Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr klar

Kultur- und Kreativwirtschaft

Durch das niedersächsische Wirtschaftsministerium wurde mit dem „Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft in Niedersachsen 2014" eine aktuelle Bestandsaufnahme vorgenommen. Für die Gesamtperspektive der niedersächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft können folgende zentrale Daten herausgestellt werden:

Der im Jahr 2013 erwirtschaftete Umsatz der niedersächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft liegt bei rund 7,8 Milliarden Euro. Damit leistet die Kultur- und Kreativwirtschaft einen Wertschöpfungsbeitrag von 3,8 Milliarden Euro für die niedersächsische Gesamtwirtschaft.

Zum substanziellen Beschäftigungskern in der Kultur- und Kreativwirtschaft zählen rund 65.000 Erwerbstätige, diesen stehen z. B. rund 60.000 Erwerbstätige im niedersächsischen Maschinenbau gegenüber. Zusätzlich verfügt die Kultur- und Kreativwirtschaft über ein großes Potenzial an geringfügig Tätigen und Minijobbern. So sind weitere 41.300 geringfügig beschäftigt oder als Mini-Selbständige mit weniger als 17.500 Euro Jahresumsatz tätig.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigt im Vergleichszeitraum 2009 bis 2013 insgesamt einen starken Aufwärtstrend. Nicht nur die Software-/Games-Industrie sondern auch die Mehrheit der elf Teilmärkte erreichen inzwischen gute bis zum Teil sehr gute Umsätze.

Das Monitoring ist in Kurz- und Langfassung über die Links in der Spalte rechts abrufbar.

Von besonderem Interesse ist für das niedersächsische Wirtschaftsministerium neben ihrer ökonomischen Bedeutung das spezifische Innovationspotential der Kultur- und Kreativwirtschaft:

  • die Kreativwirtschaft ist Vorreiter im Einsatz neuartiger Methoden und Formen der Arbeitsgestaltung

  • Kreativunternehmen bedienen sehr stark nicht-technische Innovationen und erweitern damit das durch technische Fortschritte geprägte Innovationssystem

  • die Kreativwirtschaft ist Innovationstreiber für andere Branchen und leistet aufgrund ihrer starken Innovationsorientierung einen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Gesamtwirtschaft

Wirtschaftspolitische Ziele sind es vor diesem Hintergrund, das Potential der Kultur- und Kreativwirtschaft in Niedersachsen zu sichern und auszubauen, Kreativunternehmen, ihre Netzwerke und Initiativen nachhaltig zu unterstützen, die Sichtbarkeit der Branche zu erhöhen und die Kooperationen zwischen den Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft und Unternehmen anderer Branchen zu verstärken (Cross-Over-Strategie).

Zu diesem Zweck wurde 2014 im Wirtschaftsförderfonds des Wirtschaftsministeriums erstmals ein Titel zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft mit Mitteln in Höhe von jährlich 250.000 Euro eingerichtet. Folgende Projekte wurden bislang daraus unterstützt:

  • Förderung des Kreativwettbewerbs „drei|v", der nach erfolgreicher Durchführung in Hannover 2015 auch zusätzlich in Braunschweig und Wolfsburg durchgeführt wurde

  • Förderung der „Serious Games Conference" auf der CeBIT

  • Förderung der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg bei der Vorbereitung des im September 2016 stattfindenden Festivals der Kreativwirtschaft

  • Förderung des Kreativnetzwerks cre8 in Oldenburg bei der Umsetzung seiner neuen Cross-over-Strategie

  • Durchführung des neuen Kommunikationsformats „Werkstattgespräch Kreativwirtschaft", das Frau Staatssekretärin Behrens gemeinsam mit ihrer Kollegin, Frau Hoops vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur, durchführt. So wurde im März 2015 in Hannover mit Verlagen, Autoren, dem Buchhandel und weiteren Akteuren des Buchmarktes gesprochen. Das zweite Werkstattgespräch wurde im Januar 2016 in Oldenburg mit den Kreativnetzwerken und dem Schwerpunkt der branchenübergreifenden Kooperation durchgeführt.

  • Durchführung des landesweiten Kreativwirtschaftswettbewerbs „KREATIVPIONIERE NIEDERSACHSEN" mit einem angeschlossenen Qualifizierungsprogramm für die prämierten Unternehmerinnen und Unternehmer der Branche

Darüber hinaus wurde der MikroSTARTer als Mikrofinanzierungsinstrument in ganz Niedersachsen eingeführt.

Wegen der bestehenden Schnittmengen und um die Kooperation zu vertiefen wurde ein gemeinsamer erweiterter Arbeitskreis des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur unter Einbeziehung von Akteuren aus Hochschulen, Kreativnetzwerken etc. eingerichtet.

In Anbetracht der besonderen ökonomischen Bedeutung des Software-/Games-Marktes in Niedersachsen und deren Relevanz im Blick auf die Industrie 4.0 ist auch die Bedeutung der Games-Förderung durch die „Nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH" zu unterstreichen. Seit 2011 fördert Nordmedia digitale Spiele im Bereich der Konzeptentwicklung, der Prototypenentwicklung, der Produktion und des Vertriebs. Die Antragsteller sind fast ausschließlich junge Startups aus Niedersachsen, die sich in den ersten Jahren Ihrer Firmengründung befinden. Damit unterstützt die Gamesförderung über die projektbezogene Förderung hinaus auch eine mittel- bis langfristige Marktetablierung der jungen Unternehmen in der Region. Die stetig wachsende Nachfrage des Förderbereichs zeigt den Bedarf und das Potenzial der jungen und kreativen Branche auf.


Ansprechpartner

N. N.

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