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Projektpartner ziehen positive Zwischenbilanz zum Integrationsprojekt IHAFA

109 Geflüchtete haben Handwerksausbildung erfolgreich abgeschlossen


Zu Beginn des Ausbildungsjahres 2020/2021 ziehen die Projektpartner eine positive Zwischenbilanz für das zweite „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA)“, das am 1. Februar 2019 gestartet ist.

Seit dem Projektstart wurden 1.156 Geflüchtete – darunter 88 weibliche Geflüchtete – erstmals zu Berufsmöglichkeiten im Handwerk beraten und im Berufsbildungsprozess unterstützt. Die meisten Teilnehmenden kommen aus Syrien (373), Afghanistan (205) und dem Irak (127). Insgesamt gab es seit Projektbeginn im Rahmen von IHAFA 2.737 Beratungen zu Handwerksberufen für Geflüchtete.

419 Geflüchtete – davon 23 weibliche Geflüchtete – wurden erfolgreich in Handwerksausbildungen vermittelt und auf dem Weg dahin durch individuell angepasste Unterstützungsangebote persönlich begleitet. Außerdem haben weitere 317 Geflüchtete Betriebspraktika absolviert. Während der Berufsausbildung bzw. des Praktikums unterstützen sie die landesweit 13 IHAFA-Berater der regionalen Handwerkskammern als Mentoren. Sie leisten nach Bedarf auch praktische Hilfen zur betrieblichen Integration für die Ausbildungs- und Praktikumsbetriebe, beispielswiese in Kontakt mit Behörden und Berufsschulen oder zur Organisation von Stützunterricht.

Seit Projektstart konnten 109 Geflüchtete ihre Handwerksausbildung mit IHAFA-Begleitung erfolgreich abschließen, davon 90 im Jahr 2020 und damit 71 mehr als im Vorjahr. Für 2021 geht das niedersächsische Handwerk von einer weiteren Steigerung aus. Am häufigsten wurden erfolgreiche Gesellenprüfungen in den Gewerken Maler- und Lackierer (15), Sanitär-Heizung-Klima (13) und Friseurwesen (12) abgenommen.

Niedersachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Althusmann: „Das IHAFA-Projekt mit seiner Kombination aus Berufsorientierung und Vermittlung in Ausbildung zeigt sich auch in Zeiten von Corona als Erfolgsmodell. Es leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Geflüchtete verlässlich auf ihrem Weg in und durch die Ausbildung für zukunftssichere Handwerksarbeitsplätze zu begleiten. Ich gratuliere den landesweit 90 Nachwuchskräften, die mit Begleitung im Rahmen von IHAFA im Jahr 2020 ihre Gesellenprüfung erfolgreich bestanden haben und wünsche ihnen für ihre berufliche Zukunft alles Gute. Das Ziel des Handwerks, mit IHAFA künftig noch stärker auch die bisher unterrepräsentierten weiblichen Geflüchteten anzusprechen, begrüße ich ausdrücklich.“

Karl-Wilhelm Steinmann, Vorsitzender der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen, betont: „Die geglückte Integration Geflüchteter in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist in besonderem Maße dem hohen Einsatz vieler Handwerksbetriebe, der Unterstützung durch Projekte wie IHAFA und nicht zuletzt der hohen Leistungsbereitschaft der Azubis selbst zu verdanken. Um den erfolgreichen Weg in der Breite fortzusetzen, müssen weiterhin die richtigen Weichen gestellt werden: Erstens müssen passgenaue Bildungsangebote, die auf die Ausbildung vorbereiten, für Menschen ohne muttersprachliche Deutschkenntnisse vorliegen und zweitens müssen fachspezifische Förderangebote während der Ausbildung zur Verfügung stehen. Nur über eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen wir eine Integration in die Mitte unserer Gesellschaft.“

Ina-Maria Heidmann, Hauptgeschäftsführerin der koordinierenden Kammer Hildesheim-Südniedersachsen, ergänzt: „Integration erfordert Kompromisse von beiden Seiten. Trotzdem gelingt es vielen Betrieben auch dank Unterstützungsprojekten wie IHAFA die Herausforderungen zu meistern. Immer mehr Geflüchtete werden wichtige Fachkräfte in unseren Betrieben. Azubis mit Fluchthintergrund müssen auf ihrem häufig komplizierten Weg außerhalb der Betriebe weiterhin begleitet werden. Deshalb bleibt die Arbeit von IHAFA elementar wichtig.“

Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Geflüchtete Menschen werden als Fachkräftepotenzial immer wichtiger. In diesem Jahr stellten sie 10 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle. Ohne sie wäre der demografisch bedingte Bewerberrückgang noch größer ausgefallen. Die Kooperation von Arbeitsagenturen und Jobcentern mit den Handwerkskammern und den Kommunen im Projekt IHAFA hat sich als wichtiger Baustein bei der Integration von Geflüchteten erwiesen. Wir unterstützen junge Migrantinnen und Migranten auch darüber hinaus mit individuellen Angeboten und engagieren uns insbesondere auch in der Förderung von Frauen.“ Pfeiffer betont außerdem, dass eine Ausbildung die beste Grundlage für ein Berufsleben in Deutschland sei und es auch für Auszubildende Förderungen gibt: „Wer beispielsweise in der Berufsschule nicht mitkommt, kann Nachhilfeunterricht finanziert bekommen. Unser Ziel ist, jedem Auszubildenden zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen.“

Landrat Peter Bohlmann aus Verden, Sprecher der Kommunalen Jobcenter in Niedersachsen: „Das Projekt des Handwerks hat aus Sicht der Kommunalen Jobcenter positive Impulse erzeugt sowohl für die Fachkräftegewinnung im Handwerk als auch für die Integrationsbemühungen. Ich stimme ausdrücklich aber dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu, dass wir noch längst nicht am Ziel sind, immer wieder vor der Hürde der guten Sprachausbildung stehen und oft scheitern. Der qualifizierte Berufsabschluss bleibt jedoch der beste Weg in eine zukünftige stabile Beschäftigung und damit auch in die Integration in der örtlichen Gemeinschaft. Die überregionale Zusammenarbeit von Kommunen, Arbeitsagentur und Handwerkskammer hat sich als sehr sinnvoll erwiesen. Wir werden weiter daran mitwirken, dass das Programm seine volle Wirkung entfaltet. Die Corona-Krise erschwert aber massiv die Rahmenbedingungen und das Land sollte wieder stärker in die erfolgreichen Landessprachkurse investieren.“

Hintergrund:

Das „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (I-HAFA)“ wird von allen sechs Handwerkskammern in Niedersachsen umgesetzt und landesweit durch die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen koordiniert. Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium fördert IHAFA im laufenden Projektzeitraum (1. Februar 2019 bis 31. Dezember 2022) mit rund 3,6 Millionen Euro aus Landesmitteln. Die arbeitsmarktfachliche Begleitung der Projektumsetzung erfolgt durch die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit und den Niedersächsischen Landkreistag.

Zentrales Ziel von IHAFA ist es, handwerksinteressierten Geflüchteten mit ausbildungsbereiten Handwerksbetrieben zusammenzubringen. Hierzu umfasst IHAFA Berufsorientierung, Eignungsfeststellung, Vermittlung in Praktika und Ausbildung sowie Beratung für interessierte Handwerksunternehmen.

Ein erstes IHAFA-Projekt hat vom 1. November 2015 bis 31. Januar 2019 stattgefunden und wurde vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium mit rund 2,9 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen der ersten Projektphase haben 691 Geflüchtete ihre Ausbildungen im niedersächsischen Handwerk begonnen. Darüber hinaus wurden 460 Geflüchtete in ausbildungsvorbereitende Einstiegsqualifizierungen sowie 247 Geflüchtete in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen im Handwerk vermittelt. Hierfür und zur Begleitung während dieser Zeit, haben die sechs Handwerkskammern landesweit 9.411 Beratungsgespräche für Geflüchtete und Handwerksbetriebe geführt.

Weitere Informationen zum aktuellen IHAFA-Projekte finden Sie in der Anlage sowie auf der Projektwebsite www.ihafa.de.


Presseansprechpartner der Projektpartner zum „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA)“ II der Handwerkskammern in Niedersachsen:

Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN)

Frau Sonja Segerdahl

Assistentin der Hauptgeschäftsführerin

Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN)

Ferdinandstraße 3

30175 Hannover

Tel.: 0511 380 870

Fax: 0511 380 87 22

E-Mail: segerdahl@handwerk-LHN.de


Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit

Leiterin Stab Kommunikation und Netzwerke

Frau Anja Schmiedeke

Tel: 0511 9885 1300

Mobil: 0160 5879 498

Fax: 0511 9885 7111

E-Mail: Niedersachsen-Bremen.PresseMarketing@arbeitsagentur.de

Niedersächsischer Landkreistag (NLT)

Gerd Goldmann,

Referat für Arbeitsmarktpolitik

Koordinierungsstelle der kommunalen Jobcenter in Niedersachsen


Niedersächsischer Landkreistag

Am Mittelfelde 169

30519 Hannover

Tel.: 0511 879 5324

Fax: 0511 879 5350

Heimarbeit: 05171 540 99 73

Mobil: 0172 5878401

E-Mail: Goldmann@nlt.de


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