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erstellt am:
27.04.2026
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Niedersachsens Staatssekretär für Wirtschaft Matthias Wunderling-Weilbier haben heute das Stahlunternehmen Georgsmarienhütte GmbH besucht. Im Mittelpunkt des Termins stand ein gemeinsamer Austausch mit der Geschäftsführung des Unternehmens sowie eine Werksführung durch das Stahlwerk.
Kern des Austauschs waren industriepolitische Fragen zur aktuellen Lage der deutschen Stahlindustrie: Insbesondere international wettbewerbsfähige Energie- und Strompreise, die Rolle der Stahlindustrie in der Verteidigungswirtschaft, resiliente Wertschöpfung und der Aufbau verlässlicher grüner Leitmärkte für klimafreundlich erzeugten Stahl.
Im Rahmen der Werksbesichtigung informierten sich die Gäste über die Produktion am Standort und besichtigten mit dem Elektrolichtbogenofen das Herzstück der Stahlherstellung in Georgsmarienhütte. Diese Technologie gilt als wichtiger Baustein für eine klimafreundlichere Stahlproduktion: Im Elektrolichtbogenofen wird überwiegend Stahlschrott eingeschmolzen und zu neuem Qualitätsstahl verarbeitet. Im Vergleich zur klassischen Hochofenroute können damit erhebliche CO₂-Einsparungen erzielt werden. Zugleich stärkt das Verfahren Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius: „Unsere Verteidigungsfähigkeit braucht eine leistungsfähige Industrie. Mehr Resilienz heißt auch, dass wir industrielle Kernkompetenzen und strategische Grundstoffindustrien in Deutschland halten und stärken. Unternehmen wie Georgsmarienhütte sind ein exzellentes Beispiel dafür, dass sich dieses Bemühen lohnt: Industrielle Stärke, Wertschöpfung und Nachhaltigkeit gehen hier Hand in Hand.“
Staatssekretär Wunderling-Weilbier: „Wir haben uns vor Ort davon überzeugen können, wie ein traditionsreiches Unternehmen sich fit für die Zukunft gemacht hat. Die Georgsmarienhütte GmbH hat viel in die nachhaltige Produktion investiert und zahlreiche Produkte nach dem Low Emission Steel Standard auf den Markt gebracht. Die Transformation ist hier in vollem Gange. Bund, Land und die niedersächsischen Stahlunternehmen stehen in dieser herausfordernden Phase Seite an Seite. Das gilt für die Transformation hin zur klimafreundlichen Produktion ebenso wie für die wachsende Bedeutung der Stahlindustrie für die Verteidigungswirtschaft und unsere strategische Resilienz.“
Dr. Alexander Becker, CEO der GMH Gruppe: „Wir treiben die Transformation hin zu klimafreundlichem Green Steel mit Nachdruck voran – und investieren konsequent in nachhaltige Produktionsverfahren. Damit dieser Weg erfolgreich bleibt, brauchen wir jedoch verlässliche und international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere bezahlbare Energiepreise sowie der Aufbau funktionierender grüner Leitmärkte für CO₂-reduzierten Stahl. Nur so können wir Klimaschutz, industrielle Wertschöpfung und Versorgungssicherheit langfristig miteinander in Einklang bringen.“
Am Rande des Besuchs tauschte sich Staatssekretär Wunderling-Weilbier zudem mit den Betriebsräten der GMH Gruppe über die Herausforderungen des industriellen Wandels, Fachkräftesicherung und die Perspektiven der Beschäftigten aus.
Hintergrund:
Die GMH Gruppe ist eine der größten privat geführten metallverarbeitenden Unternehmensgruppen Europas und zählt zugleich zu den klimafreundlichsten Stahlherstellern Deutschlands. Sie gilt als einziges deutsches Stahlunternehmen, das derzeit schwarze Zahlen schreibt.
Unter dem Dach der GMH Gruppe sind mehr als 15 mittelständische Produktionsunternehmen aus der Stahl-, Schmiede- und Gussindustrie mit rund 6.000 Mitarbeitenden verbunden, davon rund 1.300 am Standort Georgsmarienhütte. Das Unternehmen ist an Standorten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Saarland, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie in Großbritannien, Australien und den USA vertreten.
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erstellt am:
27.04.2026