Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr klar

Mittelstandsbericht

Der Niedersächsische Mittelstandsbericht 2012 - 2016

Alle fünf Jahre, d.h. einmal je Legislaturperiode, legt die niedersächsische Landesregierung ihren Mittelstandsbericht vor, der über die Lage und Entwicklung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) berichtet, die durchgeführten Unterstützungsmaßnahmen für den Mittelstand darlegt und einen Ausblick auf die Fortführung der Mittelstandsförderung gibt. Grundlage ist das „Gesetz zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (Mittelstandsförderungsgesetz)".

Der Bericht folgt in der Abgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen von Großunterneh-men überwiegend der Definition der Europäischen Kommission. Danach beschäftigen kleine und mittlere Unternehmen weniger als 250 Personen und erzielen entweder einen Jahres-umsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder weisen eine Jahres-Bilanzsumme von höchs-tens 43 Millionen Euro aus.

Der aktuelle Mittelstandsbericht wurde im Mai 2017 vom Kabinett beschlossen und steht als PDF-Download zur Verfügung. Grundlage der Auswertung sind Daten der amtlichen Statistik und Auswertungen der Fachhochschule der Wirtschaft, Paderborn.

Der Bericht zeigt, dass mittelständische Unternehmen der Erfolgsfaktor der deutschen und niedersächsischen Wirtschaft sind. Sie sind Treiber für Wachstum, Beschäftigung, Ausbildung und Innovationen. Insbesondere Familienunternehmen stehen für eine Unternehmenskultur, die die Einheit von Eigentum, Haftung, Verantwortung und Leitung verbindet. Ihre traditionell starke regionale Verankerung, ihre langfristige Geschäftsorientierung und ausgeprägte unternehmerische Verantwortungsbereitschaft machen sie zu einer tragenden Säule unserer Sozialen Marktwirtschaft.

Neben dem demografischen Wandel, der Internationalisierung, dem Fachkräftebedarf und der Energiewende ist der digi­tale Wandel die größte Herausforderung, vor der die kleinen und mittleren Un­ternehmen stehen. Der zweite Teil des Berichts schildert die konkreten Maßnahmen der Landesregierung, mit der sie die KMU bei der Bewältigung dieser Herausforderungen konkret unterstützt. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei der Infrastruktur- und Breitbandausbau sowie ein Bündel an Fördermaßnahmen, das sich auf den Mittelstand und das Handwerk konzentriert und Nachteile gegenüber Großunternehmen ausgleichen soll.

Wesentliche Ergebnisse des Berichtes:

  • Der Bestand an mittelständischen Unternehmen ist im Betrachtungszeitraum 2009 bis 2014 um 3,5 Prozent gewachsen und liegt damit leicht über dem Bundesdurch­schnitt von 3,3 Prozent.
  • Mittelstand und Handwerk schufen zwischen 2010 und 2015 insgesamt 180.000 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.
  • Die Ausbildungsquote in den mittelständischen Unternehmen ist in Niedersachsen höher als im Bundesgebiet.
  • In Niedersachsen sind im Jahr 2014 rund 304.000 der insgesamt rund 305.000 Unter­nehmen dem Mittelstand zuzurechnen. Der Mittelstandanteil liegt bei 99,6 Prozent und damit im Bundesdurchschnitt.
  • Die kleinen und mittleren Unternehmen erwirtschafteten 2014 mit 201,2 Mrd. Euro ei­nen um 13,8 Prozent höheren Umsatz als die KMU des Jahres 2009 (177,3 Mrd. Euro).
  • Mitte des Jahres 2015 waren 69,9 Prozent der rund 2,78 Millionen sozialversiche­rungspflichtig Beschäftigten in kleinen und mittleren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten tätig.
  • Rund 142.500 Personen standen am 30. Juni 2015 in Niedersachsen in einem Aus­bildungsverhältnis. Davon wurden rund 108.000 Personen in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigen ausgebildet. Dies entspricht einem Anteil von 75,6 Prozent.
  • Die Zahl der Betriebe im Handwerk hat sich von 2010 zu 2015 um 1, 7 Prozent er­höht. Die Zahl der Beschäftigten hat sich sogar um 3,6 Prozent erhöht. Die Zahl der Ausbildungsplätze im Handwerk ist von 2010-2015 von 50.000 auf knapp 45.000 zu­rückgegangen. In Deutschland war der Rückgang im gleichen Zeitraum noch deutli­cher (-17 Prozent).
  • Mittelstand und Handwerk beteiligen sich in Niedersachsen in überproportionaler Weise an der Ausbildung. Mehr als 75 Prozent aller Auszubildenden werden in KMU ausgebildet, die Ausbildungsquote liegt bei Betrieben mit 50 bis 250 Beschäftigten bei 4,9 Prozent, bei noch kleineren Unternehmen bei sechs Prozent. Im Handwerk liegt die Ausbildungsquote sogar bei neun Prozent.
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