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Kultur- und Kreativwirtschaft


Key-Facts

Durch das niedersächsische Wirtschaftsministerium wurde im Jahr 2014 eine erste Bestandsaufnahme der Kultur- und Kreativwirtschaft vorgenommen.

Um die wirtschaftliche Entwicklung dieser Branche aufzeigen zu können, wurden mit dem „Monitoringbericht zu ausgewählten wirtschaftlichen Kennzahlen der Kultur- und Kreativwirtschaft 2014 – 2018“ die Eckdaten aktualisiert und fortgeschrieben.

Erstmalig wurde die Datenerhebung um die Darstellung sogenannter Regionalprofile ergänzt. Indikatoren wie Umsatz, Anzahl der Unternehmen und Erwerbstätige sowie die Bruttowertschöpfung wurden sowohl für Niedersachsen als auch auf der Ebene aller niedersächsischen Landkreise und kreisfreien Städte erhoben und dargestellt.

Für die Gesamtperspektive der niedersächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft können folgende zentrale Daten herausgestellt werden:

Im Jahr 2018 erwirtschaftete die Kultur- und Kreativwirtschaft in Niedersachsen Umsätze in Höhe von 8,7 Mrd. Euro. Damit leistet sie einen Wertschöpfungsbeitrag von etwa 5,3 Mrd. Euro für die niedersächsische Wirtschaft. In dieser Branche sind über 19.500 Unternehmen tätig, davon gehören 99 % der Unternehmen zur Kategorie der Kleinst- und Kleinunternehmen. 2018 sind mehr als 96.000 Personen in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt, davon etwa 82.000 Kernerwerbstätige und etwa 13.500 geringfügig bzw. kurzfristig Beschäftigte.

Die Analyse der Teilmärkte hat aufgezeigt, dass die Software-/Games-Industrie, der Pressemarkt, die Designwirtschaft und der Architekturmarkt die umsatzstärksten Teilmärkte sind. Sie erwirtschaften gemeinsam 73 % des niedersächsischen Umsatzes der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Bei der Untersuchung der Regionalprofile wird deutlich, dass sich die meisten Gebietskörperschaften – besonders mit Blick auf die erwirtschafteten Umsätze - im Untersuchungszeitraum sehr positiv, z. T. mit Wachstumsraten über 50 %, entwickeln. Zudem zeichnen sich viele durch Ausprägungen in den einzelnen Teilmärkten aus, z. B. Braunschweig im Teilmarkt Software/Games und im Buchmarkt, Lüneburg in der Filmindustrie, Göttingen im Buchmarkt oder Hannover in den Teilmärkten Rundfunkwirtschaft, Musikwirtschaft und im Werbe- und Pressemarkt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft als wirtschaftspolitisches Handlungsfeld

Von besonderem Interesse ist für das niedersächsische Wirtschaftsministerium neben ihrer ökonomischen Bedeutung das spezifische Innovationspotential der Kultur- und Kreativwirtschaft:

  • die Kreativwirtschaft ist Vorreiter im Einsatz neuartiger Methoden und Formen der Arbeitsgestaltung

  • Kreativunternehmen bedienen sehr stark nicht-technische Innovationen und erweitern damit das durch technische Fortschritte geprägte Innovationssystem

  • die Kreativwirtschaft ist Innovationstreiber für andere Branchen und leistet aufgrund ihrer starken Innovationsorientierung einen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Gesamtwirtschaft

Wirtschaftspolitische Ziele sind vor diesem Hintergrund, das Potential der Kultur- und Kreativwirtschaft in Niedersachsen zu sichern und auszubauen sowie die Kreativunternehmen, ihre Netzwerke und Initiativen nachhaltig zu unterstützen. Weitere Ziele sind die Sichtbarkeit und Professionalisierung der Branche zu erhöhen und die Kooperationen zwischen den Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft und Unternehmen anderer Branchen zu verstärken (Crossover-Strategie) sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft als zentralen Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor begreifbarer zu machen.

Zu diesem Zweck wurde 2014 im Wirtschaftsförderfonds des Wirtschaftsministeriums erstmals ein Titel zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft mit Mitteln in Höhe von jährlich 250.000 Euro eingerichtet. Folgende Projekte wurden bislang daraus unterstützt:

  • Förderung des Wettbewerbs „drei|v“ für kreative Gründer in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg

  • Förderung der „Serious Games Conference“

  • Förderung des Festivals der Kreativwirtschaft in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg

  • Förderung der Crossover-Strategie des Kreativnetzwerkes cre8 Oldenburg zur Intensivierung der Kooperation zwischen Kreativunternehmen und anderen Branchen

  • Förderung der Kreativmesse CREATIVE und des Creative AWARD

  • Durchführung des landesweiten Wettbewerbs „KREATIVPIONIERE NIEDERSACHSEN“ für kreative Starter in den Jahren 2016 und 2017

  • Förderung des RockPop Dialogs

  • Förderung des Tiny Living Festival 2019 in Prießeck (Landkreis Lüchow-Dannenberg)

  • Förderung der KulturBörse Nordwest 2020 in Oldenburg

Wegen der bestehenden Schnittmengen und um die Kooperation zu vertiefen, besteht ein gemeinsamer erweiterter Arbeitskreis des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur unter Einbeziehung von Akteuren aus Hochschulen, Kreativnetzwerken sowie den Ämtern für regionale Landesentwicklung etc.

Gamesförderung

In Anbetracht der besonderen ökonomischen Bedeutung des Software-/Games-Marktes in Niedersachsen und deren Relevanz im Blick auf die Industrie 4.0 ist auch die Bedeutung der Games-Förderung durch die „Nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH“ zu unterstreichen. Seit 2011 fördert Nordmedia digitale Spiele im Bereich der Konzeptentwicklung, der Prototypenentwicklung, der Produktion und des Vertriebs. Die Antragsteller sind fast ausschließlich junge Startups aus Niedersachsen, die sich in den ersten Jahren Ihrer Firmengründung befinden. Damit unterstützt die Gamesförderung über die projektbezogene Förderung hinaus auch eine mittel- bis langfristige Marktetablierung der jungen Unternehmen in der Region. Die stetig wachsende Nachfrage des Förderbereichs zeigt den Bedarf und das Potenzial der jungen und kreativen Branche auf.


Ansprechpartnerin

Frau Anne Bleimeister, Tel. 0511 120-5543




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