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erstellt am:
20.04.2026
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne hat heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung und der Europäischen Kommission das Werksgelände der Salzgitter AG in Salzgitter besucht. Im Mittelpunkt des Termins stand der fachliche Austausch zur Zukunft der europäischen Stahlindustrie sowie die Besichtigung des Transformationsprojekts SALCOS (Salzgitter Low CO₂ Steelmaking).
Neben Minister Tonne nahmen unter anderem der Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission, Stéphane Séjourné, sowie der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG, Gunnar Groebler, an dem Termin teil.
SALCOS hat zum Ziel, die CO₂-Emissionen der Salzgitter AG langfristig um über 95 Prozent zu senken. Die klassischen Hochofenprozesse werden dabei schrittweise durch Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen ersetzt, die mit grünem Wasserstoff betrieben werden. Das Vorhaben wird als IPCEI-Projekt (Important Projects of Common European Interest) mit insgesamt 1,32 Milliarden Euro gefördert – 900 Millionen Euro vom Bund und rund 400 Millionen Euro vom Land Niedersachsen.
Minister Grant Hendrik Tonne betonte bei dem Termin: „Die Transformation der Stahlindustrie ist eine der zentralen Herausforderungen für den Industriestandort Niedersachsen und Europa. Mit dem SALCOS-Projekt zeigt die Salzgitter AG eindrucksvoll, wie die Dekarbonisierung einer Schlüsselbranche gelingen kann. Die Landesregierung steht fest an der Seite der Stahlbranche – nicht nur mit erheblichen Fördermitteln in Höhe von rund 400 Millionen Euro, sondern auch mit klaren politischen Rahmenbedingungen. Ich freue mich, dass die EU-Kommission diesen Weg mit dem Steel and Metals Action Plan konsequent unterstützt und damit ein wichtiges Signal für faire Wettbewerbsbedingungen und den Schutz europäischer Stahlproduktion sendet.“
Gunnar Groebler, CEO der Salzgitter AG,ergänzte: „Der heutige Besuch ist ein starkes Zeichen der europäischen Solidarität mit der Stahlindustrie. SALCOS ist mehr als ein Industrieprojekt – es ist ein Leuchtturm für die klimaneutrale Produktion der Zukunft. Die Unterstützung durch das Land Niedersachsen, den Bund und die intensive Begleitung durch die EU-Kommission bei der Notifizierung haben entscheidend dazu beigetragen, dass wir jetzt in die Umsetzungsphase gehen können. Der Steel and Metals Action Plan zeigt, dass Europa seine Schlüsselindustrien nicht aufgibt, sondern sie für die Zukunft wettbewerbsfähig macht.“
Bei dem Termin wurden verschiedene europäische Initiativen diskutiert, die für die Stahlbranche von Bedeutung sind: der European Steel and Metals Action Plan der EU-Kommission vom März 2025, die verschärften Safeguard-Maßnahmen zum Schutz vor Billigimporten sowie der Industrial Accelerator Act, der ab 2029 verbindliche Quoten für emissionsarmen Stahl bei öffentlichen Ausschreibungen vorsieht.
Mit dem Programm SALCOS verfolgt die Salzgitter AG das Ziel, ihre CO₂-Emissionen langfristig um mehr als 95 Prozent zu senken. Kern der Transformation ist der schrittweise Ersatz der klassischen Hochofenroute durch Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen, perspektivisch betrieben mit grünem Wasserstoff.
Hintergrund:
Die Salzgitter AG beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter und ist einer der führenden Stahlhersteller Europas. Das Transformationsprojekt SALCOS gilt europaweit als Modell für die klimafreundliche Neuausrichtung der Stahlindustrie. Der European Steel and Metals Action Plan der EU-Kommission zielt darauf ab, die europäische Stahlindustrie wettbewerbsfähig, dekarbonisiert und strategisch unabhängig zu machen.
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erstellt am:
20.04.2026