Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr klar

Wirtschaftspolitik

Die niedersächsische Wirtschaft konnte ihren stabilen Wachstumspfad im Jahr 2016 fortsetzen. Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, hat sich der Wert der in Niedersachsen produzierten Güter und Dienstleistungen 2016 gegenüber dem Vorjahr real um 1,4 Prozent erhöht. Günstig wirkten sich niedrige Rohstoffpreise, der im Vergleich zum Dollar günstige Wechselkurs des Euro sowie eine niedrige Preissteigerung aus. Nach einer Prognose der NORD/LB wird sich der stabile positive Konjunkturverlauf im Jahr 2017 mit 1,3 Prozent, wenn auch leicht abgeschwächt, fortsetzen. Die intakte Konjunktur wird sich weiterhin positiv auf dem Arbeitsmarkt auswirken. Für das Jahr 2017 prognostiziert das IAB einen weiteren Beschäftigungsaufbau und eine sinkende Arbeitslosigkeit.

Niedersachsen ist ein attraktiver und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort mit vielen Stärken. Vom Ein-Mann-Betrieb bis zum global player, von der Automobilindustrie und der maritimen Wirtschaft bis zur Gesundheitswirtschaft und zum Tourismus: Niedersachsen ist ein hoch entwickelter Wirtschaftsraum mit modernen Industrien und innovativen Dienstleistungen. Doch um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Niedersachsens muss ständig neu gerungen werden.

Die Landesregierung will diesen Wandel mit gestalten. Sie will dabei dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt verbinden: durch gezielte Investitionen in Qualifizierung und Weiterbildung, durch bessere Chancen für Menschen mit Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt, durch eine Neuausrichtung der Wirtschafts- und Innovationsförderung, Unterstützung der Unternehmen bei der Digitalisierung und dem demografischen Wandel, durch eine Verkehrspolitik, die mehr Verkehrssicherheit, -effizienz und -intermodalität zum Ziel hat.

Der demografische Wandel gehört zu den zentralen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Niedersachsen. Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung gemeinsam mit den Arbeitsmarktpartnern 2014 die Fachkräfteinitiative Niedersachsen gestartet. In ihrem dritten Jahr befasst sich die Fachkräfteinitiative schwerpunktmäßig mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung der Wirtschaft. Eine wichtige Leitlinie der niedersächsischen Arbeitsmarktpolitik ist zudem „Gute Arbeit". Entsprechend wurden zum Beispiel die einzelbetriebliche Investitionsförderung sowie das Niedersächsisches Tariftreue- und Vergabegesetz neu ausgerichtet.

Auch wenn man mit Niedersachsen Weltfirmen wie zum Beispiel Volkswagen, Continental, TUI oder Salzgitter verbindet, ist die Wirtschaftsstruktur des Landes stark mittelständisch geprägt. Der Mittelstand beschäftigt fast drei Viertel der Arbeitnehmer im Land und schafft die meisten neuen Arbeitsplätze. Die Mittelstandspolitik der Landesregierung zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Betriebe sowie für Neugründungen weiter zu verbessern. Wir unterstützen unsere KMU und das Handwerk bei der Fachkräftesicherung, bei Innovationen und Teilhabe an der regionalen Wissensvernetzung, in der Phase der Existenzgründung und bei der Unternehmensnachfolge oder auch bei der Erschließung von Auslandsmärkten.

Eine der größten Herausforderungen für den Mittelstand ist die Digitalisierung. Unter dem Titel „digital.niedersachsen" hat die Landesregierung ihre Leitlinien formuliert. Die Landesregierung hat bereits 2014 mit der Niedersächsischen Breitbandstrategie und der Bildung eines Förderschwerpunktes Breitband im Rahmen der Regional- und Strukturpolitik der Europäischen Union einen politischen Schwerpunkt gesetzt. Zudem unterstützt und begleitet das Land eine Vielzahl von Projekten im Bereich der Digitalisierung. Dies gilt zum Beispiel für das Kompetenzzentrum „Mit uns digital! Das Zentrum für Niedersachsen und Bremen" mit seiner Generalfabrik auf dem Messegelände oder das Projekt „BBS fit für 4.0" zur Stärkung der niedersächsischen berufsbildenden Schulen in ihrer Rolle als Innovations- und Zukunftszentren.

Die Innovationskraft einer Region ist ein entscheidender Faktor für die nationale, europäische und globale Wettbewerbsfähigkeit. Die Bewahrung unserer industriellen Wettbewerbsfähigkeit wird deshalb maßgeblich davon abhängen, inwieweit es uns zukünftig gelingt, die Innovationspotenziale unserer Wirtschaft auszuschöpfen. Mit diesem Anspruch wollen wir die in Niedersachsen starken Branchen Mobilitätswirtschaft, maritime Wirtschaft, Energiewirtschaft, Ernährungswirtschaft und Luft- und Raumfahrtindustrie weiter entwickeln.

Dazu gehört auch die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch gute Rahmenbedingungen. Niedersachsen hat ein vitales Interesse am Gelingen der Energiewende. Insbesondere in den ländlichen und strukturschwachen Regionen unseres Bundeslandes sorgen die „Erneuerbaren" für regionale Wertschöpfung. Wachstumstreiber an der Küste ist der Ausbau der Offshore-Windenergie. Hier geht es jetzt vor allen Dingen darum, dass die Offshore-Industrie zuverlässige Rahmenbedingungen für zukünftige Investitionen erhält.

Mobilität ist eine wesentliche Grundlage für die Prosperität eines Wirtschaftsstandortes. Niedersachsen ist das logistische Herz Europas. Im Bereich der Häfen und der Verkehrsinfrastruktur werden Zukunftsinvestitionen vorgenommen. Insbesondere die Verstetigung der Mittel soll Investitionen verlässlich machen. Die Stärkung der niedersächsischen Häfen und ihrer Hinterlandanbindungen ist ein zentraler Schwerpunkt der Landesregierung. Bei großen Projekten setzen wir auf mehr Bürgerbeteiligung.

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