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Investitionskraft kleiner und mittlerer Unternehmen stärken: Wirtschaftsministerium und NiedersachsenMetall legen erstmals gemeinsamen Beteiligungsfonds auf

„Niedersächsisches Kapital für Niedersächsische Unternehmen.“


Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall legen zum ersten Mal überhaupt gemeinsam einen Beteiligungsfonds auf – mit dem Ziel, Investitionshemmnisse bei kleinen und mittleren Unternehmen abzubauen. Mit einem geplanten Volumen von 50 Millionen Euro soll es ab August möglich sein, die Eigenkapitalquote kleiner und mittlerer Unternehmen in Niedersachsen zu stärken, damit den Kreditrahmen bei Banken zu erhöhen und letztlich Zukunftsinvestitionen zu ermöglichen. Die Fondsgründung steht unter dem Motto „Niedersächsisches Kapital für niedersächsische Unternehmen“. Eine entsprechende Vereinbarung haben Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Dr. Volker Schmidt, heute in Hannover unterzeichnet.

Der Fonds soll kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit positiven Zukunftsaussichten und einem Sitz in Niedersachsen für den notwendigen Zeitraum Kapital in Form von Beteiligungen zur Verfügung stellen. Dabei besteht kein Fokus auf bestimmte Unternehmensphasen - sowohl Neugründungen und junge Unternehmen als auch etablierte Unternehmen auf Wachstumskurs sollen sich hier mit zusätzlichem Kapital ausstatten können. Der Beteiligungsfonds steht zudem allen Branchen offen. Die Mittel aus dem Fonds sind bereits ab August verfügbar. Die 50 Mio. Euro Fondsvolumen speisen sich aus öffentlichen Mitteln des Landes Niedersachsen (15 Mio. Euro) und der Europäischen Union (25 Mio. Euro) sowie aus privatem Kapital, das von NiedersachsenMetall zur Verfügung gestellt wird (10 Mio. Euro). Der Einsatz weiterer Landesmittel ist geplant. Außerdem sollen weitere private Mittel von Investoren eingeworben werden.

Für die Fondsverwaltung und das Beteiligungsmanagement ist die NKB, eine Tochter der NBank, als geübter und bewährter Partner vorgesehen. Über die Vergabe der Mittel entscheiden Beteiligungsausschüsse mit Vertretern von NKB/NBank und NiedersachsenMetall. Die gemeinsamen Beteiligungen sollen sich in der Größenordnung von 150.000 bis 1,5 Millionen Euro pro Unternehmen bewegen. Dadurch dass der Fonds auch durch privates Kapital gespeist wird, erkennen Banken eine solche Beteiligung als Eigenkapital an, so dass sich der Kreditrahmen erhöht. Das investierte Geld muss nach einigen Jahren verzinst zurückgezahlt werden, so dass immer wieder neue Unternehmen mit Hilfe des Fonds unterstützt werden können.

Wirtschaftsminister Olaf Lies erklärt dazu:

„Es gibt ja immer noch das altbekannte Problem. Nur wer Geld hat, bekommt auch welches. Die Erhöhung der Eigenkapitalbasis in der geplanten Größenordnung beseitigt deshalb gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen ein entscheidendes Investitionshemmnis. Daher bin ich außerordentlich froh darüber, dass wir uns als Land erstmals mit einem großen Arbeitgeberverband wie NiedersachsenMetall auf ein solches, gemeinsames Vorgehen bei der Wirtschaftsförderung verständigen konnten.“

NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt erklärte:

„Der Begriff ‚Kreditklemme‘ des Mittelstands ist zwar aus der öffentlichen Diskussion weitgehend verschwunden. Aber zahlreiche unserer Mittelständler stoßen weiterhin bei Banken auf große Zurückhaltung, wenn sie Fremdkapital für neue Investitionen oder Betriebsmittelkredite benötigen. Mit diesem Fonds wollen wir von Niedersachsen aus eine Debatte anstoßen über neue Finanzierungswege im Unternehmensbereich.

Dieser neue Fonds ist ein branchenübergreifendes Angebot für Unternehmen, jenseits klassischer Finanzierungen ihre Eigenkapitalbasis zu stärken. Das ist ein Anreiz, insgesamt wieder mehr zu investieren. Mit der Kombination von öffentlichem und privatem Kapital beschreiten wir einen völlig neuen Weg. Wir sehen in dem Beteiligungsfonds eine Möglichkeit, dass sich die Wirtschaft angesichts steigender Eigenkapitalanforderungen der Banken selbst hilft. Da die Beteiligungen über den Fonds Eigenkapitalcharakter haben, wirken sie noch einmal als enormer Hebel für die Mobilisierung weiterer klassischer Finanzierungen etwa über die Hausbank.“

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v.l.n.r.: NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt und Wirtschaftsminister Olaf Lies unterzeichnen die Vereinbarung für den gemeinsamen Beteiligungsfonds.
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Artikel-Informationen

erstellt am:
13.07.2015

Ansprechpartner/in:
Herr Stefan Wittke

Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung
Pressesprecher
Friedrichswall 1
30159 Hannover
Tel: (0511) 120-5427
Fax: (0511) 120-995427

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