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erstellt am:
12.03.2026
Das Land Niedersachsen treibt den Ausbau der Elektromobilität in der Landesverwaltung konsequent voran. Ziel ist es, die rund 6.300 Landesfahrzeuge bis zum Jahr 2030 zu elektrifizieren und die dafür notwendige Ladeinfrastruktur flächendeckend bereitzustellen. Bisher sind rund 15 Prozent der Fahrzeuge elektrisch unterwegs.
Bereits 2021 wurde das sogenannte „Team Elektromobilität“ gegründet, um die Maßnahmen im Sinne der Klimaneutralität umzusetzen. Darin arbeiten das Wirtschaftsministerium, das Finanzministerium, das Innenministerium, die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie das Staatliche Baumanagement eng zusammen.
Eine zentrale Entscheidung des Teams war die Beschaffung einer einheitlichen Ladeinfrastruktur einschließlich eines digitalen Backends über einen Rahmenvertrag – mit dem Ziel eines landeseigenen Ladenetzes. Dazu gehören auch Liegenschaften der Polizei, die aktuell im Rahmen eines bundesweit einmaligen Projekts ihre Pkw-Flotte elektrifiziert. An diesen Standorten müssen besondere Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Betriebs- und Ausfallsicherheit berücksichtigt werden.
Seit 2021 wurden auf Landesliegenschaften bereits rund 1.350 Ladepunkte errichtet beziehungsweise beauftragt. Parallel wurde ein digitales Backend entwickelt und in Betrieb genommen, das die Ladepunkte über alle landeseigenen Standorte hinweg zu einer zentral gesteuerten Infrastruktur verbindet. Ziel des Backends ist es, dass alle landeseigenen Dienstkraftfahrzeuge mit einem Chip an jedem landeseigenen Ladepunkt unkompliziert aufgeladen werden können. Darüber hinaus bietet das System die Möglichkeit, Informationen über die Anzahl und die räumliche Verteilung von Ladevorgängen sowie die konkreten Verbräuche abzurufen. Diese werden beispielsweise für die zentrale Organisation der Stromverträge benötigt.
Der bisherige Rahmenvertragspartner betreute den Aufbau der Infrastruktur bis Ende 2025. Da der Vertrag aus vergaberechtlichen Gründen nicht verlängert werden konnte, wurde die Leistung im Jahr 2025 europaweit neu ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt das niedersächsische Unternehmen CUBOS mit Sitz in Wolfsburg, das sich als Anbieter für gewerbliche Ladeinfrastruktur, Photovoltaiksysteme und intelligentes Energiemanagement etabliert hat. Für 2026 stehen zehn Millionen Euro für den weiteren Ausbau zur Verfügung. Für die kommenden Jahre sollen jährlich 15 Millionen Euro in die Fortführung der Elektrifizierung der Landesverwaltung fließen.
Olaf Lies, Niedersächsischer Ministerpräsident: „Das Land geht mit gutem Beispiel voran. Wir schaffen mit dem Ausbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur für die Landesverwaltung die Grundlage dafür, dass immer mehr Dienstfahrzeuge elektrisch unterwegs sein können. Die Beteiligung eines Unternehmens aus Niedersachsen unterstreicht die Innovationskraft unseres Landes – so verbinden wir Fortschritt und wirtschaftliche Stärke.“
Im Rahmen des neuen Rahmenvertrags wird CUBOS etwa 400 Ladepunkte für batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride an rund 160 weiteren landeseigenen Liegenschaften errichten. Dazu gehören Standorte der Polizei sowie weitere Einrichtungen mit besonderen Sicherheitsanforderungen. Die Installation der Ladepunkte erfolgt schrittweise und bedarfsgerecht auf den jeweiligen Liegenschaften. An vielen Standorten entstehen größere Ladecluster mit mehreren AC-Ladestationen (Normalladepunkte mit Wechselstrom) und DC-Ladestationen (Schnelladepunkte mit Gleichstrom).
Grant Hendrik Tonne, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen: „Ich freue mich sehr darüber, dass das von uns in Zusammenarbeit mit der Hochbauverwaltung laufende Projekt zur Elektrifizierung der Landesfahrzeuge und der Errichtung der zugehörigen Ladeinfrastruktur mit dem niedersächsischen Unternehmen CUBOS einen weiteren versierten Vertragspartner zur Etablierung der Elektromobilität gefunden hat. Aktuell setzen wir bereits 1.350 Ladepunkte auf Landesliegenschaften um und haben ein digitales Backend als Grundlage für unser Landesladenetz beschafft. In der kommenden Projektphase planen wir, weitere rund 400 Ladepunkte zu errichten, damit die Landesfahrzeuge bedarfsgerecht geladen werden können. Dies ist insbesondere für deren Einsatz bei der Polizei und im Straßenbetriebsdienst von hoher Bedeutung.“
Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens: „Mit der Elektrifizierung unseres Fuhrparks stärken wir eine moderne und nachhaltige Polizei. Durch unsere ca. 817 Fahrzeuge mit ökologisch nachhaltigen Antriebskonzepten sind wir bundesweiter Vorreiter. Durch die enge Vernetzung aller Akteure hat die Polizei Niedersachsen in den vergangenen Jahren auf zahlreichen polizeilichen Liegenschaften landeseigene Ladeinfrastruktur aufbauen können. Dank der guten ressortübergreifenden Zusammenarbeit wurden so bislang 894 Ladepunkte an polizeilichen Liegenschaften ertüchtigt. Weitere 396 Ladepunkte sollen zeitnah folgen.“
Niedersachsens Finanzminister Gerald Heere: „Es ist eine gute Nachricht, dass wir als Land unsere Fahrzeugflotte Schritt für Schritt elektrifizieren und uns damit unabhängiger von fossilen Treibstoffen wie Öl oder Benzin machen. Durch den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien geht das Land konsequent weiter in Richtung Klimaresilienz und Treibhausgasneutralität. Unsere Fachleute vom Staatlichen Baumanagement Niedersachsen sorgen in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium dafür, dass wir koordiniert und ressortübergreifend den Ausbau der Ladeinfrastruktur immer weiter vorantreiben. Insgesamt hat das Land allein für die Errichtung der Ladeinfrastruktur seit 2021 bereits rund 50 Millionen Euro bereitgestellt.“
CUBOS übernimmt als sogenannter Charge Point Operator die Lieferung und Montage der Ladehardware sowie den Betrieb der Infrastruktur und des Backends. Das Unternehmen setzt dabei auf eine integrierte Hardware- und Softwarelösung, die eine datenbasierte Steuerung, standortübergreifendes Lastmanagement und eine sichere Einbindung weiterer Standorte ermöglicht. Das Land Niedersachsen stellt die erforderlichen Flächen sowie die notwendige Netzinfrastruktur einschließlich Stromanschluss und IT-Anbindung bereit.
Mit dem weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur schafft Niedersachsen die Voraussetzungen für eine moderne, klimafreundliche und digital gesteuerte Mobilität innerhalb der Landesverwaltung.
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erstellt am:
12.03.2026