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GRW-Förderung 2025 stößt Investitionen von rund 438 Millionen Euro an

Minister Grant Hendrik Tonne: „Wichtiger Impuls für Wirtschaft und Arbeitsplätze in Niedersachsen“


Mit der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) hat das Land Niedersachsen im Jahr 2025 Investitionen von rund 437,8 Millionen Euro angestoßen. Insgesamt 114,1 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund und Land flossen in Unternehmensinvestitionen, Infrastrukturprojekte und Innovationsvorhaben, wie Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne bei der Vorstellung der GRW-Jahresbilanz 2025 mitteilte.

„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig verlässliche Förderinstrumente sind. Mit der GRW setzen wir gezielte Impulse für Investitionen, Innovationen und neue Arbeitsplätze in Niedersachsen“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister bei der Vorstellung der Förderbilanz 2025. „Die Förderung stärkt den Mittelstand, verbessert die Standortbedingungen und hilft insbesondere strukturschwächeren Regionen, ihre wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben“, so Tonne.

Mittelstand profitiert besonders

Ein Schwerpunkt der GRW-Förderung lag auch im Jahr 2025 auf der einzelbetrieblichen Investitionsförderung. 80 Investitionsprojekte von Unternehmen wurden unterstützt – deutlich mehr als im Jahr zuvor. Das damit verbundene Investitionsvolumen betrug 322,7 Millionen Euro, die mit 70,1 Millionen Euro GRW-Zuschüssen gefördert wurden.

Mehr als 90 Prozent der geförderten Vorhaben stammen aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Damit bleibt die GRW ein zentrales Instrument zur Unterstützung des Mittelstands, insbesondere bei Investitionen in moderne, ressourcenschonende und wettbewerbsfähige Produktionsprozesse.

Mit den geförderten Projekten wurden über 740 neue Dauerarbeitsplätze sowie mehr als 100 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen.

„Das zeigt sehr deutlich: Die GRW wirkt direkt auf den Arbeitsmarkt und schafft Perspektiven vor Ort“, so Tonne.

Breites Branchenspektrum – starke Rolle der Industrie

Die Fördermittel kamen Unternehmen aus 23 verschiedenen Branchen zugute. Den größten Anteil erhielt das verarbeitende Gewerbe, auf das rund 39,1 Millionen Euro Zuschüsse entfielen. Wichtige Schwerpunkte lagen unter anderem in der Lebensmittelproduktion, im Maschinenbau sowie bei Metallverarbeitungsbetrieben.

Tourismus stärkt regionale Wirtschaft

Auch der Tourismus spielte eine bedeutende Rolle: Mehrere Investitionen im Beherbergungsgewerbe stärkten die touristische Infrastruktur und tragen zur Attraktivität der Regionen bei.

Einen besonderen Akzent setzt Niedersachsen bei der GRW-Förderung im Bereich Tourismus. Anders als viele andere Bundesländer unterstützt Niedersachsen touristische Infrastruktur gezielt über mehrere Förderinstrumente – neben GRW-Mitteln auch mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesprogrammen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der touristischen Regionen zu stärken, die Qualität der Angebote zu verbessern und zusätzliche Wertschöpfung in den Regionen zu schaffen.

„Der Tourismus ist für viele Regionen Niedersachsens ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – gerade auch im ländlichen Raum“, sagte Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne. „Mit gezielten Investitionen in moderne und nachhaltige Angebote stärken wir die Attraktivität unserer Regionen und sichern Arbeitsplätze vor Ort.“

Ein Beispiel dafür ist die Weiterentwicklung des Camping- und Ferienparks Friesensee im Landkreis Wittmund. Dort entstehen unter anderem barrierefreie Unterkünfte, neue Glamping-Angebote sowie zusätzliche Wellness- und Freizeitangebote. Ergänzt werden diese Investitionen durch Maßnahmen zur Digitalisierung und zur nachhaltigen Energieversorgung. Das Projekt löst Investitionen von rund 6,3 Millionen Euro aus und wird mit mehr als 1,3 Millionen Euro GRW-Mitteln unterstützt.

„Die GRW-Förderung ermöglicht uns den entscheidenden Sprung in die Zukunft des Tourismus am Friesensee, so Frederik Kuipers, Geschäftsführer der Friesensee Touristik GmbH: „Durch den konsequenten Ausbau digitaler Services und einer nachhaltigen Energieversorgung steigern wir unsere Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit massiv. Gleichzeitig sichern wir mit diesen Investitionen langfristig moderne Arbeitsplätze und schaffen neue Perspektiven für Fachkräfte direkt hier in der Region.“

Infrastrukturinvestitionen schaffen neue Standortperspektiven

Neben der Förderung einzelner Unternehmen setzt Niedersachsen mit der GRW auch gezielt Impulse für wirtschaftsnahe Infrastruktur. Im Jahr 2025 stellte das Land dafür rund 43 Millionen Euro Fördermittel bereit und unterstützte damit Gesamtinvestitionen von etwa 110 Millionen Euro.

Ein besonders bedeutendes Projekt ist der Neubau eines Hafenzubringers in Cuxhaven. Die neue, schwerlastfähige Verkehrsanbindung wird künftig die Hafenanlagen und Industrieflächen deutlich besser miteinander verbinden und schafft wichtige Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Deutschen Offshore-Industrie-Zentrums.

Die Infrastruktur muss dabei besonderen Anforderungen gerecht werden: Über den neuen Zubringer sollen künftig auch Komponenten der nächsten Generation von Offshore-Windenergieanlagen transportiert werden können – mit Einzelgewichten von bis zu 5.000 Tonnen. Für den Bau des Hafenzubringers mit einem Investitionsvolumen von rund 87 Millionen Euro erhält die Stadt Cuxhaven eine Förderung von 30 Millionen Euro aus GRW-Mitteln. Neben der bewilligten GRW-Förderung ist auch ein Finanzierungsbeitrag in Höhe von 25 Millionen Euro aus Mitteln für die niedersächsische Gemeindeverkehrsfinanzierung (NGVFG) vorgesehen.

„Die GRW-Mittel sind ein wesentlicher Bestandteil, um die Hafenanbindung zu verbessern. Sie ermöglichen außerdem, die neuen Liegeplätze 5 bis 7 einschließlich der Schwerlastplattformen – die sich gegenwärtig im Bau befinden – in die Nutzung zu nehmen. Darüber hinaus dienen sie dazu, den Hafenstandort Cuxhaven auszubauen sowie die Entwicklung der im LROP und im RROP dargestellten Vorranggebiete „hafenorientierte Industrie und Gewerbehafen im Stadtgebiet Cuxhaven“ zu ermöglichen. Der „Sprung“ über die Bahnstrecke ist dabei die wesentliche Voraussetzung, um die Entwicklung des Offshore-Standortes Cuxhaven sicherzustellen“, erläuterte Cuxhavens Stadtbaurat Andreas Eickmann.

Weitere Infrastrukturmaßnahmen umfassten unter anderem die Erschließung neuer Gewerbegebiete, etwa in Rhauderfehn, Ritterhude und Brake. Diese Projekte verbessern die Standortbedingungen für Unternehmen und schaffen die Grundlage für zukünftige Ansiedlungen und Investitionen.

„Mit diesen Infrastrukturinvestitionen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen wachsen können und neue Arbeitsplätze entstehen“, sagte Tonne. „Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Transformation sind leistungsfähige Standorte ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.“

Innovationen in kleinen Unternehmen und Handwerk

Auch kleinere Innovationsvorhaben wurden gezielt unterstützt. Über das Programm zur niedrigschwelligen Innovationsförderung (nIFP) konnten elf Projekte in kleinen und mittleren Unternehmen sowie im Handwerk gefördert werden.

Mit 1,0 Millionen Euro Zuschüssen wurden Innovationsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 3,4 Millionen Euro unterstützt. Gefördert wurden unter anderem neue Produktionsverfahren, innovative Produkte sowie neue betriebliche Organisationsformen.

Ausblick: Vereinfachungen und neue Impulse

Zum 1. Januar 2026 ist ein überarbeiteter Koordinierungsrahmen der GRW in Kraft getreten. Ziel ist es, die Förderung einfacher, wirksamer und stärker auf Zukunftsinvestitionen auszurichten.

Geplant sind unter anderem:

• ein vereinfachter Förderzugang über eine klare Branchenliste,

• zusätzliche Anreize für Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen,

• sowie mehr Handlungsspielraum für Kommunen bei der Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen.

„Die wirtschaftliche Transformation stellt Unternehmen und Regionen vor große Herausforderungen – von Digitalisierung bis Klimaneutralität“, sagte Tonne. „Mit der Weiterentwicklung der GRW schaffen wir bessere Voraussetzungen, damit Unternehmen und Regionen ihre wirtschaftlichen Potenziale entfalten können.“

Weitere Details können der beigefügten Förderbilanz der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ des Landes Niedersachsen 2025 entnommen werden.

Download zum Thema

  Broschüre Förderbilanz GRW

Artikel-Informationen

erstellt am:
13.03.2026

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