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Nordseegipfel: Küstenländer tragen zentrale Verantwortung

Anlässlich des Nordseegipfels am (heutigen) Montag in Hamburg hat der niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne die Bedeutung der dort aufgerufenen Themen für die norddeutschen Küstenländer betont: „Der Ausbau der Offshore-Windenergie, die Integration von Wasserstoff, sichere Lieferketten und der Schutz der Nordsee sind keine abstrakten europäischen Zukunftsthemen – sie werden ganz konkret in unseren Häfen, Kommunen und Küstenregionen umgesetzt.“

Offshore-Ausbau braucht leistungsfähige Häfen und verlässliche Rahmenbedingungen

Die Offshore-Windenergie ist ein zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende. Für Niedersachsen bedeutet das vor allem erhebliche Investitionen in Hafeninfrastruktur, Netzanbindungen, Logistikflächen sowie Ausbildungs- und Arbeitsplätze entlang der gesamten maritimen Wertschöpfungskette. Gleichzeitig sind die Küstenländer unmittelbar mit den Auswirkungen auf Naturschutz, Tourismus und das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer konfrontiert: „Wer ambitionierte Offshore-Ziele auf Bundes- und EU-Ebene beschließt, muss auch bereit sein, den Ausbau der landseitigen Infrastruktur mitzufinanzieren. Die Häfen sind systemrelevante Knotenpunkte der Energiewende – ihre Modernisierung darf nicht allein Aufgabe der Länder bleiben.“

Wasserstoffintegration strategisch und koordiniert angehen

Der Minister begrüßt die während des Nordseegipfels betonte Rolle von Wasserstoff aus Offshore-Windenergie. Eine intelligente Kopplung von Strom- und Wasserstoffinfrastruktur könne Netze entlasten, Kosten senken und industrielle Wertschöpfung in Norddeutschland sichern.

Zugleich warnte er vor unkoordinierten Einzelentscheidungen: „Neue Offshore-Konzepte – etwa hybride Anbindungen von Strom- und Wasserstoff – müssen systemisch gedacht werden. Hier braucht es klare bundesweite Leitplanken und eine enge Abstimmung mit den Küstenländern.“

Der Minister verwies zudem auf die aktuellen Herausforderungen der Offshore-Branche durch Kostensteigerungen, fragile Lieferketten und mangelnde Planungssicherheit. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen drohten Investitionszurückhaltung und Verzögerungen beim Ausbau: „Der Bund steht in der Verantwortung, das Ausschreibungsdesign im Offshore-Bereich zügig und grundlegend zu reformieren. Ziel muss es sein, Risiken zu reduzieren, die Realisierungschancen zu erhöhen und gleichzeitig regionale Wertschöpfung zu stärken.“

Die Küstenländer seien für Planung, Genehmigung und Umsetzung zentraler Infrastrukturprojekte verantwortlich, trügen Konflikte vor Ort aus und stellten erhebliche finanzielle Mittel bereit.

Tonne: „Wer die Energiewende auf See zum Erfolg führen will, muss die Länder als aktive Partner einbinden – nicht nur in der Umsetzung, sondern bereits in der strategischen Vorbereitung. Die Nordsee ist ein gemeinsamer Raum – ökologisch, wirtschaftlich und energiepolitisch. Nur wenn Bund, Länder und europäische Partner frühzeitig und verbindlich zusammenarbeiten, kann sie zum Erfolgsmodell einer sicheren, klimaneutralen Energieversorgung werden.“

Artikel-Informationen

erstellt am:
26.01.2026

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