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Neue Bahnhaltepunkte für Niedersachsen

Lies: „Wir sorgen für mehr Mobilität der Menschen in unserem Land“

„Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und damit der Mobilität der Menschen im Flächenland Niedersachsen ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung. Hierzu gehört insbesondere ein attraktives ÖPNV-Angebot. Zusätzliche Bahnhaltepunkte tragen maßgeblich dazu bei, das Angebot auf der Schiene in Niedersachsen weiter zu verbessern." Mit diesen Worten hat heute Verkehrsminister Olaf Lies in Hannover die ersten Ergebnisse zur Reaktivierung von Bahnhaltepunkten in Niedersachsen vorgestellt.

Minister Lies hatte im August 2013 den Startschuss zur Untersuchung von zusätzlichen Strecken sowie Haltepunkten gegeben. Die damit beauftragte Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) hat seitdem insgesamt 38 Stationen einer eingehenden Analyse und Bewertung unterzogen. Diese waren zuvor von Kommunen bzw. Interessenverbänden benannt worden.

Nun steht fest: 21 gemeldete Projekte haben gute Chancen, umgesetzt zu werden, davon sollen zehn kurzfristig realisiert werden.

Verkehrsminister Lies: „Wer auf dem Land kein Auto hat und in einem Ort wohnt, der nur schlecht an den ÖPNV und SPNV angebunden ist, ist in seiner Mobilität eingeschränkt. Mobilität ist aber ein Stück Lebensqualität. Die Landesregierung setzt deshalb konsequent auf den Ausbau des ÖPNV und SPNV. Ich freue mich daher, dass so viele untersuchte Bahnhaltepunkte in Niedersachsen die Chance auf Reaktivierung haben."

Uneingeschränkt positiv bewertet wurden folgende Stationen: Jaderberg, Kirchlinteln, Neermoor, Osnabrück-Rosenplatz sowie mindestens drei weitere Stationen in den Landkreisen Leer und Cuxhaven. Bei den positiv bewerteten Stationen im Landkreis Leer werden voraussichtlich Bunde und Ihrhove realisiert. Von den Haltepunkten Spieka und Cappel-Midlum (Landkreis Cuxhaven) wird nur einer aus fahrplantechnischen Gründen eingerichtet werden können. Welcher dies am Ende ist, soll der Landkreis als ÖPNV-Aufgabenträger entscheiden.

Realisiert werden sollen auch die Stationen Adendorf, Hildesheim-Himmelsthür und Rosdorf. Hier müssen lediglich noch final die Rahmenbedingungen für den künftigen Fahrplan geklärt werden.

Neun Haltestellen wurden zwar positiv bewertet, können aber im heutigen Fahrplan noch nicht problemlos integriert bzw. aufgrund nötiger Infrastrukturmaßnahmen nur mittel- bis langfristig realisiert werden. Das sind im Einzelnen: Alfhausen, Apen, Fischbeck, Hildesheim-Marienburg, Lenne, Naensen, Vehrte, Verden-Dauelsen, Verliehausen.

Alle 38 Stationen wurden einer detaillierten fachlichen Prüfung unterzogen: Entscheidende Prüffaktoren waren dabei:

  • das Einwohnerpotenzial im 1,5 km-Radius liegt über 2.000 Einwohner
  • die Entfernung zum nächsten Haltepunkt/Bahnhof beträgt mehr als drei Kilometer
  • der Hauptort liegt direkt an der Schienenstrecke
  • die Strecke wird von einer Regional (RB)- oder S-Bahn bedient
  • keine Gefährdung der Anschlüsse in den Knotenbahnhöfen
  • keine negativen Auswirkungen auf den Fahrzeugeinsatz
  • fahrplantechnische Machbarkeit ist gegeben.

Die Bewertungskriterien waren im Vorfeld von der LNVG entwickelt und mit dem Lenkungskreis, der die Reaktivierungsuntersuchungen von Strecken und Stationen begleitet, abgestimmt worden. Dem Lenkungskreis gehören u.a. die verkehrspolitischen Sprecher aller Landtagsfraktionen, die kommunalen Spitzenverbände und Interessensverbände an.

Verkehrsminister Lies: „Hiermit ist ein ganz entscheidender Schritt zur Reaktivierung von Haltepunkten getan. Jetzt gilt es gemeinsam mit den Kommunen und den Infrastrukturbetreibern Finanzierungsvereinbarungen zu schließen und in die bauliche Planung einzusteigen. Das Land sich bereit erklärt, 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten zu übernehmen."

Verkehrsminister Olaf Lies wies darauf hin, dass auch andere Aufgabenträger die Einrichtung von zusätzlichen Bahnhaltepunkten vorantreiben. Er begrüßte ausdrücklich, dass in dem Gebiet des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) die Reaktivierung von fünf Stationen geprüft wird, die eine bessere Verbindung nach und von Braunschweig, Wolfenbüttel und Wolfsburg ermöglichen sollen. Im Bereich der Region Hannover sind es vier zusätzliche Haltepunkte.


Anlage Bahnhaltepunkte Reaktivierung

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