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erstellt am:
11.03.2026
Das Land Niedersachsen bewertet die heute vorgestellten Anpassungen im Zeitplan der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin mit gemischten Gefühlen. Positiv ist aus Sicht des Landes, dass der Zeitraum der sogenannten Qualitätsoffensive auf der Strecke Hannover-Hamburg weiterhin grundsätzlich bestehen bleiben soll. Gleichzeitig gehen die Verzögerungen bei der Generalsanierung Hamburg-Berlin jedoch in einigen Fragen zulasten Niedersachsens.
Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne: „Die Verzögerungen bei der Generalsanierung Hamburg-Berlin treffen Niedersachsen unmittelbar. Der weiterhin notwendige Umleitungsverkehr über unser Netz belastet die Infrastruktur erheblich und schränkt andere Verkehre ein. Besonders problematisch ist, dass der Umfang der geplanten Qualitätsoffensive zwischen Hannover und Hamburg voraussichtlich reduziert wird. Was in dieser Zeit möglich sein wird, dürfte eher eine Qualitätsdefensive als eine Qualitätsoffensive sein.“
Der Zeitraum der Bauphase zwischen Anfang Mai und Mitte Juli 2026 ist weiterhin grob so vorgesehen. Für Pendlerinnen und Pendler, Reisende sowie für die Wirtschaft ist dies ein wichtiger Punkt: Viele Betroffene haben sich bereits auf diesen Zeitraum eingestellt und entsprechende Vorkehrungen getroffen. Eine vollständige Verschiebung hätte aus Sicht des Ministeriums bedeutet, dass diese Planungen komplett hinfällig geworden wären.
Ob zu einem späteren Zeitpunkt erneut Belastungen entstünden, weil die Qualitätsoffensive reduziert wird, ist noch nicht abzusehen und kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Zudem ist es aus Sicht des Landes wichtig, dass parallel geplante Baumaßnahmen im Straßennetz in den Planungen der Deutschen Bahn berücksichtigt werden. „Das begrüßen wir, darauf haben wir nachdrücklich hingearbeitet gegenüber der DB. Unser Ziel ist, die Belastungen in Niedersachsen so gering wie möglich zu halten.“
Das Land Niedersachsen erwartet jedoch, dass die Konsequenzen aus der verringerten Maßnahmenumsetzung im Zeitraum Mai bis Juli 2026 gemeinsam mit dem Bund, dem Land, der Deutschen Bahn und den betroffenen Regionen beraten werden. Weitere beliebige Sperrungen der Strecke Hannover–Hamburg im Nachgang zu der geplanten Sperrphase von Anfang Mai bis Mitte Juli können nicht mitgetragen werden. Nachzuholende Arbeiten dürfen nicht erneut zulasten von Pendlerinnen und Pendlern, Reisenden sowie der Wirtschaft gehen.
Die aktuellen Verzögerungen bei der Generalsanierung Hamburg-Berlin zeigen nach Einschätzung des Landes zudem, dass die Umsetzung solcher Großprojekte nicht immer wie geplant verläuft, für einen längeren und intensiveren Winter kann niemand etwas. Für die bislang für 2029 vorgesehene Generalsanierung der Strecke Hannover-Hamburg erwartet Niedersachsen daher aber eine Überprüfung der Planungen und Planungszeiträume.
„Wir brauchen für diese wichtige Verbindung eine wirklich robuste und verlässliche Planung. Gleichzeitig erwarten wir die Bereitschaft, über eine reine Sanierung hinauszugehen. Die Strecke Hannover-Hamburg braucht perspektivisch mehr Kapazität. Niedersachsen ist bereit, darüber konstruktiv zu sprechen – denn auf dieser Verbindung geht noch mehr“, so der Minister abschließend.
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erstellt am:
11.03.2026