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Wirtschaftspolitik

Niedersachsen zählte gerade in den zurückliegenden Boom-Jahren zu den bundesweit wachstumsstärksten Bundesländern. Auch während der konjunkturellen Normalisierung 2019 hat sich niedersächsische Wirtschaft voraussichtlich positiv entwickelt. Nach einer Prognose der NORD/LB wird in diesem Jahr das BIP-Wachstum 1,2 Prozent betragen. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist die Nachfrage ungebrochen stark. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert einen weiteren Beschäftigungsaufbau und sinkende Arbeitslosigkeit. Der Fachkräftemangel blieb daher der IHK Niedersachsen zufolge das Geschäftsrisiko Nr. 1. Hierzu verfolgt die Landesregierung im Rahmen der Fachkräfteinitiative ihre im Aktionsplan 2019 vorgeschlagenen Maßnahmen.

Die niedersächsische Wirtschaft ist breit aufgestellt. Niedersachsen ist ein attraktiver und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort mit vielen Stärken. Doch um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Niedersachsen muss ständig neu gerungen werden. Angesichts der technologischen Umwälzungen im Zuge der Elektromobilität werden die traditionellen Wettbewerbsstärken der deutschen Automobilindustrie in bisher ungeahnter Weise auf den Prüfstand gestellt. Die Automobilwirtschaft ist mit Abstand die wichtigste Industriebranche und Mobilität eines der zentralen Zukunftsthemen des Landes. Zur Bewältigung dieses Strukturwandels haben die Niedersächsische Landesregierung (Staatskanzlei und Ministerium für Arbeit, Wirtschaft, Verkehr und Digitalisierung), die IG Metall und der Verband der Metallindustriellen Niedersachsen den Strategiedialog Automobilwirtschaft initiiert. Ein besonderes Augenmerk legt das Wirtschaftsministerium auf die analoge und digitale Infrastruktur – Planungsbeschleunigung im Verkehr und Breitbandausbau – sowie auf den Bürokratieabbau und die Förderung von Start-Ups, Mittelstand und Handwerk.

Im August 2018 hat die Niedersächsische Landesregierung den „Masterplan Digitalisierung“ beschlossen. Ziel ist es, Niedersachsen fit für die digitale Zukunft zu machen. Bis 2022 werden dazu bis zu eine Milliarde Euro eingesetzt. Mit dem Geld fördert Niedersachsen Investitionen in die digitale Infrastruktur – Breitband, Mobilfunk, öffentliches WLAN – und Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Bildung. Darüber hinaus unterstützt die Landesregierung den Mittelstand und das Handwerk, passende Digitalisierungsansätze zu identifizieren und umzusetzen. Weitere Informationen zum Masterplan Digitalisierung finden Sie hier.

Hohe bürokratische Lasen, die sich vielfach aus EU-, Bundes- und Landesrecht ergeben, sind ökonomisch relevant und haben monetär darstellbare negative Folgen. Die Landesregierung hat sich daher in ihrem Koalitionsvertrag dazu verpflichtet, neue Bürokratielasten zu vermeiden.

Bestehende bürokratische Hürden sollen zudem auf ein Mindestmaß reduziert werden, um den Wirtschaftsstandort Niedersachsen zukunftsfähig auszurichten. Die zu diesem Zweck im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung eingerichtete Stabsstelle Bürokratieabbau initiiert und koordiniert entsprechende Maßnahmen. Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten Ihrer Ansprechpartner finden Sie hier.

Niedersachsen als Gründerstandort kann mit seinem Mix aus traditionsreichen Unternehmen, einem starken Mittelstand, Weltmarktführern in Ihren Nischen, herausragenden Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungsinstituten und einer großen Anzahl erfolgreicher und erfahrener Gründerinnen und Gründer überzeugen. Im Rahmen der Start-up- Initiative fördert Niedersachsen seit Beginn des Jahres 2020 mittlerweile zehn Start-up-Zentren an acht Standorten im Land und schafft damit neue Angebote für technologieorientierte Gründungen. Das Land stellt auch zusätzliches Wagniskapital zur Verfügung. Zudem erleichtern wir mit einem Gründungsstipendium (bis zu 2.000 Euro/Monat für acht Monate) seit Mai 2019 den Weg in die Selbständigkeit, da sich Gründerinnen und Gründer in der Startphase voll auf ihr neues Projekt konzentrieren können. Um die Gründungskultur in Niedersachsen weiter zu fördern und durch Vorbilder Interesse für weitere Gründungen zu wecken, hat das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit anderen Partnern ein Leuchtturmevent organisiert und am 4. Dezember 2019 erfolgreiche und innovative Start-ups mit dem DurchSTARTer-Preis 2019 ausgezeichnet. Am 1. Dezember 2020 findet die nächste Preisverleihung in Hannover statt.

Unser Handwerk mit seinen ca. 83.000 Betrieben steht vor großen Herausforderungen. Die Anzahl der Meisterabsolventinnen und -absolventen ist in allen Gewerken seit Jahren rückläufig. Wir haben eine Meisteroffensive gestartet, weil der Meisterbrief Zugangsvoraussetzung zur selbstständigen Handwerksausübung in den zulassungspflichtigen Gewerken ist. Der Meisterbrief ist damit auch ein Schlüssel für die Nachfolge in unseren Handwerksbetrieben. Die Meisteroffensive im Handwerk ist umgesetzt. Mit der Meisterprämie wird ein gezielter Anreiz geschaffen, dass sich die Nachwuchskräfte des Handwerks fortbilden und ihre eigene Qualifikation stärken. Seit dem 14.05.2018 kann die Meisterprämie im Handwerk online bei der NBank beantragt werden. Mit der „Gründungsprämie für das Handwerk“ können Existenzgründer und Nachfolger im Handwerk seit dem 11.09.2019 eine Förderung in Höhe von 10.000 Euro bei der NBank beantragen.


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