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Minister Lies will mehr Sicherheit in allen Regionalzügen

Aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der LNVG: Eine große Mehrheit der Fahrgäste spricht sich für Videoüberwachung aus


Eine überwältigende Mehrheit von 93 Prozent aller Bahnreisenden befürwortet den Einsatz von Videokameras in Regionalzügen zur Erhöhung der Sicherheit. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). Minister Lies und die LNVG werden sich vor diesem Hintergrund künftig bei allen Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für Videoüberwachung in sämtlichen Nahverkehrszügen einsetzen.

Minister Lies erklärt dazu heute vor Journalisten in Hannover:

„Unser Ziel ist es, den Schienenpersonennahverkehr so attraktiv wie möglich zu machen. Die Fahrgäste müssen sich in den Zügen sicher und wohl fühlen. Eine große Mehrheit der Bahnreisenden hat sich in der Umfrage Videokameras gewünscht. Das eindeutige Ergebnis bestärkt uns in unserer bisherigen Haltung: Gemeinsam mit den Verkehrsministern aller Bundesländer habe ich mich bereits für Videoüberwachung in Nahverkehrszügen ausgesprochen. Wir werden es in Niedersachsen jetzt schrittweise verpflichtend einführen. 50 Prozent aller Zugkilometer werden schon heute videoüberwacht. Die LNVG wird das Thema in den folgenden Streckenausschreibungen verbindlich mit aufnehmen, so dass in einigen Jahren alle Züge entsprechend ausgerüstet sind. Die Kameras sollen das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste stärken, potentielle Straftäter abschrecken und natürlich bei der Aufklärung helfen, falls doch einmal etwas geschieht.“

Lies weiter:

„Eine Mehrheit der Fahrgäste wünscht sich außerdem ein Alkoholverbot in Zügen. Ich bin für eine offene Diskussion zu dem Thema. Die bisherigen Erfahrungen mit einem Alkoholverbot sind jedenfalls gut, zum Beispiel in den Metronom-Zügen. Daher wird die LNVG jetzt aktiv auf die Region Hannover und den Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe zugehen, weil aktuell diese drei Partner gemeinsam die Neuausschreibung für den S-Bahn-Verkehr im Großraum Hannover vorbereiten.“

LNVG-Geschäftsführer Hans-Joachim Menn präsentierte am Donnerstag im Einzelnen das Ergebnis der Umfrage, bei der Forsa im April dieses Jahres 2.400 Reisende in Nahverkehrszügen in Niedersachsen persönlich befragt hat.

„93 Prozent aller Reisenden finden es richtig, dass es Videokameras in Regionalzügen gibt. Das Urteil pro Videoaufzeichnung fällt dabei in allen Altersgruppen einhellig aus. Es wird von Männern ebenso befürwortet wie von Frauen und ist auch nicht davon abhängig, ob die Befragten häufiger oder seltener mit der Bahn unterwegs sind. Nur sieben Prozent positionieren sich gegen eine Videoaufzeichnung. Sie nennen als Gründe für ihre Ablehnung unter anderem die Einschränkung ihrer Persönlichkeitsrechte bzw. ein Zuviel an staatlicher Kontrolle“, erläutert Menn.

„Das subjektive Sicherheitsempfinden der Fahrgäste wird noch von weiteren Faktoren bestimmt. Als sehr wichtig bzw. wichtig bewerten 88 Prozent der Befragten, dass die Abteile ausreichend beleuchtet sind. Ansprechbare Zugbegleiter sind für 75 Prozent von erheblicher Bedeutung. Auch mit einem Alkoholverbot in den Zügen fühlen sich viele Reisende sicherer (66 Prozent). Mitfahrende Polizeibeamte spielen im subjektiven Sicherheits-Ranking der Fahrgäste eine untergeordnete Rolle - nur für 15 Prozent ist das relevant“, fasst Menn zusammen

Der LNVG-Chef zur Bewertung des Umfrageergebnisses:

„Angesichts der zunehmend kontrovers und eher juristisch geführten Diskussion zwischen Datenschützern und Verkehrsunternehmen kommt es uns als Besteller und Finanzierer darauf an, den Reisenden eine repräsentative Stimme zu geben. Sie sind schließlich unmittelbar betroffen. Wir freuen uns, dass wir den Wünschen schon in vielen Punkten entsprechen und etwa die Quote der Zugbegleiter in den vergangenen Jahren spürbar erhöhen konnten. So werden schon heute in 100 Prozent aller Regionalexpresszüge und ab Dezember 2016 in 70 Prozent aller Regionalbahnen Zugbegleiter eingesetzt.“

Minister Lies abschließend:

„Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass Datenschützer unser Vorgehen bei der Videoüberwachung unter Umständen kritisch sehen werden. Wir nehmen entsprechende Hinweise ernst. Ich weiß mich aber einig mit den übrigen Verkehrsministern der Länder: Die Sicherheit der Fahrgäste geht vor.“


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Artikel-Informationen

erstellt am:
30.06.2016

Ansprechpartner/in:
Pressesprecher: Christian Haegele und Sabine Schlemmer-Kaune

Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung
Pressestelle
Friedrichswall 1
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Tel: (0511) 120-5428
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