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erstellt am:
16.01.2026
Der niedersächsische Aktionsplan Inklusion verfolgt das Ziel, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens konsequent zu stärken. Ein zentrales Handlungsfeld ist dabei der Tourismus: Erholung und Reisen sind ein wichtiger Bestandteil von Lebensqualität und müssen für alle Menschen selbstbestimmt möglich sein.
Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium beteiligt sich an der Umsetzung des Inklusionsplans mit vielfältigen Maßnahmen zur Förderung von Barrierefreiheit und Inklusion im Tourismus. Ein Baustein ist der Besuch von Betrieben, die nach dem bundesweiten Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ zertifiziert sind.
Am (gestrigen) Donnerstag wurde in diesem Rahmen das Premier Inn Wolfsburg City Centre gemeinsam mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen sowie Mitgliedern des Landesbeirats für Menschen mit Behinderungen offiziell besichtigt. Das Hotel dient als Best-Practice-Beispiel für gelungene Barrierefreiheit im Beherbergungsbereich. Vor Ort wurden bauliche, kommunikative und servicebezogene Maßnahmen vorgestellt, die es Gästen mit unterschiedlichen Bedürfnissen ermöglichen, Angebote gleichberechtigt und selbstbestimmt zu nutzen.
Ziel der Maßnahme ist es, erfolgreiche Ansätze sichtbar zu machen, bestehende Herausforderungen zu identifizieren und Impulse für die Weiterentwicklung eines inklusiven Tourismus in Niedersachsen zu setzen. Gleichzeitig leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für die Bedeutung verlässlicher Informationen, einheitlicher Standards und qualitativ hochwertiger Angebote im barrierefreien Tourismus.
Im anschließenden fachlichen Austausch wurden Erfahrungen aus der Praxis ebenso diskutiert wie bestehende Herausforderungen – unter anderem in den Bereichen bauliche Gestaltung, digitale Informationsangebote, Servicequalität sowie die Bedeutung transparenter und verlässlicher Angaben für Reisende mit Behinderungen.
Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne betonte: „Inklusion darf kein abstraktes Ziel bleiben, sondern muss vor Ort erlebbar sein. Das Premier Inn Wolfsburg zeigt, wie Barrierefreiheit in der Praxis gelingen kann. Die Zertifizierung Reisen für Alle macht deutlich: Inklusion ist nicht nur möglich, sondern ein echter Gewinn – für Gäste, Betriebe und ganze Regionen. Sie ist ein zentrales Qualitätsmerkmal des Tourismus in Niedersachsen, von dem alle profitieren.“
Sozialminister Dr. Andreas Philippi als verantwortlicher Minister für den ressortübergreifenden Aktionsplan Inklusion ergänzt: „Mit dem vierten Aktionsplan Inklusion, an dem auch Menschen mit Behinderungen aktiv mitgewirkt haben, ist es uns gelungen, ganz konkrete Maßnahmen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zu formulieren. Gleichzeitig ist und bleibt Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie muss jeden Tag aufs Neue gelebt und umgesetzt werden. Praxisbeispiele wie das Premier Inn übernehmen hier eine Vorbildfunktion, die hoffentlich auf viele weitere Bereiche ausstrahlt.“
Auch Annetraud Grote, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen und Unterstützerin der Maßnahme, unterstrich die Bedeutung des Austauschs: „Der direkte, praxisbezogene Dialog ist entscheidend, um den Inklusionsplan mit Leben zu füllen und die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen von Anfang an konsequent mitzudenken.“
Hintergrund:
Im August 2024 hat das Landeskabinett den Aktionsplan Inklusion 2024-2027 beschlossen. Darin steht, was die Landesregierung für Menschen mit Behinderungen verbessern möchte. Der Aktionsplan beinhaltet 12 Handlungsfelder mit 97 Maßnahmen, die bis 2027 umgesetzt werden sollen.
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erstellt am:
16.01.2026