrsbelastung auf diesem Ab­schnitt der Bundesstraße auf jetzt 48.000 Fahrzeuge verdoppelt. Wegen dieser enormen Verkehrssteigerungen haben sich auch die damit verbundenen Belastungen für diese Bundesstraße und deren Brücken deutlich erhöht.

Zwischenzeitlich wurden der an der Brücke Hildesheimer Straße Schäden und damit verbunden Einschränkungen in der Tragfähigkeit festgestellt. Seit 2013 ist die Nutzung nur noch eingeschränkt möglich, die Brücke ist nur noch einstreifig je Richtungsfahrbahn befahrbar. Größere Verkehrsprobleme sind ausgeblieben.

Neben der Brücke Hildesheimer Straße weisen im weiteren Verlauf Richtung Westen (Landwehrkreisel) auch noch die Leineflutbrücke, die Leinebrücke und die Überführung der Schützenallee, die Leinebrücke und die Leineflutbrücke Tragfähigkeitsdefizite auf und müssen durch Neubauten ersetzt werden. Ziel des Ideenwettbewerbes war es, kreative Ideen für den gesamten Bereich Südschnellweg in Hannover zwischen dem Landwehrkreisel und den Bahntrögen vor dem Seelhorster Kreuz in Hannover zu bekommen, um eine leistungsfähige/ bedarfsgerechte sowie eine städtebaulich optimale und landschaftsverträgliche Lösung zu finden. Dabei war die Frage eines Neubaus z.B. als Brücke, Trog oder Tunnel völlig offen.

In dem Ideenwettbewerb waren am 5. Oktober 2015 insgesamt 15 geeignete Fachbüros nach vorheriger Bewerbung aufgefordert worden, ihre Ideen für die Planungsaufgabe Südschnellweg zu entwickeln. Dabei war bewusst eine Zusammenarbeit von Stadtplanern, Verkehrsplanern und Landschaftsarchitekten - unterstützt durch Bauingenieure - gefordert. Abgabetermin für die Fachbüros war der 16. Dezember 2015. 14 Arbeiten wurden abgeliefert.


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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Pressesprecher: Christian Haegele und Sabine Schlemmer-Kaune

Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung
Pressestelle
Friedrichswall 1
30159 Hannover
Tel: (0511) 120-5428
Fax: (0511) 120-5772

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