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Startup-Land Niedersachsen: Mehr Gründungen trotz Krise

Althusmann: Hoher Frauenanteil und ökologische Geschäftsideen gutes Sig-nal für Standort Niedersachsen


Niedersachsen punktet mit einer gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Startup-Gründungsaktivität und hohem Gründerinnenanteil, im Bereich Wachstum stehen niedersächsische Startups noch vor Herausforderungen. Zu diesen Ergebnissen kommt der Niedersachsen Startup Monitor, mit dem die Landesinitiative startup.niedersachsen im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung erstmalig ein Monitoring der jungen niedersächsischen Unternehmen umsetzt. Die Studie, die vom Bundesverband Deutsche Startup e.V. durchgeführt wurde, bildet das Gründungsgeschehen im Jahr 2020 in Niedersachsen ab und zeigt die Stärken und Schwächen der niedersächsischen Startups auf. Die Ergebnisse wurden heute (Donnerstag) in einer digitalen Pressekonferenz vom Niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und Christian Miele, Präsident des Bundesverbands Deutsche Startups e.V., präsentiert.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des Niedersachsen Startup Monitors:

  • Gründungsaktivität nimmt trotz Corona-Krise zu: Die Zahl der Startup-Gründungen ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent gestiegen. Insgesamt konnten im Jahr 2020 106 Startup-Gründungen in Niedersachsen verzeichnet werden. Damit wächst auch die Chance, als Ökosystem den nächsten Schritt zu gehen.
  • Gründerinnenanteil überdurchschnittlich hoch: Niedersachsen setzt mit einem Frauenanteil von 20 Prozent, der deutlich über dem Bundesdurchschnitt mit 16 Prozent liegt, ein positives Signal auf dem Weg hin zu mehr Startup-Gründerinnen.
  • Hannover ist Motor des Ökosystems: Niedersachsen verfügt mit 43 Neugründungen in Hannover über einen Standort mit hoher Startup-Aktivität. Aber auch Braunschweig, der Raum Osnabrück und Göttingen stechen positiv hervor. Vor allem die Nähe zu Universitäten und eine stark technische Ausrichtung prägen das Ökosystem.
  • Viele Gründungen in der Green Economy: 50 Prozent der niedersächsischen Gründerinnen und Gründer fühlen sich der ökologischen Nachhaltigkeit verpflichtet. Damit liegt Niedersachsen über dem bundesweiten Durchschnitt, der bei 43 Prozent liegt.
  • Herausforderung liegt im Wachstum: Startups in der Region sehen sich mit Schwierigkeiten bei den Themen Kapital, Köpfe und Kooperationen konfrontiert: Rund zwei Drittel der befragten Startups wünschen sich bessere Finanzierungsmöglichkeiten durch Wagniskapital oder Business Angels. Nur 14 Prozent der Unternehmen haben aktuell mehr als 10 Mitarbeitende. Jedoch planen 89 Prozent der Startups trotz Krise im Jahr 2021 neues Personal einzustellen. Und auch bei der Vernetzung mit etablierten Unternehmen gibt es noch Luft nach oben.

Die meisten niedersächsischen Startups blicken trotz der aktuellen Corona-Krise zuversichtlich in die Zukunft: 59 Prozent der befragten Unternehmen haben die zukünftige Geschäftslage als positiv bewertet. Die Bewertung des niedersächsischen Startup-Ökosystems fiel ebenfalls überwiegend positiv aus. Das Land hat im Oktober 2020 seine Startup-Strategie verabschiedet, mit der die im Startup-Monitor identifizierten Herausforderungen adressiert und Handlungsempfehlungen für noch bessere Bedingungen für Startups gegeben werden. Dies betrifft beispielsweise den Zugang zur Wachstumsfinanzierung für junge Unternehmen. Hier stellt das Land für den Aufbau eines Wachstumsfonds 50 Millionen Euro bereit.

Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung in Niedersachsen: „Die Ergebnisse des Startup Monitors ermutigen uns in unserer Politik. Die niedersächsischen Startups sind weiblicher als im bundesweiten Durchschnitt und der hohe Anteil junger Startups in Niedersachsen lässt auf große Entwicklungspotenziale für das Startup-Land Niedersachsen schließen. Unser Land soll für Startups so attraktiv wie möglich werden, wir wollen eine neue Gründerzeit ermöglichen. Denn Startups sind kein kurzfristiger Hype, sondern langfristige Zukunftssicherung. Dafür braucht es Gründerinnen und Gründer, die mutig, direkt und überzeugend, auch unkonventionell und originell ihre Ideen vertreten und die hier stattfindende Vernetzung als große Chance begreifen. Innovation entsteht durch Kooperation. Und dafür bieten wir in Niedersachsen beste Voraussetzungen.“

Christian Miele, Präsident des Startup-Verbands: „Das Land Niedersachsen ist ein tolles Beispiel, wie auch außerhalb der Metropolen ein lebendiges Startup-Ökosystem entstehen kann. Eine besonders gute Nachricht ist die 2020 trotz Krise deutlich gestiegene Gründungsaktivität im Land, da Startups eine zentrale Rolle bei der Stärkung der Innovationsfähigkeit unserer Volkswirtschaft einnehmen. Darüber hinaus zeigt die große Bedeutung der Green Economy im Niedersächsischen Ökosystem, welche Potenziale Startups bei der Bewältigung von ökologischen Herausforderungen haben. Wir als Verband werden uns weiter mit Nachdruck für bessere Rahmenbedingungen und für eine Startup-Mentalität einsetzen, um Deutschland als Startup-Standort noch attraktiver zu machen."

Apl. Prof. Dr. Stephanie Birkner, Mitglied des Startup-Beirats des Landes Niedersachsens und CVO der ZUKUNFT.unternehmen gGmbH sowie außerplanmäßige Professur für Female Entrepreneurship an der Universität Oldenburg: „Niedersachsen zeichnet sich nicht nur durch eine facettenreiche Landschaft vom Wattenmeer bis zum Harz aus. Auch die Menschen, die jetzt sowie zukünftig hier leben und arbeiten, sind ebenso divers. Wir brauchen die Vielfalt ihrer Talente, um Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen unserer Gesellschaft finden zu können. Ich bin überzeugt, nur gemeinsam wird es uns gelingen können, eine zukunftsfähige Wirtschaft zu gestalten. Der im bundesweiten Vergleich höhere Frauenanteil bei den Startup-Gründungen ist ein wichtiges Signal dafür, dass das Potenzial unternehmerischer Vielfalt im niedersächsischen Gründungsökosystem (an)erkannt wird. Nun gilt es diesen ersten Erfolg zu verstetigen sowie weiter intersektional wirksame Strukturen in der Finanzierungs- und Förderlandschaft zu schaffen.“

Wolf Goertz, ebenfalls Mitglied des Startup-Beirats und Regionalleiter Niedersachsen für den Bundesverband Deutsche Startups: "Die positive Bewertung des Ökosystems laut Startup-Monitor zeigt, dass wir bereits vieles richtig gemacht haben in unserem Bundesland. Die neue Startup-Strategie des Wirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsministerium und dem Startup-Beirat wird nun eine Sog-Wirkung auch für Startups in weiter entwickelten Stadien erzeugen. Auch wachsen in Niedersachsen ist sexy!"

Susan Wache, Gründerin des Startups feelSpace: „Wir sind eine Ausgründung aus der Universität Osnabrück und haben einen Navigationsgürtel für blinde Menschen entwickelt. Von Anfang an gab es gute Unterstützung im Bereich der Gründungsberatung und wir konnten an verschiedenen Stellen wertvolle Hilfe in Anspruch nehmen. Doch natürlich gibt es nach wie vor einiges zu verbessern. Es freut mich, dass sich in dieser Hinsicht etwas bewegt. Weiterhin sind wir als ein von vier Frauen gegründetes Startup eine Besonderheit – das sollte in Zukunft nichts Außergewöhnliches mehr sein.“

Der vollständige Niedersachsen Startup Monitor kann unter www.startup.nds.de/monitor2021 heruntergeladen werden.

Über den Niedersachsen Startup Monitor:

Der Niedersachsen Startup Monitor wurde von der Landesinitiative startup.niedersachsen im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung veranlasst und vom Deutsche Startup e.V. in diesem Jahr erstmalig herausgegeben. Die Studie basiert auf den Daten von insgesamt 161 Niedersächsischen Startups mit ihren mehr als 1.000 Mitarbeitenden, die im Rahmen der Befragung zum Deutschen Startup Monitor (DSM) 2020 ermittelt wurden. Der vom Bundesverband Deutsche Startups e.V. seit 2013 durchgeführte DSM ist die umfassendste Studie zum deutschen Startup-Ökosystem

Über startup.niedersachsen:

startup.niedersachsen, vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium im Jahr 2017 ins Leben gerufen, ist die Plattform zur Förderung der Startup-Community in Niedersachsen. Als zentraler Ansprechpartner vernetzt die Initiative Startup-Akteure, bringt Ideen auf die Bahn und verhilft Gründerinnen und Gründern zum Durchstarten. Weitere Informationen unter https://startup.nds.de.


Artikel-Informationen

erstellt am:
15.04.2021

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