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Althusmann und Lies zu den niedersächsischen IPCEI: „Niedersachsen profitiert überproportional und wird zum Wasserstoffland Nr. 1“

Bund konzentriert Milliardenförderung auf niedersächsische Wasserstoffwirtschaft


Die Bundesregierung plant, in Zusammenarbeit mit den Bundesländern große, grenzüberschreitende Vorhaben im Bereich Wasserstofftechnologien und -systeme über sogenannte Important Projects of Common European Interest (IPCEI) zu fördern. Aus Niedersachsen wurden 10 Leuchtturm-Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 4 Milliarden Euro ausgewählt, die nun der EU zur weiteren Auswahl für dieses besondere Förderinstrument vorgeschlagen werden. Das Besondere an den ICPEI: die EU beteiligt sich zwar selbst nicht an der Förderung, gestattet aber staatliche Beihilfen, die auf Grund des EU-Wettbewerbsrechts sonst so nicht möglich wären.

Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann sehen dadurch die Position des Landes gestärkt.

Olaf Lies: „Unsere Lage an der Küste, die energiewirtschaftliche Infrastruktur und die riesigen Potenziale an erneuerbaren Energien prädestinieren Niedersachsen als Erzeugungszentrum und Drehscheibe der deutschen und europäischen Wasserstoffwirtschaft. Wie auf der Projektlandkarte eindrucksvoll zu sehen ist, werden wir hier zu Recht in besonderem Maße profitieren. Industrie folgt Energie und dafür schaffen wir die Grundlage.“

Bernd Althusmann: „Niedersachsen bietet mit seiner innovativen Stahl- und Chemieindustrie, aber auch durch die Mobilitäts-, Logistik- und Hafenwirtschaft die perfekte Basis für einen schnell wachsenden Markt. Mit der Norddeutschen Wasserstoffstrategie haben wir die Basis für diese erfolgreiche Entwicklung in Niedersachsen und den anderen Küstenländern geschaffen. Gemeinsam mit dem Bund werden wir diesen Trend nun konsequent vorantreiben.“

Die ausgewählten Projekte teilen sich auf die Bereiche Infrastruktur, Elektrolyse, Industrieanwendungen und Mobilität auf. Mit den beiden Großvorhaben GET H2 und Clean Hydrogen Coastline würden wertschöpfungskettenübergreifende Projektansätze ausgezeichnet.

„Wir müssen die Erzeugung von grünem Wasserstoff, den Transport, die Speicherung und die großtechnische Anwendung räumlich und infrastrukturell zusammendenken und -führen. Nur so gelingt uns der Aufbau von Eektrolysekapazität im industriellen Maßstab“, führt Energieminister Lies weiter aus. „Ziel ist ein neues, sauberes Wirtschaftswachstum und zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen – auch jenseits des Wasserstoffsektors. Diese Projekte sind hier eine gigantische Chance, denn Industrie folgt immer der Energie. Neue Industrieansiedlungen entstehen da, wo auch Energie günstig und nah verfügbar ist.“

Althusmann betont, dass eine schnelle Anwendung im industriellen Maßstab die Voraussetzung für eine rasche Kostendegression sei: „Diese ist notwendig, um die notwendige Transformation der CO2-intensiven Industrien bewältigen zu können. Denn hier liegt ein wesentlicher Hebel, um zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Industrie zu sichern und gleichzeitig unsere gesetzlich verankerten Klimaschutzziele zu erreichen.“

Vor diesem Hintergrund begrüßen Althusmann und Lies insbesondere die Auswahl des SALCOS-Projekts, bei dem die Salzgitter AG in die Erzeugung von grünem, also nahezu CO2-freiem Stahl einsteigen möchte. Darüber hinaus sei auch Auswahl des vielversprechenden Vorhabens von DOW in Stade, wo erstmals eine grüne e-Methanolsynthese im industriellen Maßstab aufgebaut werden soll, eine sehr gute Entscheidung. Dieses zukunftsweisende Projekt sei ein erster, wichtiger Schritt hin zu einer klimaneutralen Chemieindustrie.

Auf der Vorschlagsliste zur IPCEI-Förderung finden sich auch mehrere Projekte aus dem Verkehrsbereich. Das niedersächsische Unternehmen FAUN plant den Aufbau einer Fertigung von brennstoffzellenbetriebenen Fahrzeugen, parallel soll der Aufbau einer Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur für den gesamten Nordwesten erfolgen.

Darüber hinaus wird die Errichtung der Wasserstoffproduktion und -infrastruktur für die Luftfahrt in Norddeutschland gefördert sowie die Vorbereitung von Schlüsselelementen wasserstoffbetriebener Luftfahrzeuge bis zur industriellen Reife.

„Insgesamt ist diese Projektliste ein starkes Signal für die niedersächsische und die norddeutsche Industrie und die Energiewirtschaft. Wir sehen hier eine Riesen-Chance für die nachhaltige Entwicklung des Nordens, ergreifen wir sie! Niedersachsen wird Wasserstoffland Nr. 1“, sind sich Althusmann und Lies einig. Jetzt gelte es, gemeinsam Investitionen von Staat und Wirtschaft zu mobilisieren.

Einen Überblick über die (niedersächsischen) Projekte und die Verteilung im Bundesgebiet finden Sie hier:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/I/ipceistandorte.pdf?__blob=publicationFile&v=4


Artikel-Informationen

erstellt am:
28.05.2021

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