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„Pflegewächter“: Start-up hilft Angehörigen und Pflegebedürftigen per App

Lindner: „Bürokratische Hürden werden durch digitale Lösung abgebaut“


Dr. Berend Lindner, Staatssekretär im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, hat das Start-up „Pflegewächter“ in Hannover-Linden besucht und sich aus erster Hand darüber informiert, wie das Team um Gründer Florian Specht einen Beitrag zur Digitalisierung und Entbürokratisierung der Gesundheitswirtschaft leistet.

Das preisgekrönte Start-up (3. Platz beim DurchSTARTER-Preis 2021, Gewinner des Social Entrepreneuership Camps der Region Hannover im Februar 2019) bietet eine Online-Pflegeberatung an, mit der die Nutzerinnen und Nutzer ganz einfach ihre Pflegegradstufe ermitteln und sich beim Erstellen des Pflegeantrags helfen lassen können – und zwar kostenfrei. Darüber hinaus erhalten Privatpersonen im Falle eines Widerspruchs eine ebenfalls kostenfreie Rechtsberatung. Aktuell erstellen die vom Land Niedersachsen über die NBank Capital unterstützten „Pflegewächter“ etwa 100 Gutachten im Monat – Tendenz steigend. 75 Prozent der Widersprüche haben Erfolg. Die Idee zur App hatte Florian Specht, weil er als pflegender Angehöriger gemerkt hat, wie belastend die Situation im Pflegebereich ohne gezielte Hilfsangebote ist.

Dr. Berend Lindner: „Das Gesundheitswesen ist ein Wirtschaftszweig, der in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Ich bin von der Firmenidee begeistert, denn zum einen hilft die App, Pflegebedürftige und Angehörige zu unterstützen, zum anderen werden bürokratische Hürden durch eine digitale Lösung abgebaut.“

Florian Specht: „Die Vision unseres Start-ups lautet: Wir sorgen dafür, dass Sie wirklich die finanziellen Leistungen erhalten, die Ihnen zustehen.“

Hintergrund:

Die „Pflegewächter“-App hat drei Funktionen, die für die Nutzer kostenfrei sind. Die Pflegekassen erstatten die Beratungsleistungen. Außerdem erhält das Start-up Förderungen vom Bundeswirtschaftsministerium und der Region Hannover.

Funktionen der App:

Pflegeanspruch: Hierbei wird den Betroffenen bzw. Angehörigen geholfen, selbständig anhand eines Fragekatalogs den voraussichtlichen Pflegegrad zu berechnen und direkt den Antrag bei der Pflegekasse zu stellen.

Pflegewiderspruch: Die Betroffenen erfassen alle wichtigen Informationen in einem Online-Fragebogen. Anschließend legen die Partneranwälte der „Pflegewächter“ Wider-spruch ein und übernehmen die Kommunikation mit der entsprechenden Kasse. Die Partneranwälte überprüfen alle Unterlagen der Versicherung, die Betroffenen erhalten die Begründung und Expertentipps.

Pflegeentschädigung: Der Gesetzgeber hat bestimmte Fristen geschaffen, innerhalb der die Pflegekasse auf einen Antrag reagieren muss. Wird diese Zeit überschritten, hat die antragstellende Person einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Die „Pflegewächter“ kümmern sich um eine schnelle Begutachtung und prüfen, ob den Betroffenen eine Entschädigung zusteht.

Weitere Informationen gibt es unter www.pflegewaechter.de.

Artikel-Informationen

erstellt am:
12.07.2022

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